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Afrika

Krisen und Konflikte

Südsudan: Überleben ohne Staat

Soforthilfe für zivile Opfer in Tombura-Yambio

Frau mit Kind bei der RegistrierungDie Aufnahme zahlreicher Verwundeter im Krankenhaus von Yambio führt zu langen Wartezeiten.Catholic Diocese of Tombura-Yambio

In der Region Yambio befindet sich das Ausmaß der gewaltsamen Konflikte, die Zahl an hilfeabhängigen Menschen und die Dimension des wirtschaftlichen Zusammenbruchs auf einem Höchststand seit Beginn dieser Krise im Südsudan.

Letzten Dezember wurden Regierungstruppen der SPLA auf der Strecke zwischen Yambio und Ibba von einer Rebellengruppierung attackiert. Die in den darauffolgenden Tagen stattfindenden Vergeltungsschläge hatten zahlreiche Zivilisten zum Opfer. Viele Menschen wurden im Kreuzfeuer oder bewusst getötet, Siedlungen gemäß Augenzeugen organisiert geplündert und abgebrannt. Vor allem entlang der Fluchtstrecke der Milizen kam es zu zahlreichen brutalen Überfällen und Tötungen der Zivilbevölkerung. Die am stärksten betroffenen Dörfer sind Yapuku, Bazumburu, Gitikiri, Rii-Bodo, Bazungua, Rii-menze und Bangasu.

Tausende sind inzwischen aus Angst vor weiteren Übergriffen geflohen; andere, weil ihre Häuser geplündert oder abgefackelt wurden und sie nun ohne Vorräte keine Mahlzeiten mehr zubereiten können.  Sie haben auf Kirchen und Schulgeländen Zuflucht gesucht. Viele beklagen den Tod von Familienmitgliedern. 60.000 Menschen sind direkt betroffen.

Allein in der Grundschule von Nabima halten sich derzeit rund 4.000 Menschen auf. Hier werden die Vertriebenen von den lokal anwesenden Hilfswerken registriert. Auch die Partnerorganisation von Caritas international vor Ort, die Katholische Diözese Tombura-Yambio (CDTY), nimmt sich der Vertriebenen an und leistet direkt Hilfe. Verteilt werden derzeit Kochgeschirr und Decken sowie Planen.

Menschen sitzen auf einer Mauer und wartenAuf dem Schulgelände von Yambio warten Hilfsbedürftige - oft ganze Familien - auf ihre Registrierung.Catholic Diocese of Tombura-Yambio

Erschöpft auf der Flucht

Nach wie vor kommen Menschen in die Schule Nabima. Oft hatten sie Schutz in der Savanne gesucht und unter freiem Himmel übernachtet, ohne Essen, ohne Trinkwasser. Viele Personen, insbesondere Kinder, zeigen Anzeichen von schwerer Erschöpfung und Unterernährung. "Wasserversorgung und Hygienemanagement werden zunehmend problematisch. Der Gesundheitszustand der Menschen verschlechtert sich täglich, vor allem aufgrund des Nahrungsmangels", berichten Mitarbeiter der Diözese.

Dank des gut ausgebildeten Personals der Diözese kann die Caritas schnell die Bedürftigsten und verwundbarsten Haushalte mit dem Nötigsten unterstützen. Bis Dezember 2016 konnten 700 besonders benachteiligte Haushalten mit Nahrungsmitteln und Hilfsgütern versorgt werden, nun sind es nochmals weitere 300 Haushalte - das sind zusammen rund 5.000 Personen.

Sie erhalten Nahrungsmittel wie Maimehl, Bohnen, Speiseöl, Zucker und Salz. Zudem sind Zeltplanen, Decken, Essgeschirr und Matratzen in dem Nothilfeplan enthalten. So wurde der erste aktute Bedarf gemeinsam mit der Katholischen Diözese mit elementaren Nahrungsmitteln und Hilfsgütern überbrückt. Von April 2017 bis März 2018 werden 280.000 Euro in Tombura-Yambio für die Bedürftigen zur Verfügung gestellt.

Juni 2017