Ostafrika

Dossier

Hungerkrise in Ostafrika

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Kampf gegen den Hunger

Es ist schwer, bei der Beschreibung der Situation im Osten Afrikas nicht gewaltige Worte zu wählen, die man grundsätzlich nur mit Bedacht einsetzen sollte. Und doch ist die Lage in Ländern wie dem Südsudan, dem Norden Kenias und dem Süden Äthiopiens in diesen Tagen mit anderen Worten als "fatal" oder "verheerend" nicht ansatzweise realistisch beschrieben.

Hungerkrise in OstafrikaIm Norden Kenias hat es seit Monaten nicht mehr geregnet. Foto: Bente Stachowske

Allein in Kenia und dem Südsudan haben nach Zahlen der Vereinten Nationen sieben Millionen Menschen nicht ausreichend zu essen. Hunderttausende im Osten des afrikanischen Kontinents sind vom Hungertod bedroht. Kinder und alte Menschen leiden besonders unter der Nahrungsmittelknappheit, auch Wasser ist zu einem wahren Luxusgut geworden. Caritas international arbeitet schon seit vielen Jahren mit seinen Partnern in der Region zusammen. Gemeinsam wird versucht, die Menschen in der Region dabei zu unterstützen, sich auf die langen Trockenperioden vorzubereiten.

Allein mit den langfristigen Projekten werden die Partner in der Region aktuell mit fast drei Millionen Euro unterstützt.

Hilfe wird ausgebaut

Talaso WotosEine Nomadin mit ihrer kleinen Viehherde.Foto: Bente Stachowske

In der Region Marsabit County, im Norden von Kenia, betreibt der lokale Partner Pacida Projekte zur Katastrophenvorsorge. Mit Hilfe von Caritas international konnten etwa Wassertanks gebaut werden, die den kostbaren Regen für schlechte Zeiten speichern. Im Südsudan werden die Menschen unter anderem beim Aufbau einer Subsistenzwirtschaft unterstützt. Mit einfachem Feldgerät und dem richtigen Saatgut sind sie in der Lage, ihre Felder zu bewässern und zu bepflanzen. Auch Nutztiere verteilen die Partner an die Bedürftigen. Ähnliche Projekte gibt es in mehreren Regionen Äthiopiens.

Durch die Zuspitzung der Krise wurde neben den mittel- und langfristig angelegten Projekten auch unverzüglich die Soforthilfe ausgebaut. In einem ersten Schritt sicherte Caritas international seinen Partnern vor Ort 700.000 Euro für Soforthilfemaßnahmen zu.

Derzeit sind es noch rund zwei bis drei Monate bis zur nächsten Regenzeit - so jedenfalls die Prognosen. Eine Zeit, die in diesen Breiten alles andere als eine Zeit der Erlösung ist. Denn wenn es in diesem Teil der Welt doch einmal regnet, kommt es regelmäßig zu schweren Überflutungen, da die ausgezehrten, trockenen Böden das Wasser kaum speichern können. So kommt es vor, dass etwa Ziegen, die kurz zuvor noch schwerlich eine Tränke fanden, in den Fluten ertrinken.

Caritas international wird das Engagement in der Region mit Blick auf die aktuelle Hungersnot aber auch die langfristigen Folgen permanenter Dürreszenarien weiter ausbauen - und ist dabei dringend auf Spenden angewiesen.

Februar 2017