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Afrika

Flucht und Migration

Transitregion Maghreb

Algerien: Ein Ort des Friedens

eine Guppe von Minderjährigen beim EssenAlgier: Minderjährige Flüchtlinge auf dem Weg nach EuropaCaritas Internationalis

In der algerischen Stadt Algier hat es sich unter den Flüchtlingen und Migranten inzwischen herumgesprochen: Die Caritas hat für besonders Bedürftige wie alleinstehende Frauen, Kinder, kranke Menschen und Personen in extremen Notlagen ein offenes Ohr. Ähnlich wie auch in der mauretanischen Stadt Nouadhibou, im marokkanischen Tanger und in der Stadt Gao in Mali fördert Caritas international auch hier Betreuungszentren für westafrikanische Migranten.

In dem Migrationszentrum mit dem Namen  Dar Essalam finden sie einen Schutzraum und können Menschen treffen, die ihnen zuhören, ihre Sorgen ernst nehmen, und die sie beraten. Sie finden Gleichgesinnte in einer Atmosphäre des gegenseitigen Respekts.

Seit Dezember 2017 finanziert Caritas international zudem ein Projekt zur Betreuung von subsaharischen Migranten und Migrantinnen in Algier. Im Stadtteil El Harrach wurde ein Haus für besonders schutzbedürftige Migrantinnen eröffnet. Zielgruppe sind u.a. alleinstehende schwangere Frauen und Mädchen, Vergewaltigungsopfer und Schwerkranke. Insgesamt werden nach Renovierungsarbeiten bis zu fünfzehn Plätze in diesem Haus vorhanden sein.

Im Osten der Stadt Algier befindet sich eine Pfarrei im Stadtteil Bordj el Kiffan. Hier leben viele Migranten und Migrantinnen und die Pfarrei hat sich zu einem Zentrum für ihre Betreuung entwickelt. Durch die Finanzierung seitens Caritas international kann Caritas Algier jetzt kontinuierlich und strukturiert arbeiten.

Die persönlichen Notlagen der Hilfe suchenden Migranten und Migrantinnen sind sehr unterschiedlich. Entsprechend angemessen und vielfältig ist das Angebot der Hilfe: Mal werden dringend benötigte medizinische Behandlungskosten übernommen. Einige nehmen Rückkehrhilfen in die Heimatländer an, inbesondere, wenn schwere Traumata oder Krankheit von Angehörigen für eine Rückkehr sprechen. Und diejenigen, die in Algerien bleiben wollen, erörtern, welche Starthilfen für eine Erwerbstätigkeit möglich sind.

Zwischenstationen für das Leben nutzen

Die Sozialarbeiter des Betreuungszentrums fördern die persönlichen und beruflichen Fähigkeiten der betreuten Migranten und erarbeiten mit ihnen gemeinsam Wege der Integration in die algerische Gesellschaft. Denn wer an seinem Ort des Aufenthaltes selbst aktiv etwas tun und arbeiten kann, fühlt sich auch als Mensch akzeptiert. Die Geflüchteten und Migranten suchen und brauchen eine Atmosphäre und eine Chance, in der sie ihr Wissen und ihre Fähigkeiten einbringen können. Ein Werkzeugkasten oder eine Nähmaschine eröffnet hier eine Zukunftsperspektive. Das Zentrum Dar Essalam bietet zudem Sprachkurse und berufliche Fortbildungskurse an.

Neben der flüchtlingssolidarischen Arbeit in der Praxis wendet sich die Caritas Algerien auch an die algerische Gesellschaft: Mit Broschüren sensibilisiert sie für die Probleme und die Rechte der Migranten.

August 2018