Dossier

Kolumbien

Basta ya! - Kolumbiens Krieg

Basta ya!

Kolumbiens Krieg

Mit bisherigen Feinden in einen Dialog treten

Bischof Héctor Fabio Henao Gaviria, Direktor der Caritas KolumbienBischof Héctor Fabio Henao Gaviria, Direktor der Caritas Kolumbien

Msgr. Henao, sind Sie optimistisch, dass der formal in Havanna vereinbarte Frieden auch wirklich bewahrt werden kann?

Wir sind hoffnungsvoll, dass die Friedensvereinbarungen auch umgesetzt werden können. Aber wir müssen realistisch bleiben: Kolumbien ist geprägt durch die Präsenz bewaffneter Gruppen, die außerhalb des Gesetzes agieren, wovon zweifellos die Farc die bekannteste ist. Ein mögliches Szenario, das Sorge macht, ist, dass diese Gruppen einen neuen Kampf beginnen, um die Gebiete zu erobern, in denen die Guerilla sich demobilisiert.

Was muss getan werden, um die Probleme auf dem Weg zum Frieden zu lösen?

Der Weg zum Frieden führt vor allem über die Comunidades, die Gemeinden, die vom bewaffneten Kampf betroffen sind. Seit mehr als 50 Jahren kennen sie keine andere Realität. Der Friedensprozess soll durch internationale Beobachter überwacht werden. Das wird nicht funktionieren, wenn nicht auch die Gemeinden ihn überwachen. Er wird in dem Maße erfolgreich sein, in dem er die Gemeinden als diejenigen einbezieht, die die Vereinbarungen umsetzen.

Welche Aufgaben hat die Caritas in diesem Prozess?

Für die Zeit nach dem Konflikt haben wir uns eine Reihe von Aufgaben gestellt. Erstens geht es um Schutz. Auf dem Land werden wir viel zu tun haben, um die Bevölkerung und verletzliche Gruppen zu schützen. Zweitens geht es um Stärkung der Gemeinden. Wir denken vor allem an diejenigen, die besonders von dem bewaffneten Konflikt betroffen sind und daher stärker bei der Umsetzung einzubinden sind. Drittens geht es um soziale Kohäsion. Das bedeutet, den internen Dialog – die Fähigkeit zu gewaltfreier Konfliktlösung innerhalb der Gemeinde – zu stärken, aber auch die Fähigkeit, in einen Dialog mit Gruppen einzutreten, die bislang als Feinde angesehen wurden.

Das ausführliche Interview können Sie im Dossier "Basta ya! - Kolumbiens Krieg" nachlesen.