zurück

Asien

Katastrophenhilfe

Nepal: Hilfen nach dem Erdbeben

Der mühsame Wiederaufbau nach der Katastrophe

Noch immer leben viele Menschen in Übergangsunterkünften.Auch ein Jahr nach dem Beben leben noch viele Menschen in Übergangsunterkünften.Foto: Isabel Corthier

Die Partner von Caritas international haben inzwischen Personal für die Trainings zum Bau erdbebensicherer Häuser rekrutiert. Denn es war die Ziegelbauweise, die vielen den Tod brachte: Ohne Stahl und ohne Betonstützen brachen die Häuser wie ein Kartenhaus in sich zusammen, als die Erde bebte. Kompetenzen im Bau erdbebensichererer Häuser an lokale Kräfte zu vermitteln ist ein Ziel unter vielen bei der mit Bedacht durchgeführten Planung des Wiederaufbaus.

Ein anderes ist es, die Not der Betroffenen zu sehen und zu lindern, die auch ein Jahr nach der Katastrophe keine Arbeit, keine reguläre Ernte, keine Perspektive sehen. Da viele Familien mit der Katastrophe ihre Lebensgrundlage eingebüßt haben oder nach wie vor in Übergangsunterkünften leben, helfen Cash-for-Work Programme über die Runden: Beim Wiederaufbau wird dann auf lokale Arbeitskräfte zurückgegriffen, und die arbeitslosen Menschen erhalten für ihren Einsatz beim Bau von Straßen, Schulen, Dämmen und Häusern einen Lohn, so dass sie damit das erwerben können, was sie am dringendsten brauchen. Denn die Bedürfnisse der Erdbebenopfer sind sehr spezifisch und fallen von Familie zu Familie anders aus. Das Cash-for-Work Programm verbindet den Wiederaufbau mit einer flexiblen Form der Unterstützung. Nach wie vor finanziert Caritas international Personal der Partner von Caritas Nepal und der Organisation PHASE vor Ort, zum Beispiel für die medizinische und psychologische Betreuung der teils schwer traumatisierten Opfer, und stellt Trinkwasser bereit. Auch werden medizinische Nothilfe-Kits, wie sie die Weltgesundheitsorganisation WHO zusammenstellt, finanziert. Denn für viele Menschen, die das Erdbeben in schwer zugänglichen Bergregionen erwischt hat, ist die medizinische Versorgung nach wie vor schwierig.

Gut durchdacht

„Neben Trainingsmaßnahmen zu erdbebensicherem Bauen geht es derzeit um eine verbesserte Trinkwasserversorgung, doch auch Winterhilfen wie Decken, Planen und Zelte sowie Nahrungsmittel waren in den Monsunmonaten eine wichtige Hilfe für die Familien, die aufgrund des schwachen Monsuns mit einer sehr geringen Ernte rechnen,“ so Birgit Schubert, Mitarbeiterin von Caritas international, nach dem jüngsten Besuch in mehreren Gemeinden des Distriktes Sindhupalchowk. Beim Wiederaufbau werden weitere präventive Elemente mitgedacht: Bei den Planungen mit den Partnern vor Ort ging es auch um die Reparatur von Dämmen und eine Wiederaufforstungen von Gebieten, die Erdrutsch gefährdet sind. Die weitsichtige Planung soll das Risiko in dem regelmäßig von schweren Monsunregen betroffenen Land mindern, deren Bewohner/innen auch die Folgen des Klimawandels wie Wetterextreme zu bewältigen haben.

Erfahrungsgemäß braucht der Wiederaufbau vor allem Zeit. Denn es geht nicht nur um fertige Häuser und eingerichtete Schulen, sondern darum, die Kompetenzen möglichst vieler Menschen für einen präventiven Umgang und für eine professionelle Wiederaufbauhilfe zu stärken und die Pläne gut miteinander abzustimmen. Auch die Vernetzung und der Austausch dieser Kompetenzen spielt beim den Wiederaufbau eine wichtige Rolle, um beim nächsten Mal gegen die nächste Katastrophe besser gewappnet zu sein.

April 2016