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Europa

Rechte für Kinder

Armenien: Gemeinsam sind wir stark

Jugendsozialarbeit - eine Chance für „kleine Prinzen“

Die Hälfte der Menschen ist arbeitslos, fast genauso viele leben unterhalb der Armutsgrenze. Es gibt einfachere Orte zum Großwerden als der Ort Gyumri im Norden Armeniens - die ärmste Region in einem ohnehin schon bitterarmen Land.

Ein einfach gebautes HausBeinahe die Hälfte der Menschen im Norden Armeniens lebt unterhalb der Armutsgrenze. Viele können die zugigen Häuser, in denen sie leben, während der bitterkalten Winter nicht beheizen.Birgit Winterhalter / Caritas international

Zu Zeiten der Sowjetunion war Gyumri eine Industriehochburg. Doch wer heute durch die Straßen der Stadt streift, dem bieten verfallene Fabriken und verlassene Häuserzüge nur noch ein trostloses Bild. Vor beinahe 30 Jahren gab es ein schlimmes Erdbeben. Dass viele Menschen noch immer in den als Übergangslösung gedachten Wohncontainern leben ist kein Zufall, denn das Geld fehlt an allen Ecken und Enden. Auch um die zugigen, heruntergekommenen Wohnhäuser bei Temperaturen unter -30° Celsius im Winter beheizen zu können, fehlt vielen Bewohnern schlicht das nötige Geld. Im Winter liegt die Stadt daher oft unter einer Glocke beißenden Rauchs - die Menschen verbrennen alles, was brennbar ist, um wenigstens ein bisschen Wärme zu generieren.

Insgesamt vier "Little Prince-Zentren" als Zufluchtsort

Besonders die Kinder leiden unter der Armut in ihren Familien. In jeder dritten Familie fehlt zudem ein Elternteil, meistens der Vater, da dieser in Russland Geld zu verdienen versucht - und natürlich leiden die Kinder auch unter dieser Situation. Daher hat die Caritas in Gyumri und an drei weiteren Standorten Zentren für besonders benachteiligte Kinder und Jugendliche eröffnet. In diesen sogenannten "Little Prince-Zentren" erhalten die Kinder Unterstützung in Form von warmen Mahlzeiten, Medizin und Bildung, jedoch vor allem auch einen Zufluchtsort. Die meisten der Kinder, die in die Zentren kommen, brauchen auch psychologische Unterstützung.

Durch eine Ausbildung den Ausbruch schaffen

Sportliche AktivitätenTigran, 10 Jahre, kommt seit zwei Monaten zum "Little-Prince"-Zentrum. Das Training mit dem Sportlehrer nimmt er sehr ernst. So stark zu werden wie sein Trainer ist sein großes Ziel.Birgit Winterhalter/ Caritas international

Aus der Armutsspirale auszubrechen ist unter den Umständen, unter denen die Kinder leben, alles andere als einfach. Für die Chance, es später einmal besser zu haben, bieten die "Little Prince-Zentren" daher auch Ausbildungskurse an, beispielsweise im Bereich Friseurwesen oder Schneiderei. Die Geschäfte in der Umgebung haben mittlerweile erkannt, dass die Absolventen eine gute Grundlage für die Arbeit in ihrem Unternehmen mitbringen. Die Caritas-Mitarbeiter halten Kontakt zu den Unternehmen, die Jugendlichen eine Chance geben und schaffen so ein Netzwerk für die Zukunft der Kinder und Jugendlichen.

  

Caritas international engagiert sich im Rahmen von zwei Projekten in insgesamt vier "Little Prince-Zentren". Zwei Zentren werden dabei vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mitfinanziert.

Dezember 2017

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Caritas Armenien

Tigran Petrosyan