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Asien

Rechte für Kinder

Indonesien: Schutz vor Gewalt und Menschenhandel

Ein junges Mädchen hält ein Baby in die LuftDie 14-jährige Pali Palue mit ihrer Tochter Monika im TrukF-Schutzhaus.Caritas international / Holger Vieth

Die Provinz Nusa Tenggara Timur mit der Insel Flores im Osten Indonesiens ist eine arme und strukturschwache Region, die von der Zentralregierung auf Java massiv vernachlässigt wird.

Mangelnde Perspektiven und Armut bilden einen Nährboden für Gewalt, Menschenhandel und Arbeitsmigration. So werden mit semilegalen und illegalen Methoden die Menschen für schlecht bezahlte und oft gesundheitsschädliche Arbeiten angeworben, etwa auf Palmölplantagen in Sumatra oder Malaysia. Umgekehrt werden Mädchen und junge Frauen unter Vortäuschung falscher Tatsachen nach Flores gelockt, wo sie letztendlich in Diskotheken und Bars arbeiten, dort Prostitution und sexueller Gewalt ausgesetzt sind.

Die Perspektivenlosigkeit zieht einen hohen Alkoholkonsum nach sich, was oft zu (häuslicher) Gewalt an Frauen und Kindern führt. Laut Statistiken des Bezirks Sikka auf Flores gehören häusliche und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Frauen zu den häufigsten Verbrechen. TrukF, als langjähriger Partner von Caritas international, verzeichnete zwischen 2013 und 2015 insgesamt 567 derartiger Fälle.

Durch Prostitution, Arbeitsmigration und mangelnde Aufklärung verbreiten sich rasant Krankheiten wie HIV/Aids, oft sind es dann die Arbeitsmigranten, die den Virus einschleppen und Zuhause unbewusst an ihre Frauen weitergeben.

Seit 2000 betreut TrukF auf Flores Opfer von häuslicher Gewalt und sexueller Gewalt und geht mit konkreten Projekten gegen Menschenhandel vor. Gemeinsam mit Angehörigen, Behörden und Schulen sorgt die Organisation zudem für eine Sensibilisierung zum Thema, für Aufklärung und Lobbyarbeit.

März 2018