Im Porträt

Jaffa Insitute, Israel

Issachar Dror

Porträt Issachar Dror

Der Mann, der immer unterwegs ist: Wie seine Westentasche kennt Issachar Dror die Armenviertel im Süden Tel Avivs und mit ihnen die Vielzahl der Projekte der jüdischen Wohlfahrtsorganisation Jaffa Institute - von den Versöhnungsprogrammen mit arabischen und jüdischen Kindern bis zu den Hausbesuchen bei bedürftigen alten Menschen. Als Projektentwickler und -koordinator steht Issachar Dror immer unmittelbar im Kontakt mit der Basis. 

"Es sind nun schon 24 wunderbare Jahre, in denen ich dem Jaffa Institute verbunden bin", erzählt er. "Ich hatte bereits 1992 das Glück, mich als Freiwilliger in unserer Organisation zu engagieren, während ich noch als Sozialarbeiter und Organisator in einer Vorstadt von Tel Aviv angestellt war. Nach meinem Studium fand ich hier im Institute eine feste Bleibe - mit immer neuen Herausforderungen." Und die wurden im Lauf der Zeit beileibe nicht geringer.

Da gibt es das Stadtviertel, das binnen weniger Jahre zur Zufluchtsstätte afrikanischer Flüchtlinge geworden ist. Plötzlich sind in der Schule, in der das Jaffa Institute ein Friedensprojekt mit arabischen und jüdischen Kindern durchführt, ausschließlich Kinder von Flüchtlingen oder Arbeitsmigranten. Eine neue Aufgabe, der sich die Organisation nun in den Projekten für Migranten stellt. 
Da wächst die Not bei den alten Menschen - unter ihnen auch viele vereinsamte Holocaustüberlebende, die nun auf intensive Unterstützung angewiesen sind.
Da ist die immer wieder entfachte Feindschaft zwischen Arabern und Juden, die, wie zuletzt nach dem beiderseits mit harten Bandagen geführten Wahlkampf in Israel, jede zarte Annäherung in den Friedensprojekten erneut auf die Probe stellt.

Dror und seine Mitarbeiter/innen haben sensible Antennen für die sich permanent wandelnden Bedingungen und begegnen ihnen flexibel - mit gleichzeitig hohen professionellen Ansprüchen. Dabei hilft auch die enge Zusammenarbeit mit der Universität von Tel Aviv. 

"Das ist es auch was mich an meiner Arbeit fesselt. Die Lebensbedingungen ändern sich rasant und mit ihnen die Nöte und Probleme derer, die am unteren Rand der Gesellschaft stehen. Wir müssen uns stetig entwickeln und lernen, wir müssen die Probleme erkennen und auf die veränderten Bedürfnisse der Ärmsten eingehen. Und um die immensen  Probleme von Grund auf und dauerhaft zu lösen, arbeiten wir nicht nur unmittelbar als Sozialarbeiter, sondern verstehen uns auch als Lobby auf politischer Ebene, ob bei kommunalen oder staatlichen Behörden. 

Mein Ziel ist es, die Lebensqualität unterprivilegierter Menschen zu verbessern - egal welcher Herkunft oder Religion. Und dafür brauchen wir einen unerschütterlichen Glauben daran, dass Frieden möglich ist."

Oktober 2015