Unternehmen Hoffnung

Hoffnung für Müllsammler

So wirkt "Unternehmen Hoffnung" in Bangladesch

Eine Kleinklasse, rund zehn Kinder sitzen vor einer Tafel auf dem Boden.Die Kinder werden auf die Regelschule vorbereitet.Philipp Spalek

Eine warme Mahlzeit, sauberes Wasser, ein Platz zum Schlafen, Schulbildung und Kleidung: Dies sind die Dinge, die Straßenkindern augenscheinlich fehlen. Weniger offensichtlich ist die prekäre Sicherheitslage, die das Wohl der Kinder ständig bedroht und sie großem Stress aussetzt. Hinzu kommen die Auswirkungen der oft ablehnenden Haltung durch die Bevölkerung. Psychische Belastungsstörungen sind die Folge.

In Bangladesch leben rund 500.000 Straßenkinder. Caritas Bangladesch setzt sich an mehreren Orten für sie ein, versorgt sie mit lebensnotwendigen Dingen, fördert sie und sorgt für ihre gesellschaftliche Anerkennung, zum Beispiel in der Metropole Dhaka und in Rajshahi City.

Netzwerke und Drop-in-Zentren

Zum einen unterstützt Caritas die Kinder direkt, zum anderen fördert sie den Aufbau von Netzwerken, in die die Familien, Arbeitgeber, Sozialarbeitende und andere, den Kindern nahestehende Personen, integriert sind. Ziel ist es, die Lebensumstände und Zukunftschancen der Straßenkinder maßgeblich zu verbessern.

In der Stadt Rajshahi sind 230 Kinder in das Straßenkinder-Projekt involviert, und in der Hauptstadt Dhaka unterstützt Caritas ein Drop-In-Zentrum für 260 Straßenkinder. Hier erhalten die Kinder medizinische Erstversorgung und werden zu Fragen der Hygiene und Gesundheit aufgeklärt. Im Zentrum haben die Kinder die Möglichkeit, sich zumindest stundenweise in einer sicheren und kulturell anregenden Umgebung aufzuhalten, sie lernen Lesen, Schreiben, Rechnen und ihre eigenen Bedürfnisse, Stärken und Schwächen kennen. Das Ziel ist die Integration in eine Regelschule. Für besonders gefährdete Kinder bestehen im Zentrum Übernachtungsmöglichkeiten. Dank der Spenden an Caritas international können weitere Zentren für Straßenkinder in Dhaka und Umgebung eröffnet werden.


Video: Zentrum für Strassenkinder in Dhaka, Caritas international

Berufliche Förderung

In speziellen Ausbildungskursen können die Kinder und Jugendlichen grundlegende Fähigkeiten erlangen, die sie benötigen, um später eine öffentliche Schule zu besuchen. Schulgebühren oder auch Kosten für Lernmittel werden von der Caritas da übernommen, wo ein Schulbesuch an diesen Kosten scheitern würde.

Kinder sitzen auf dem Boden und essenIm Zentrum erhalten die Kinder täglich mittags eine warme Mahlzeit.Philipp Spalek

Viele Jugendliche möchten oder können keine normale Schule besuchen, denn sie passen aufgrund ihres Alters oft nicht in diese Schulen. Für sie werden spezielle Weiterbildungskurse und Ausbildungsberufe angeboten. Sie können sich in ihren Fähigkeiten so schulen lassen, dass sie sich für einen Beruf qualifizieren. Die betreuenden Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter vermitteln zwischen den Kindern und möglichen Arbeitgebern.

Sensibilisierung der Öffentlichkeit

Für eine breite Anerkennung und Sensibilisierung in der Öffentlichkeit entwickelte Caritas Bangladesch mit den Kindern gemeinsam eine Informationsbroschüre. Darin wird nicht nur über ihre Situation berichtet, sondern sie erhalten durch die aktive Teilnahme die Möglichkeit, sich für ihre Rechte einzusetzen. So machen sie eine wichtige Erfahrung: Sie können sich gegenseitig stärken und gemeinsam ihre Interessen vertreten. Ein weiterer Schritt ist dann, die Kinder in ihrer Selbstorganisation zu unterstützen.

September 2017