Kosovo - Behindertenarbeit in Prizren
Die Situation
Kinder im Kosovo, die mit einer Behinderung zur Welt kommen, haben zur Zeit kaum Chancen auf eine durchgängige Förderung. Eine strukturierte Behindertenhilfe muss von Grund auf aufgebaut werden.
Laut WHO-Statistik sind im Kosovo 4.200 Kinder behindert. Allein in der Stadt Prizren sind allerdings 3.280 Menschen mit Behinderungen
erfasst. Das spricht dafür, dass die Zahl der Menschen mit Behinderungen im Kosovo viel höher ist, als die offizielle Zahl,
die vom Gesundheitsministerium mit sieben Prozent angegeben wird.
Dies liegt auch daran, dass Behinderungen im Kosovo tabuisiert werden. Eltern verstecken ihre behinderten Kinder, weil sie
als unproduktiv gelten und damit sie die Heiratschancen ihrer Geschwister nicht erschweren.
Behinderte Menschen egal welchen Alters treten in der Öffentlichkeit daher kaum in Erscheinung. Ein Bewusstsein für ihre Menschenwürde
und die Notwendigkeit, ihnen Bildung zukommen zu lassen, ist kaum vorhanden. Kinder im Kosovo, die mit einer Behinderung zur
Welt kommen, haben kaum Chance auf eine durchgängige Förderung.
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| Kinder mit Behinderungen haben ein Recht auf Bildung und Förderung |
Seit 2005 gibt es staatlicherseits Ansätze, behinderte schulpflichtige Kinder und Jugendliche vor Ort in den normalen Grundschulen
zu fördern. Strukturierte Arbeit mit Behinderten im Sinne einer möglichst frühzeitigen Förderung, die nach der Geburt ansetzt
und über Kindergärten und Schulen ihre Fortsetzung findet, ist bislang auf Modellprojekte beschränkt. Erwerbstätige Behinderte
gibt es so gut wie gar nicht.
Meist bleiben sie auch als Erwachsene in der Obhut der Familie, die gerade bei mehrfacher und geistiger Behinderung mit der
Versorgung überfordert ist.
Caritas international arbeitet seit 2000 im Kosovo. Ging es in den ersten Jahren darum, die durch Krieg und Flucht entstandene
akute Not zu lindern, so ist die Hilfe inzwischen in den langfristigen Aufbau der Behindertenarbeit übergegangen.
September 2009



