URL: www.caritas-international.de/presse/presse/west-mossul-caritas-versorgt-kriegsopfer-im-kampfgebiet-31b8d5a4-617f-44ac-a687-
Stand: 16.08.2017

Pressemitteilung

West-Mossul: Caritas versorgt Kriegsopfer im Kampfgebiet

Freiburg, 6. April 2017. Erstmals seit Beginn der Militäroffensive in West-Mossul vor 50 Tagen konnten im Kampfgebiet Überlebenspakete der Caritas an die eingeschlossenen Kriegsopfer verteilt werden. Nach Rückkehr von dem Hilfseinsatz zeigte sich der Direktor der Caritas Irak, Nabil Nissan, erschüttert: "Die Menschen sind schwer gezeichnet vom Krieg. Ihre Gesichter sind leblos, Kinder klammern sich verängstigt an ihre Eltern. Die Verzweiflung ist greifbar. Jede Form der Hilfe, jedes Zeichen der Solidarität wird mit größter Dankbarkeit aufgenommen. Wir müssen dringend noch mehr tun, um den Menschen beizustehen."

Bislang konnten Caritas-Hilfspakete in West-Mossul im Bezirk Bab al-Tob 750 Pakete und im Camp Hamam al-Alil 1750 Pakete an Familien verteilt werden. Besonders dringend, so Nissan, sei der Bedarf an Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und Treibstoff. Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, unterstützt den Hilfseinsatz der irakischen Helfer unter anderem aus Spendengeldern mit 500.000 Euro.

Viele der in West-Mossul verbliebenen Menschen sind jedoch für Helfer weiterhin nicht erreichbar. Schätzungen gehen von 400.000 von Hilfe abgeschnittenen Bewohnern in West-Mossul aus. 310.000 Menschen sind in der Region auf der Flucht vor den Kämpfen. Caritas-Direktor Nabil Nissan: "Wir brauchen für die Menschen in West-Mossul dringend Fluchtkorridore. Es wird ihnen gesagt, sie sollten in ihren Häusern bleiben, um ihr Leben zu schützen. Aber über Monate hinweg ist das einfach nicht möglich. Dem Schutz der Zivilbevölkerung muss oberste Priorität eingeräumt werden."

Caritas international arbeitet im Irak seit vielen Jahren mit der Caritas Irak und ihren lokalen Gliederungen sowie der Hilfsorganisation CAPNI (Christian Aid Program Northern Iraq) zusammen. Die wichtigsten Projektstandorte im Norden des Landes befinden sich in den Städten Zakho, Erbil, Dohuk und Alkosch, wo im Sommer 2014 nach den Kämpfen um Mossul Hunderttausende Vertriebene Zuflucht gefunden hatten.

Hinweis für Redaktionen: Die Irak-Referentin von Caritas international, Angela Gärtner, hält sich derzeit im Nordirak auf. Mit ihr können vor Ort Interviews geführt werden. Kontakt: 0761/200-515

Hinweis für die Hörfunkredaktionen: Ein Statement von Christoph Klitsch-Ott, Referatsleiter Naher Osten von Caritas international, zu den aktuellen Hilfslieferungen der Caritas in West Mossul finden Sie unter: Audio-Statement zu Mossul.

Weitere Informationen über die Hilfen der Caritas im Irak: www.caritas-international.de/irak

Spenden mit Stichwort "Nothilfe Irak" werden erbeten auf:

  • Caritas international, Freiburg, IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BIC: BFSWDE33KRL oder online unter: www.caritas-international.de
  • Charity SMS: SMS mit CARITAS an die 8 11 90 senden (5 EUR zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Caritas international 4,83 EUR)
  • Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin; Evangelische Bank, IBAN: DE6852 0604 1000 0050 2502, BIC: GENODEF1EK1 oder online unter: http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Caritas international ist das Hilfswerk der deutschen Caritas und gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 162 nationalen Mitgliedsverbänden.