Soforthilfe

Karibik

Hurrikans in der Karibik

Wirbelsturm Irma trifft auf die Karibik-StaatenMit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde zog Hurrican Irma über die Karibik hinweg. "Bei einer solchen Geschwindigkeit könnten man im Grunde nicht mal mehr atmen, wenn man im Wind steht", sagt Wetterexperte Tobias Schaaf vom Deutschen Wetterdienst.Foto: Cáritas América Latina y El Caribe

Hurrikan "Maria" war bereits der zweite gravierende Wirbelsturm in der Karibik im September 2017. In Puerto Rico offenbart sich nach und nach das ganze schreckliche Ausmaß des Wirbelsturms: Mindestens 16 Menschen kamen ums Leben, Hunderte Tote werden befürchtet. Zehntausende wurden in Notunterkünfte gebracht, das Stromnetz ist auf Monate hinaus zerstört. Benzin und Diesel ist Mangelware, die Hälfte der Menschen hat kein Trinkwasser. Zuvor hatte "Maria" bereits die kleine Insel Dominica verwüstet, 15 Tote wurden geborgen, 70% der Häuser haben ihr Dach verloren oder sind völlig zerstört. Die Dominikanische Republik spürte ebenfalls die Auswirkungen des Sturms. Heftige Regenfälle überfluteten mehrere Gebiete, 350.000 Menschen waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Nothilfe unserer amerikanischen Partnerorganisation CRS läuft auf Hochtouren.

Die Region befindet sich mitten in der "Hurrikan-Saison"

Die gesamte Region befindet sich mitten in der Hurrikan-Saison, welche gemeinhin noch bis Ende November andauern wird. In dieser Zeit existieren für Wirbelstürme geeignete Bedingungen, allen voran ein warmer Ozean und feuchte Luft. Anfang September zog mit Irma bereits ein außergewöhnlich starker Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde über das Gebiet hinweg.

Durch den Sturm der höchsten Kategorie 5 waren im Südosten der Karibik, vor allem auf Saint Martin und den Antillen, mehrere Menschen ums Leben gekommen. 95 Prozent der Gebäude auf der Karibikinsel Barbuda wurden beschädigt, 60 Prozent der Bevölkerung sind derzeit obdachlos.

Notfallteams im Einsatz

Zerstörung nach IrmaViele Häuser in Kuba konnten der zerstörerischen Kraft von Hurrikan "Irma" nicht standhalten.Foto: Caritas Schweiz

Wenngleich Irma die Inselgruppe Hispaniola mit den Ländern Haiti und Dominikanische Republik "nur" gestreift hat, sind die Schäden immens. An der Grenze zwischen Dominikanischer Republik und Haiti stehen ganze Landstriche unter Wasser. "Der Grenzfluss Massacre zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik ist großflächig über die Ufer getreten, tausende Haitianer sind obdachlos", meldet das Caritas-Auslandsbüro der Schweiz aus Haiti. Unsere Partner-Caritasorganisation aus den USA (CRS) reagierte umgehend: Notunterkünfte wurden eilig instand gesetzt, Trinkwasser, Lebensmittel und andere dringend benötigte Utensilien wie Planen, Zelte und Hygieneartikel wurden an Familien in Haiti, der Dominikanischen Republik und Kuba verteilt. Nachdem der Sturm weitergezogen war, zogen Notfallteams los, um sofort Hilfe leisten zu können. Im US-Bundesstaat Florida wurden über sechs Millionen Menschen aufgefordert, ihre Wohnungen zu evakuieren - auch sie wurden von CRS mit Nahrungsmittel und Hilfsgütern versorgt.

Immense Zerstörungen in Kuba

Ein Mädchen vor einem zerstörten Haus in HaitiDie Bewohner Haitis und Kubas haben noch immer mit den Folgen des letztjährigen Wirbelsturms "Matthew" zu kämpfen. Foto: Catholic Relief Services (CRS)

Egal ob Haiti, die Dominikanische Republik oder Kuba - die ganze Region wird regelmäßig von Stürmen heimgesucht. Dies bedeutet zwar einerseits, dass unsere Partner vor Ort genau wissen was zu tun ist, andererseits gleichen die Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten einer Sisyphusaufgabe. So waren die Schäden von Wirbelsturm Matthew aus dem Jahr 2016 noch nicht beseitigt, viele Häuser gerade mühsam wieder aufgebaut bis "Irma" wieder alles zerstörte. Dies trifft auf Haiti zu, jedoch vor allem auf Kuba, wo die Schäden durch "Irma" am gravierendsten zu sein scheinen. Aufgabe der Caritas ist es nun, den Menschen schnell Hilfe zukommen zu lassen. Das Hauptaugenmerk der Hilfe liegt dabei auf den Menschen, die sich selbst am wenigsten helfen können: Alte, kranke und behinderte Menschen sowie Kinder. "Hoffnung macht uns, dass der Katastrophenschutz auf Kuba gut funktionierte und die Menschen in Notunterkünften relativ gut Schutz gefunden haben. Große Sorge bereitet uns aber, dass die schweren Überschwemmungen große Teile der Ernte zerstört haben, beispielsweise fast die Hälfte des Zuckerrohranbaus, und damit die ohnehin vorhandene Mangelversorgung auf Kuba drastisch verschärfen werden", so Kuba-Referent Kilian Linder

Für die Betroffenen in Kuba und Haiti hat Caritas international in einer ersten Maßnahme 100.000 Euro Soforthilfe bereitgestellt. Wir bitten die deutsche Bevölkerung uns mit Spenden zu unterstützen. Währenddessen wächst die Sorge, dass dieselbe Region von weiteren Hurrikans heimgesucht werden könnte - denn die Wirbelsturmsaison hat gerade erst begonnen.

Caritas international hat in einer ersten Maßnahme 100.000 Euro für Nothilfe in der Karibik bereitgestellt. Spenden werden dringend erbeten.

September 2017  

 

Soforthilfe

Erdbeben, Epidemien, Überschwemmungen und Dürren sind für Menschen oft von jetzt auf nachher lebensbedrohlich. Caritas international hilft weltweit Menschen in Not, die von einer akuten Katastrophe betroffen sind: Bei der Soforthilfe geht es darum, möglichst schnell zu handeln, um Leben zu retten. Wenn unsere Partner sich mit einem dringenden Hilferuf an Caritas international wenden, prüft ein Krisenstab die Lage binnen weniger Stunden. Bei der Soforthilfe zählt jede Stunde!