WeltAidsTag 2015

Rote Schleife für die Prävention

Gib Aids keine Chance!

Es ist eine beeindruckende Zahl: Um 38 Prozent sind global die HIV-Neuinfektionen seit dem Jahr 2000 zurückgegangen, wie die UNAIDS, die HIV-Organisation der Vereinten Nationen berichtet. Ein Erfolg? Ja und Nein. Denn während in dieser Periode breite Aufklärungskampagnen in den Industrienationen für einen Rückgang der Epidemie sorgten und vor allem auch das Infektionsrisiko über verunreinigte Injektionen gesenkt wurde, sind andernorts die Statistiken keinesfalls beruhigend. Und das Teilziel der Milleniums-Developement-Goals, dass bis 2015 die Ausbreitung von HIV / AIDS zum Stillstand gebracht werden sollte, ist mit dem Rückgang bei weitem nicht erreicht.

 2,1 Millionen Menschen stecken sich jedes Jahr mit dem Virus an, allein in Afrika südlich der Sahara haben sich in den beiden letzten Jahren 1,5 Millionen Menschen infiziert. Damit stieg die Rate HIV-Positiver in diesen Ländern auf 24,7 Millionen Menschen. Erschreckend hoch ist auch die Ansteckungszahl der Neugeborenen, die den Virus bereits mit der Geburt oder in der Stillzeit in sich tragen: Jährlich zählt die WHO 240.000 neu infizierte Säuglinge.

Gestiegen sind die Infektionsraten aber auch in vielen osteuropäischen Ländern. Hier geht die Ausbreitung mit vermehrtem Drogenkonsum und der verfehlten Drogenpolitik einher. Noch immer gelten verunreinigtes und geteiltes Spritzbesteck als hauptsächlicher Übertragungsweg, der in mehr als der Hälfte aller Fälle als Ansteckungsursache angegeben wird.

Weltweit leben etwa 35 Millionen Menschen mit dem Virus. Nur 37 Prozent der Infizierten haben Zugang zu den lebensrettenden antiretroviralen Medikamenten. Seit dem Ausbruch der Krankheit 1981 sind 39 Millionen an AIDS gestorben.

Von Entwarnung kann also keine Rede sein. Nur durch Prävention, Aufklärung, dem verbesserten Zugang zu bezahlbaren antiretroviralen Medikamenten durch die Aufhebung der Patentrechte und einer umfassend guten medizinischen Versorgung kann dieser Trend langfristig gestoppt werden.

Caritas international fördert seit Jahrzehnten die Integration der HIV-Prävention in bestehende soziale Projekte: In der Hilfe für Drogenabhängige, in der Hauskrankenpflege, der Jugendarbeit und der medizinischen Basisversorgung.

Monika Hoffmann, November 2015