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Asien

Katastrophenhilfe

Nepal: Hilfen nach dem Erdbeben

Mann sammelt ZiegelsteineDer 90-jährige Fathabahadur in den Trümmern seines Haues.Stefan Teplan

Auch drei Jahre nach der verheerenden Erdbebenkatastrophe bleibt in Nepal viel zu tun: Viele Menschen, die im April 2015 von einer Sekunde auf die andere obdachlos wurden, haben bis heute keine feste Bleibe. Die Wiederaufbauhilfe steht insbesondere in den abgelegenen Bergregionen vor großen logistischen Herausforderungen. Und die Absprachen der Hilfswerke mit den nepalesischen Behörden erfordern Expertise auf allen Seiten, um einen professionellen Wiederaufbau zu gewährleisten.

Anfällig für Krisen

Eine humanitäre Katastrophe wie das Erdbeben macht die Menschen anfälliger für persönliche und gesellschaftliche Krisen. So wurden mit dem Beben von 2015 nicht nur eine halbe Million Häuser zerstört. Auch gingen zahlreiche Getreidespeicher, wichtig für die Ernährung tausender Familien, verloren. Vielen, die von der Landwirtschaft leben, fehlte die Kraft und das Saatgur, um die Felder zur Regenzeit zu bestellen. Entsprechend fielen die letzten Ernten knapp aus und die finanzielle Lage der Familien ist äußerst angespannt.

Wer arm ist, ist verwundbar

Wie so oft hat die Erdbebenkatastrophe auch eine soziale Dimension: Vor allem die Ziegelhäuser der armen Bevölkerung und billige mehrstöckige Wohnhäuser wurden zerstört. Zu den Bedürftigsten unter der armen Bevölkerung gehören oft Frauen, die alleine ihre Familien versorgen, weil ihre Männer als Arbeitsmigranten im Tiefland oder in Indien tätig sind. Ältere und chronisch kranke Menschen sind auch drei Jahre nach dem Beben auf Notunterkünfte und medizinische Versorgung angewiesen, da sie aus eigener Kraft ihren Alltag kaum mehr organisieren können.

Zudem wird der Alltag der Menschen wird durch Folgekatastrophen erschwert, oft werden sie dabei in ihren Bemühungen zurückgeworfen. Im Juli 2016 und im August 2017 kam es zu schweren Überschwemmungen durch den Monsun, ganze Dörfer wurden dabei weggerissen. Der Monsun richtet zwar jedes Jahr massive Schäden an, doch haben viele Berghänge durch das Beben 2015 an Stabilität eingebüßt. Um so heftiger waren die Folgen beim letzten Monsun.

Dringendste Maßnahmen

Dämme, die gebrochen sind, müssen repariert werden, um die Trinkwasserversorgung zu gewährleisten. Berghänge, die von Erdrutschen erfasst wurden, benötigen eine Aufforstung. Bis der Alltag wieder reibungslos funktioniert, müssen große Aufgaben bewältigt werden: ob der Bau von Straßen, Wiederaufbau von Schulgebäuden oder öffentlichen Einrichtungen. Das Erdbeben von 2015 hat gezeigt, dass eine erdbebensichere Bauweise viel Leid hätte verhindern können. Insofern geht es beim Wiederaufbau nicht allein darum, den alten Zustand herzustellen.

April 2018