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Asien

Katastrophenhilfe

Nepal: Hilfen nach dem Erdbeben

Der Wiederaufbau nach der Katastrophe

Mann baut mit beiden Händen an einem HausTrainings in erdbebensicherer Bauweise schützen die Gebäude besser vor nächsten Katastrophen.CRS, Jennifer Hardy

Im Distrikt Sindhupalwchok werden besonders betroffene Gemeinden beim Wiederaufbau ihrer Infrastrukturen unterstützt und Familien erhalten Baumaterial zum Wiederaufbau ihrer Häuser. Bauexperten unterrichten lokale Bauleute und Ingenieure in erdbebensicherer Bauweise, denn es war die Ziegelbauweise, die vielen den Tod brachte: Ohne Stahl und ohne Betonstützen brachen die Häuser ein wie ein Kartenhaus.

Neben der erdbebensicheren Bauweise wird in verschiedenen Distrikten auch auf weitere präventive Elemente geachtet, so zum Beispiel bei der Reparatur von Dämmen, mit Wiederaufforstungen in erdrutschgefährdeten Gebieten und Workshops zu Katastrophenprävention. Damit sollen die Auswirkungen von Naturkastrophen in dem regelmäßig von schweren Monsunregen betroffenen Land gemindert werden. Weiter wird an verschiedenen Orten die Trinkwasserversorgung ausgebessert oder neu gebaut, und die Gemeinden nehmen an Workshops zu landwirtschaftlichem Anbau und Nutztierhaltung teil. Kleinbauernfamilien, die durch das Erdbeben ihrer Existenzgrundlage beraubt wurden, erhalten Saatgut, Dünger und landwirtschaftliche Geräte.

In den Distrikten Jumla und Mugu werden insbesondere Alleinerziehende, Ältere und Menschen mit Behinderungen dabei unterstützt, ihre landwirtschaftliche Produktion zu erhöhen oder Einkommensalternativen zu finden.

Schwerpunkt Kinder

Schülerinnen zeigen ihre ZeichnungenDie Schule vermittelt den Kindern Sicherheit, gibt ihnen Halt und Struktur. Isabel Corthier

Gemeinsam mit Caritas Schweiz werden im Distrikt Sindhupalwchok neue, behindertengerechte Schulen gebaut und ausgestattet. Das Personal erhält Trainings zur Wartung, die Kinder und Pädagogen werden in Evakuation, Risikominderung und Hygiene unterrichtet.

In Kunchok, Sindhupalwchok, liegt der Fokus auf dem Schutz von Kindern. Hier kam es nach dem Erdbeben zu vermehrten Missbrauch, zu Kinderarbeit, Menschenhandel, Vernachlässigung und Gewalt. Viele Jungen und Mädchen besuchen keine Schule mehr. Mit der Partnerorganisation „Child Nepal“ wird ein Netzwerk zur Bekämpfung von Menschenhandel und Gewalt aufgebaut. In einem Service-Center erhalten Familien schulische und psychosoziale Beratung und Rechtshilfe. In Schulen werden kinderfreundliche Klassenzimmer eingerichtet, besonders arme Familien erhalten Schulstipendien.

In Bamti, im Distrikt Solukhumbu, unterstützte Caritas international den Wiederaufbau einer schwer beschädigten Sherpa-Schule mit angeschlossenen Internat.

Cash-for-Work-Programme

älterer Mann räumt Schutt und Wellblech eines eingestürzten Hauses auf die SeiteBei Cash-for-Work hilft die Bevölkerung beim Wiederaufbau mit und kann sich gleichzeitig die Existenz sichern.Thomas Hoerz

Ein langfristiges Ziel zur Verbesserung der Lebensgrundlagen sind Cash-for-Work-Programme, denn auch jetzt noch haben viele Betroffene keine Arbeit, keine reguläre Ernte, keine Perspektive. Viele Familien verloren durch das Erdbeben ihre Lebensgrundlage und leben nach wie vor in Übergangsunterkünften. Mit den Cash-for-Work-Programmen bekommen sie für ihren Einsatz beim Bau von Straßen, Schulen, Dämmen und Häusern einen Lohn, sodass sie damit erwerben können, was sie am dringendsten brauchen.

Medizinischer Bereich

An ausgewählten Schulen fanden für Kinder Workshops zur Traumaverarbeitung statt, denn die Auswirkungen des Erbebens machten sich im Schulalltag bemerkbar. Mit verschiedenen Strategien lernten die Kinder, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.Weiter wurden über die Nothilfe hinaus Gesundheitskits zur Versorgung der schwer zugänglichen Bergregion finanziert.

Gut durchdacht

Erfahrungsgemäß braucht der Wiederaufbau vor allem Zeit. Denn es geht nicht nur um fertige Häuser und eingerichtete Schulen, sondern darum, die Kompetenzen möglichst vieler Menschen für einen präventiven Umgang und für eine professionelle Wiederaufbauhilfe zu stärken und die Pläne gut miteinander abzustimmen. Auch die Vernetzung und der Austausch spielen beim Wiederaufbau eine wichtige Rolle, um bei der nächsten Katastrophe besser gewappnet zu sein.

Januar 2017