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Asien

Konflikte und Krisen

Nordkorea: Engagiert gegen Krankheit und Not

Nordkorea: Impfprogramme und gesunde Ernährung

Caritas international ist in weiten Teilen Nordkoreas aktiv, unter anderem in der Gesundheitsversorgung. Die Hilfsaktionen werden mit lokalen staatlichen Stellen gemeinsam umgesetzt, das nordkoreanische Gesundheitsministerium ist dabei der lokale Partner.

4 Männer im GewächshausPrälat Dr. Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes, bei dem Besuch eines Gewächshauses in Nordkorea. Bis zu 30 Tonnen Obst und Gemüse werden jedes Jahr in den Caritas-Gewächshäusern geerntet.Foto: Caritas international

Gesunde Ernährung für Tuberkulose- und Hepatitis-Kranke

Eine gesunde, ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung ist Inhalt des Behandlungsplans bei Hepatitis- und Tuberkulose-Kranken. Caritas international versorgte in den vergangenen Jahren in verschiedenen Regionen Nordkoreas Gesundheitseinrichtungen mit proteinreicher Zusatznahrung und nahm technische und bauliche Verbesserungen vor. Insbesondere Tuberkulose-Kranke verbleiben mehrere Wochen oder gar Monate in den Einrichtungen. Da die Medikamente den Körper schwer belasten, ist für den Behandlungserfolg eine vollwertige, gesunde Ernährung notwendig. Mit der Bereitstellung von Solargewächshäusern wird nun das ganze Jahr über frisches Gemüse für die Versorgung der Kranken angebaut. Zusätzlich können in angrenzenden Räumen Pilze gezüchtet und Kleintiere gehalten werden. In den nächsten Jahren kommen weitere neue Gewächshäuser hinzu - bis 106 wurden 73 fertiggestellt, 2017 kommen weitere elf hinzu. Bei Überproduktionen wird ein Teil der Erträge auf lokalen Märkten verkauft oder eingetauscht. Der Erlös dient zum Unterhalt der Einrichtungen oder für den Kauf von Medikamenten.

Schulinder in einer Klasse bei der ImpfungImpfungen an einer Schule.Foto: Caritas international

Impfprogramme schützen Millionen Schulkinder

Damit es erst nicht zu Infektionen kommt, sind Präventionsmaßnahmen nötig wie Impfungen. Caritas international unterstützt das Gesundheitsministerium bei flächendeckenden Impfprogrammen.

Mit außerordentlich erfolgreichen Impfungen gegen Hepatitis B, Japanische Enzephalitis und Masern-Röteln werden landesweit Millionen Kinder zwischen 6 Monaten und 16 Jahren behandelt.

Damit kann der von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Impfstandard erreicht werden. Die Reihenimpfungen werden in Schulen, Kindergärten und Gesundheitszentren durchgeführt.

Labore und Ausbildungen

In allen elf Provinzen Nordkoreas wurden mit Hilfe von Caritas einfache medizinische Labore eingerichtet, die vor allem der Diagnose von Durchfallerkrankungen dienen. Bereitgestellt werden hier leicht zu bedienende Geräte sowie die nötigen Untersuchungsmaterialien. Eine deutsche Laborexpertin begleitet das Projekt und führte Ausbildungskurse für das lokale Personal durch. Regelmäßige Fortbildungskurse in Endoskopie, ebenfalls betreut von einem deutschen Experten, sowie Exposure-Programme in Deutschland für eingeladenes Fachpersonal aus Nordkorea setzen ein weiteres Gewicht auf die Ausbildung.

In Pjöngjang unterstützt Cartias international die Errichtung eines offenen Altenzentrums, es wurde letztes Jahr eröffnet. Dort widmet man sich den gesundheitlichen Problemen der Senioren und Seniorinnen und bietet soziale Aktivitäten an, zum Beispiel ein Café, Gesellschaftsspiele und Altensport. Auch ein Sprechzimmer für individuelle Beratung ist integriert. Ein Weiteres Seniorenzentrum mit Tagesstättenbetrieb und Kurzzeitplfegeplätzen in der Bezirksstadt Yonsa befindet sich in Bau, und zwei weitere Betriebe sind in der Planung.

Die Projekte der Caritas in Nordkorea werden seit 2013 vom Auswärtigen Amt (AA) - davor vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) - mitfinanziert. Caritas international ist es wichtig, ihren Teil zur Verbindung und Verständigung zwischen Nord- und Südkorea zu leisten.

Zur Situation

Nordkorea befindet sich nach wie vor in einer schwierigen, wirtschaftlichen Situation, die sich durch die Spannungen mit dem Süden nicht verbessert hat. Die Bevölkerung auf dem Land leidet vielfach unter einem Mangel an Waren des täglichen Bedarfs, und in den Schulen können die Kinder nicht mit ausreichender Nahrung versorgt werden. Für alte Menschen gibt es kaum staatliche Strukturen der Fürsorge. Pflegeeinrichtungen oder -dienste sind praktisch nicht vorhanden. Generell ist die Gesundheitsversorgung sehr lückenhaft, die medizinischen Infrastrukturen sind veraltet, die Ausbildungen mangelhaft, es fehlen Medikamente und Impfprogramme. Das führt unter anderem zur Verbreitung von Infektionskrankheiten wie Hepatitis und Tuberkulose. Zusätzlich wird das Land immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht, zuletzt im September 2016 mit Überschwemmungen in der Grenzregion im Nordwesten des Landes.

 

Mai 2017