LATEINAMERIKA  

Spende

Bolivien: Gesellschaftliche Teilhabe für Menschen mit Behinderung

Die Situation

Bolivien ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, wächst. Körperliche und geistige Behinderungen sind oft Folgen von Armut und Marginalisierung. Für Betroffene und ihre Familien gibt es kein wirksames und flächendeckendes staatliches Sozialsystem.

Karte Bolivien

Obwohl Bolivien, wie alle anderen Staaten Lateinamerikas, die UN-Rahmenrichtlinien für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung unterschrieben haben, gibt es erhebliche Defizite in der Umsetzung dieser Gesetze.

Die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung zeigt sich als soziale Isolation, als fehlender Zugang zu Gesundheitsdiensten, Bildung, Arbeit und Einkommen sowie durch Armut. So sind Menschen mit Behinderung aufgrund ihres Geschlechts, ihres Alters oder ihrer sozialen Herkunft zusätzlich benachteiligt. Dies gilt für Frauen, Kindern und alte Menschen und vor allem für Menschen mit Behinderung, die auf dem Land leben - aufgrund der dort herrschenden Armut sowie fehlenden oder unzureichend ausgestatteten medizinischen und anderen sozialen Diensten. Die Abwanderung der arbeitsfähigen Bevölkerungsgruppen in die Städte führt dazu, dass Familien zerbrechen und sich traditionelle Formen des sozialen Zusammenlebens auflösen. Menschen mit Behinderung bleiben allein und unversorgt zurück.

Noch immer haben Behinderte kaum Zugang zu den staatlichen Leistungen des Gesundheits- und Bildungswesens. Es gibt kaum Programme für die Prävention, Früherkennung und Behandlung von Behinderungen, zur physischen und pädagogischen Rehabilitation sowie zur schulischen, ökonomischen und sozialen Integration. Die vorhandenen - mehrheitlich privaten - Einrichtungen, die diese Leistungen anbieten, sind kostenintensiv, finanziell nicht nachhaltig, nur Minderheiten zugänglich und aufgrund fehlender Einbeziehung sozialpolitisch irrelevant.

Damit sich die Lage der Menschen mit Behinderung nachhaltig verbessern kann, ist eine starke Interessensvertretung gegenüber staatlichen Stellen notwendig.

September 2011


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