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Asien

Katastrophenhilfe

Japan: Erdbeben und Atomkatastrophe

Zertrümmerte Straßen, Häuser und AutosBilder der Verwüstung.R. Würkner / Caritas international

Am 11. März 2011 ereignete sich vor der Küste Japans ein Erdbeben der Stärke 9,0, das einen Tsunami auslöste, der die Ostküste auf 700 Kilometer Länge verwüstete. Betroffen waren auch die Atomanlagen von Fukushima. In mehreren Reaktoren kam es zu Kernschmelzen, die eine hochgradige atomare Verseuchung in einem Radius von rund 40 Kilometern verursachten. Die Zahl der Toten liegt nach Behördenangaben bei mehr als 20.000, 470.000 Menschen wurden obdachlos.

Sieben Jahre später

Heute, sieben Jahre später, zeigt sich die Nordwestküste Japans dünn besiedelt. Von den Trümmern, die lange das Bild der schwer getroffenen Küstenregion prägten, ist auf den ersten Blick nur noch wenig zu sehen. Die Räumfahrzeuge haben ganze Arbeit geleistet. Vereinzelte Gebäude stehen verloren im Niemandsland, dafür dominieren Betonmauern, die vor künftigen Tsunamis schützen sollen, die Landschaft. Immer wieder trifft man auf Gedenkstätten, an denen Menschen, die bei der Katastrophe Angehörige verloren haben, Blumen niederlegen.

Zwei Frauen vor einer GedenkstätteGedenkstätte vor einem Kindergarten, in dem viele Kinder in den Fluten starben.Caritas international

Von einigen Städten wie Ishinomaki, Minami-Sanriku oder Natori ist buchstäblich nichts übriggeblieben. Der Tsunami hat sie völlig ausgelöscht. Diese Städte sollen und dürfen oft nicht mehr am gleichen Ort aufgebaut werden. Um sie vor einem eventuellen neuen Tusnami besser zu schützen, wird im Hinterland neues Gelände für sie erschlossen.

Der Wiederaufbau der Städte zieht sich hin, Bauland und Bauarbeiter sind rar und die behördlichen Hürden wie auch die Preise für Baustoffe sind hoch.

Hunderttausende in Übergangsunterkünften

Mitte 2017 lebten noch mehr als 123.000 Menschen in behelfsmäßigen Containersiedlungen, in Übergangsbehausungen, bei Freunden oder Familienmitgliedern. Allein in Fukushima sind es 80.000, die nicht nach Hause kehren können oder wollen. Viele haben die Region für immer verlassen. Bei den Jungen ist die Sorge vor der Verstrahlung groß, die Alten haben oft resigniert. An eine Rückkehr, einen Wiederaufbau im unmittelbaren Umfeld denkt hier kaum jemand mehr.

Die meisten Bewohner sind verunsichert und  meiden landwirtschaftliche Produkte aus der Region. Die Waren werden zwar von Regierungsstellen auf ihren radioaktiven Gehalt hin untersucht, allerdings werden die exakten Messwerte nicht kommuniziert, was nicht zum Vertrauen in der Bevölkerung beiträgt. Das in Tokio sitzende unabhängige Bürger-Atom-Informationszentrum "Citizens' Nuclear Information Center" (CNIC) bezweifelt auch die offiziellen Messwerte der Verstrahlung der Luft und des Bodens in der Region Fukushima.

Juni 2018