Erdbebenhilfe in der Türkei
Schnee und Kälte setzt den Erdbebenopfern zu
Nach dem Erdbeben am 23. Oktober und dem Nachbeben am 9. November in der Osttürkei erschwert der Wintereinbruch die Lage der Betroffenen. Caritas international leistet gemeinsam mit der Diakonie-Katastrophenhilfe und lokalen Partnerorganisationen Nothilfe.
Das Erdbeben am 23. Oktober in der osttürkischen Provinz Van, an der Grenze zum Iran gelegen, kostete nach Angaben vom 4.
November mehr als 600 Menschen das Leben. Tausende Verletzte und Vermisste benötigen dringend Hilfe. Das Beben hat vor allem
in den Großstädten Van und Ercis, aber auch in den Dörfern des Umlands zahlreiche Gebäude zerstört. Das erneute Beben am 9.
November mit der Stärke 5,7 hat nach bisherigen Angaben in Van Gebäude zum Einsturz gebracht, die durch die vorherigen Stöße
bereits vorgeschädigt waren.
Viele tausend Menschen sind in Zelten untergebracht und auf Hilfslieferungen angewiesen, Kälte und Schnee erschweren die Situation.
Etwa 600.000 Menschen haben zur Zeit kein Dach über dem Kopf. Unter ihnen viele, die auch aus Angst vor weiteren Erdstößen
trotz der eisigen Temperaturen lieber im Freien übernachten. Neben Nahrungsmitteln und Medikamenten werden noch immer vor
allem Zelte, Decken und Gasheizer benötigt, weil die Temperaturen in den betroffenen Gebieten nachts auf bis zu -12 Grad sinken.
Die betroffene Region liegt etwa 1.700 Meter ü.M. und so bereitet den Katastrophenhelfer/innen vor allem der Wintereinbruch
Sorgen.
Die Hilfen der Caritas
Internationale Nichtregierungsorganisationen waren bereits unmittelbar nach dem Beben vor Ort – auch die Partner von Caritas international.
Foto: Caritas Türkei
Die Caritas Türkei leistet mit einem Team in der betroffenen Region Nothilfe. Sie verteilt Decken, warme Kleidung, Material
für Notunterkünfte, Brennstoff und Heizöfen. Die Mitarbeiter/innen der Caritas betonen, dass die Lage der Erdbebenopfer in
den überfüllten Zelten ohne Heizmöglichkeiten auch sieben Wochen nach dem ersten Beben verzweifelt ist und rufen dringend
zu weiteren Hilfen auf. Ihre Mittel sind durch den großen Bedarf an Hilfe bereits jetzt fast vollkommen aufgebraucht. Zehntausende
von Menschen haben ihre Unterkunft verloren und die Notzelte sind nicht für die eisigen Temperaturen geeignet. Zudem ist der
äußerste Osten der Türkei die ärmste Region im Land.
Caritas Türkei geht davon aus, dass die Erdbebenopfer noch etwa ein Jahr lang auf Unterstützung angewiesen sind. Als mittelfristige
Hilfe plant sie die Mitfinanzierung beim Wiederaufbau von Schulen und Häusern.
Caritas international arbeitet mit einer weiteren Organisation im Katastrophengebiet. Gemeinsam mit der Diakonie Katastrophenhilfe
kooperiert die deutsche Caritas schon seit vielen Jahren mit der Partnerorganisation "Support to Life", die ein kompetenter
Partner in der Katastrophenhilfe und in der Katastrophenvorsorge ist. Schon wenige Stunden nach dem Beben haben sich Mitarbeiter
der türkischen Hilfsorganisation auf den Weg in die Katastrophenregion gemacht, um die Hilfsmaßnahmen zu organisieren.
"Support to Life" konzentriert die Nothilfe auf die ländlichen Regionen. Etwa 60 Prozent der Dorfschulen, der Ambulanzen und
anderer öffentlicher Gebäude sind in den Dörfern zerstört.
Die türkische Organisation „Support to Life“ hat große Erfahrung in der Not- und Wiederaufbauhilfe nach schweren Erdbeben,
wie im iranischen Bam im Jahr 2003 sowie in Kaschmir in Pakistan im Jahr 2005.
Dezember 2011
Für ihre Arbeit bittet Caritas international um Spenden unter dem Stichwort „Erdbebenhilfe Türkei“
Caritas international
Spendenkonto 202
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 660 205 00


