Wasser

Dossier

Wasserzugang für alle!

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Hintergrund

Sanitärversorung und Hygiene

Schüler waschen sich die HändeSanitäreinrichtung der Schule Tiigo in der dürreanfälliger Regionen in Nordkenia in der Region Marsabit Bente Stachowske

Trotz des großen Fortschritts, der beim Zugang zu Wasser in einigen Teilen der Welt in den vergangenen Jahren erreicht wurde, haben immer noch  663 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Vereinten Nationen schätzen gar, dass die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser von heute über einer Milliarde auf über zwei Milliarden im Jahr 2025 ansteigen. Auch muss derzeit mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung ohne ausreichende sanitäre Grundversorgung auskommen - mit weitrechenden Folgen für ihre Gesundheit und Entwicklung. Der Weltwasserbericht 2017 sieht im Umgang mit der steigenden Abwasserproduktion bei gleichzeitig zunehmender Wasserknappheit eine der derzeit größten Herausforderungen

Insgesamt, so schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO, sind bis zu 80 Prozent aller Krankheiten in Entwicklungsländern auf eine unzureichende oder schlechte Wasserversorgung zurückzuführen. Eine nicht vorhandene Sanitäranlage führt zu schlechten hygienischen Bedingungen, im schlimmsten Fall sogar dazu, dass Trinkwasser durch nicht entsorgtes Abwasser verunreinigt wird. Umgekehrt kann erst durch die Bereitstellung von ausreichend sauberem Wasser auch die Voraussetzung für eine krankheitsverringernde Hygiene geschaffen werden. Der oft faktische Zusammenhang von fehlender Wasserverfügbarkeit, schlechter Sanitärversorgung und mangelnder Hygiene macht es nötig, diese Bereiche zusammen anzugehen.

Dafür steht der Dreiklang Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) in der Humanitären Hilfe und Entwicklungsarbeit. Die drei eng miteinander verbundenen Sektoren müssen mit dem Ziel einer verbesserten Gesundheit gemeinsam in den Blick genommen werden. Denn laut Weltgesundheitsorganisation sind unzureichende WASH-Bedingungen immer noch verantwortlich für jährlich 2,4 Millionen Todesfälle. Dazu zählen vor allem auch die bei Kindern oft tödlich verlaufenden Durchfallerkrankungen.


Der Bedarf steigt

Weltweit sind noch immer über eine Milliarde Menschen gezwungen, ihre Notdurft im Freien zu verrichten - vor allem für die im Zuge fortschreitender Urbanisierung wachsende Bevölkerung in informellen Slums stellen als Toiletten gebrauchte offene Kanäle oder sogenannte "flying toilets" (in Plastiktüten entsorgte Exkremente) ein enormes Gesundheitsrisiko dar. Mit einer größer werdenden Zahl an Gewaltkonflikten steigt auch die Zahl der Binnenvertriebenen und Flüchtlinge, die während oder nach ihrer Flucht mit einer unzureichenden oder gar nicht vorhandenen Wasser- und Sanitärversorgung konfrontiert sind.