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Asien

Katastrophenhilfe

Indien: Hilfe nach Jahrhundertflut

Erstversorgung und Unterstützung beim Wiederaufbau

Menschen bei einer VerteilungDie Menschen sind froh über jede Hilfe: Hier bei einer Verteilung der lokalen Caritas.Foto: Caritas Indien

„Lebensmittel, Trinkwasser und Hygieneartikel werden im Moment am Dringendsten benötigt“, erklärt Peter Seidel, verantwortlich für Hilfsprojekte in Indien bei Caritas international. Gemeinsam mit Caritas Indien leistet die Abteilung des Deutschen Caritasverbandes Nothilfe und Unterstützung beim Wiederaufbau im Bundesstaat Kerala. Die Hilfe kommt vor allem Minderheiten wie Kastenlosen, Muslimen und Menschen in abgelegenen Bergregionen zugute. Zwar setzen die Regierung und nichtstaatliche Organisationen umfassende Hilfsprogramme um, die Minderheiten profitieren jedoch davon oft nicht. Sie haben die Hilfe aber am dringendsten nötig, ihre einfachen Hütten und Häuser aus Lehm und Wellblech wurden von den Fluten weggerissen, ihr weniges Hab und Gut ist verloren.

In der Erstversorgung erhalten die Menschen Nahrungsmittel, Medikamente und Hygienekits. Außerdem werden mit dem Einsatz von Wasserfiltern die Zugänge zu sauberem Trinkwasser wiederhergestellt, Sanitäreinrichtungen instand gesetzt. Begleitend erhält die Bevökerung Informatioenn über korrekte Hygiene. Mit Werkzeugen und Material versorgt, können die Familien in Eigeninitiative ihre Hütten und Häuser reparieren. Bauern erhalten Saatgut und Material, damit sie die Felder neu bestellen können. Denn Ziel ist es, langfristig die Ernährung der Menschen zu sichern.

Vorsorgeprogramme zeigen Wirkung

Seit Jahren ist Caritas international mit Projekten vor Ort, und die umgesetzten Katastrophenvorsorgeprogramme zeigen positive Wirkung: Die Zahl der Menschen, die bei den Katastrophen ihr Leben verlieren, hat sich im letzten Jahrzehnt erheblich reduziert. Die materiellen Schäden bleiben jedoch weiterhin hoch. 2017 waren über 45 Millionen Menschen in Südasien von den Überschwemmungen betroffen, in Indien waren es allein rund zehn Millionen Menschen, die ihr Zuhause, ihre Existenzgrundlage, ihre Ernten oder ihr Vieh verloren.

Zur Situation

Jedes Jahr führt der Monsun in Südasien zu teilweise schwersten Überschwemmungen. Im August 2018 war Indien mit dem Bundesstaat Kerala besonders stark betroffen. Sintflutartiger Dauerregen ließ Flüsse über die Ufer treten und Staudämme mussten geöffnet werden, damit sie nicht brechen. Einige Regionen in Kerala waren mit bis zu 90 Prozent mehr Niederschlagsmenge konfrontiert als überlicherweise. An steilen Berghängen kam es zu Erdrutschen, die ganze Dörfer mit sich rissen. Über 500 Menschen verloren bei der Katastrophe ihr Leben, mehr als 10.000 Häuser sind völlig zerstört, 220.000 Menschen wurden obdachlos und über 60.000 Hektar Ackerfläche sind überflutet.Insgesamt sind 23 Millionen Menschen betroffen.

 

November 2018