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Afrika

Krisen und Konflikte

Kongo: Hilfe für Opfer der Konflikte

Kongo: Übersicht - Hilfen der Caritas

holprige Straße voller Schlaglöcher in der region Kasai-OrientalDer Weg bis in die Krisenregion ist voller Hindernisse - doch die Menschen brauchen Hilfe. Caritas internationalis

In zehn von 26 Provinzen der Demokratischen Republik Kongo kämpfen mehr als 70 bewaffnete Gruppen um Einfluss und Macht. Täglich ändern sich die Frontverläufe, vierteljährlich entstehen derzeit neue Krisenherde. Die Folgen erschüttern: 13 Millionen Menschen sind mittlerweile auf humanitäre Hilfe angewiesen. Vier Millionen Menschen mussten aufgrund der Gewalt ihre Heimat verlassen und sind innerhalb des Kongo auf der Flucht. Das sind so viele wie in keinem anderen afrikanischen Land. Und 2,2 Millionen Menschen sind stark unterernährt.

Seit Monaten warnen Experten eindringlich, dass in der Demokratischen Republik Kongo schnell gehandelt werden müsse, wenn ein massenhaftes Sterben beendet werden soll. Bislang sind die Warnungen ungehört verhallt. Jetzt richten sich die Hoffnungen auf den 13. April 2018, wenn in Genf die erste UN-Geberkonferenz für die Demokratische Republik Kongo stattfindet. Um die dringendsten humanitären Bedarfe decken zu können werden nach Angaben der Vereinten Nationen 1,7 Milliarden Dollar benötigt.

Die Menschen brauchen unsere Hilfe. Caritas steht den Menschen im Kongo in vielerorts mit vielfältigen Hilfen zur Seite - hier einige aktuelle Projekte in der Übersicht:

Equateur, Flüchtlinge

Den Kongo verlassen nicht nur viele Menschen, 746.000 im Jahr 2017. Es fliehen auch viele Menschen in den Kongo: 540.000. Caritas international hat deshalb zum Beispiel im Nordwesten des Landes für die Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik Hilfen organisiert. Zehntausende flohen seit 2013 vor der Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik in den entlegenen Nordwesten des Kongo. Die Ernährungslage ist besorgniserregend, auch für die aufnehmenden Gemeinden. In der Diözese Molegbe unterstützt die Caritas 6.750 Familien, Nahrungsmittel anzubauen und wieder Fuß zu fassen. Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt unterstützt.

Außerdem unterstützt Caritas weitere 5.000 Familien in der Region mit längerfristiger Hilfe, ihre Ernährungslage zu verbessern. Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit unterstützt. Die Projekte ergänzen sich gegenseitig, die nachhaltig angelegte Entwicklungsarbeit ging aus akuter Nothilfe hervor und zeigt die große Bedeutung der Kombination von Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit in einem Land, das allzu oft unter einseitigen Kategorisierungen leidet.

Nord-Kivu, Binnenvertriebene

Caritas international unterstützt 27.500 Menschen, die im Osten des Landes aufgrund der gewaltsamen Konflikte als Vertriebene im eigenen Land leben müssen. Nahrungsmittel sind dabei das wichtigste Hilfsgut. Dank Saatgut bewirtschaften ehemals Vertriebene, die wieder in ihre Dörfer zurückkehren, nun wieder das Land. Durch lokale Landwirtschaftstechniker werden sie dabei technisch begleitet hinsichtlich nachhaltiger landwirtschaftlicher Anbautechniken und Viehzucht.  Durch Sanierung der zerstörten Infrastruktur wie Straßen und Brücken sowie der Bau von Schulen und Gesundheitszentren verbessert sich für die Bevölkerung der Zugang zu Bildung, Gesundheit und Märkten.  Unterstützt wird die Hilfe vom Auswärtigen Amt.

Nord-Kivu, Kindersoldaten

Die Caritas Goma wirbt seit mehr als 15 Jahren Kindersoldaten aus den verschiedenen Armeen und Milizen in der Konfliktregion ab, versorgt sie medizinisch und psychologisch, gibt ihnen zu essen und unterrichtet sie, um ihnen neue Lebensperspektiven zu bieten. Zum einen geht es darum, die Kinder wieder ins zivile Leben zu ihren Familien zurück zu führen. Zum anderen wird die Bevölkerung, lokale Gemeinden ebenso wie staatliche Autoritäten, für Kinderrechte sensibilisiert. Auf diesem Wege wird der Druck auf die Milizenführer erhöht, die als Soldaten zwangsrekrutierten Kinder frei zu geben. Fast 10.000 Kindersoldaten konnten von der Caritas im Ostkongo seit Beginn der Hilfsprojekte befreit, demobilisiert oder in die Gesellschaft wieder integriert werden.

Kisangani, Trinkwasser

30 Millionen Einwohner haben im Kongo keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 35 Millionen keinen Zugang zu der notwendigen Sanitärversorgung. Deshalb kommt es immer wieder zu  Ausbrüchen von Cholera-Ausbrüchen. Außer Cholera führt die schlechte Versorgung mit Trinkwasser und sanitären Anlagen auch zur Verbreitung weiterer wassergebundener Krankheiten, was vor allem für Kleinkinder lebensgefährlich ist. Caritas und katholische Kirche betreiben 1491 Gesundheitszentren im ganzen Land. Gemeinsam mit den Vereinten Nationen und staatlichen Behörden unterstützt die Caritas Schulen und Gemeinden dabei, ihre Wasser- und Sanitärversorgung zu verbessern. Es wird u.a. über die Gefahren mangelnder Hygiene aufgeklärt, aber auch bei Quellfassungen konkret geholfen. Am Ende steht das Zertifikat als "Sauberes Dorf".

Kinshasa, Kinder in Gefängnissen

In Kinshasa kommen viele Kinder in Konflikt mit dem Gesetz und werden dann in der Regel in das städtische Zentralgefängnis Makala eingeliefert. Oft handelt es sich um Straßenkinder. Teilweise werden diese Kinder "vergessen", da sich niemand um den weiteren juristischen Prozess kümmert. Derzeit vegetieren auf diese Weise etwa 150 Kinder im Gefängnis Malaka dahin. Sofern es den Kindern gelingt, das Gefängnis irgendwann zu verlassen, haben sie in der Regel keine Zukunftsperspektiven. Sozialarbeiter und Ehrenamtliche nehmen die Kinder im Caritas-Projekt nun an die Hand und erarbeiten mit ihnen einen Zukunftsplan. Die Jungen und Mädchen werden aus dem Gefängnis geholt und in das Schulsystem eingegliedert oder in einen handwerklichen Beruf vermittelt.

April 2018