Spenderservice

Fragen und Antworten

Spenden, aber bitte ohne Verwaltung?

Fall 1: Versandkosten

"Wissen Sie", schallt eine aufgeregte Frauenstimme durchs Telefon, "ich war im Urlaub in Sri Lanka! Da habe ich einen Priester kennengelernt. Er ist sehr engagiert und will seinen Leuten helfen, aber was am meisten fehlt sind Brillen! Als ich nach Hause kam, habe ich bei Freunden und Verwandten alte Brillen gesammelt. Es kam ein ganzes Paket zusammen und eben war ich auf der Post. Sie glauben ja nicht, was das kostet!" Die hilfsbereite Dame wandte sich sodann an Caritas international. Dürfen wir die Spenden anderer dazu verwenden, alte Brillen nach Sri Lanka zu schicken? Kann man nicht für das gleiche Geld Brillen vor Ort kaufen? Was ist nötig, um sinnvolle Hilfe zu leisten?

Fall 2: Bankgebühren

"Wir haben Freunde in Kamerun. Der Sohn will jetzt anfangen zu studieren. Wir wollen ihn dabei finanziell unterstützen. Die Banken verlangen völlig überzogene Gebühren. Können Sie bei Caritas international das Geld für uns an die Familie in Kamerun weiterleiten?" Eine von hunderten Anfragen, die Jahr für Jahr bei Caritas international eingehen.. Ebenso wie Privatpersonen oder Unternehmen müssen auch Hilfsorganisationen Bankgebühren für den Geldtransfer ins Ausland zahlen. Je nach wirtschaftlicher und politischer Lage im Empfängerland setzen sich diese Gebühren aus Verwaltungskostenpauschalen und Versicherungen zusammen. Die Banken übernehmen somit die Garantie, dass der genannte Betrag im Empfängerland ankommt und ausgezahlt wird. Wenn allerdings ein Betrüger mit gefälschten Dokumenten das Geld vor Ort in Empfang nimmt, haftet die Bank in aller Regel nicht dafür.

Partnerschaft und Dialog

Wirksam helfen, ist schwieriger als es auf den ersten Blick scheint. Wie stelle ich sicher, dass meine Hilfe nicht nur gut gemeint ist? Was muss ich beachten, damit meine Hilfe nicht in ein Fass ohne Boden fällt? Wie vermeide ich, dass meine Hilfe neue Abhängigkeiten schafft? Woran messe ich den Erfolg der geleisteten Hilfe?

Als einzelne haben wir kaum die Kraft oder die Mittel, die Not einer ganzen Familie irgendwo auf dieser Welt dauerhaft zu lindern. Aber wir können einer Familie durch den regelmäßigen, persönlichen Kontakt - Briefe, Besuche, kleine Geschenke - Vertrauen zu sich selbst und damit Mut und Kraft schenken, ihre Probleme selbst zu lösen.

Für viele Gemeinden in Osteuropa und der Dritten Welt sind die Partnerschaften mit Pfarreien, Vereinen oder Caritasverbänden hier in Deutschland eine unverzichtbare Hilfe. Beispielsweise gibt es in vielen Caritaszentren und Pfarreien der Westukraine Kleiderkammern. Oft von freiwilligen Helfern verwaltet, finden dort die sozial Schwächsten - alte Menschen und kinderreiche Familien - von Schuhen bis zur Unterwäsche alles das, was sie brauchen. Dank der Hilfen von Gemeinden oder Vereinen hier werden dort Suppenküchen, Kinder- und Altentagesstätten ausgestattet und betrieben. Vom partnerschaftlichen Austausch profitieren beide Seiten gleich.

Was ist zu beachten?

Am Anfang steht die Frage: Was tut not und was können wir leisten. Die Partner müssen zueinander "passen". Sinnvolle Hilfe darf weder den Empfänger noch den Geber kräftemäßig oder finanziell überfordern. Projekte müssen klar definiert, die Kosten überschaubar und die Erfolge messbar sein.

Wer gibt Rat und Hilfestellungen?

 

  • Die Referate für weltkirchliche Angelegenheiten in den bischöflichen Ordinariaten haben in der Regel umfangreiche Erfahrungen mit Partnerschaften und Geldtransfer ins Ausland.
  • Hilfsorganisationen - hier sollte man sich an die jeweiligen Spezialisten wenden.
  • Pfarreien, Gruppen, Vereine und Verbände, die bereits derartige Partnerschaften eingegangen und zu einem Ideen- und Erfahrungsaustausch bereit sind.

Praktische Tipps rund ums Spendensammeln:

Im Internet: Weiterführende Literatur:
  • Urselmann, Michael: "Fundraising - Erfolgreiche Strategien führender Nonprofit-Organisationen"; Bern, Stuttgart, Wien: Haupt, 1998
  • Fabisch, Nicole: "Fundraising - Spenden, Sponsoring und mehr..."; München: dtv, 2002
Von Christine Decker

 

Geld kann doch glücklich machen

In Katastrophen hilft am ehesten Geld. Wem das zu banal ist, der soll bedenken, dass damit die Bedürfnisse der Menschen am ehesten erfüllt werden können. Die Partnerorganisation vor Ort weiß genau, was gebraucht wird, hohe Transportkosten fallen weg und Hilfsgüter werden in der Region gekauft - was die regionale Wirtschaft stärkt. Gemeinsames Päckchenpacken für Not Leidende gibt das gute Gefühl, selbst aktiv geworden zu sein, ein ausgefüllter Überweisungsträger nicht. Dabei kann auch gemeinsame Aktion zum Geld sammeln beitragen: Kuchen backen, Basar veranstalten, Kreativität kennt keine Grenzen. In Katastrophen macht Geld glücklich.

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Sachspenden und freiwillige Mitarbeit

Grundsatzpapier zu Sachspenden nach Naturkatastrophen und freiwilliger Mitarbeit in der humanitären Hilfe