Caritas Ratnapura

Obwohl ihm diese Frage wohl jedes Mal gestellt wird, wenn Father Charles jemanden kennenlernt, antwortet er gerne: Er trägt seinen Namen zu Ehren des Staatsmannes, weil der französische Gemeindepfarrer in seinem Geburtsort Weliwita, östlich von Colombo, die Eltern darum gebeten hat. Doch Charles de Gaulle legt Wert auf die Feststellung, dass der Flugplatz in Paris nicht nach ihm, dem Priester aus Sri Lanka, benannt ist.

Die Eltern, die zu der christlichen Minderheit von weniger als einem Prozent in der Diözese Ratnapura  gehören, haben schon früh beschlossen, dass Charles Pfarrer werden sollte.  Drei

Caritas Ratnapura

Anläufe hat er gebraucht, um letztlich den Wunsch seiner Eltern zu erfüllen. Es brauchte Zeit bis er für sich selbst wusste, dass Gott ihn für diese Aufgabe auserwählt hat. Gott bedeutet für ihn Liebe zu den Menschen - und diese Einstellung macht ihm die Arbeit in dem mehrheitlich buddhistischen Land leicht. 

Hilfe unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. Als Father Charles schließlich mit 33 Jahren zum Direktor der Caritas Ratnapur ernannt wurde, konnte er sein Lebensmotto umsetzen: Den Menschen zu helfen, die leiden und arm sind. Inzwischen arbeitet Charles mit seinen zwanzig Mitarbeiter/innen seit fast zehn Jahren vorwiegend in einem Projekt gegen den Alkoholmissbrauch und einem Förderprogramm von Kindern mit Behinderungen.

Alkoholmissbrauch und die damit verbundene familiäre Gewalt und Armut spielen insbesondere bei den Arbeiter/innen in den Teeplantagen eine große Rolle. Die Teepflücker leben in einer eigenen, von der Außenwelt stark abgeschotteten Welt und haben häufig über Generationen ihre Arbeitskraft an den Plantagenbesitzer verkauft. Das Team um Charles möchte diesen Kreislauf von Ausbeutung und Abhängigkeit durchbrechen. Die Projekte beinhalten Aufklärungsarbeit, Entzugstherapien mit fortlaufendem Beratungsangebot, Freizeitgestaltung für Jugendliche und politischer Lobbyarbeit.

November 2008