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Europa

Flucht und Migration

Italien: „Hotspot“ für Flüchtlinge

Italienische Familien nehmen Flüchtlinge auf

Europa erlebt derzeit eine der größten Flüchtlingsbewegungen der jüngeren Geschichte. Vor allem Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern wie Eritrea, Nigeria oder Ghana, aber auch Menschen aus Syrien, dem Irak oder Palästina setzen dabei in Süditalien erstmals einen Fuß auf europäischen Boden.

Portrait Suma und SalifoSuma und Salifo aus Gambia haben ihr erstes Weihnachtsfest in Europa inmitten einer italienischen Großfamilie verbracht.Jutta Müller / Caritas international

Die meisten haben dann bereits eine lebensgefährliche Überfahrt über das Mittelmeer hinter sich, viele wurden von italienischen oder europäischen Rettungsbooten vor dem Ertrinken gerettet. Wenn die Flüchtlinge an Land kommen, beispielsweise auf Lampedusa oder Sizilien, besitzen sie meistens nichts, außer dem, was sie am Körper tragen. Hilfsorganisationen bilden daher Freiwilligengruppen aus, die die ankommenden Menschen mit dem Nötigsten versorgen. Auch die Caritas konnte über 500 Flüchtlinge mit kleinen Hilfsgüterpaketen versorgen. Darin waren Hygieneartikel, Vesperpakete, Unterwäsche und Schuhe enthalten. Außerdem erhielten die Freiwilligen Trainings im Umgang mit den oftmals traumatisierten Flüchtlingen.

Ein leuchtendes Beispiel für Solidarität

Caritas international unterstützt zudem ein ganz besonderes Projekt in der Diözese Agrigento, zu der Lampedusa und Sizilien gehören. Hier helfen engagierte Italienerinnen und Italiener auf beeindruckende Art und Weise dabei, den Flüchtlingen bei der Integration in Italien zu helfen. Sie nehmen die Flüchtlinge in ihre Familien auf und tragen so wesentlich zur gesellschaftlichen Integration bei. Dabei berichten beide Seiten davon, wie viel sie voneinander lernen können.

Es ist ein beeindruckendes Zeichen von Gastfreundschaft, welches die aufnehmenden Familien an die Gesellschaft senden. Von der Caritas werden Sie bei ihrem Bemühen um eine stabile, bunte Gesellschaft und gelungene Integration so gut es geht unterstützt. So erhalten sie eine finanzielle Unterstützung für Lebensmittel und Kleidung für die aufgenommenen Flüchtlinge sowie Beratung und Unterstützung, wenn sie diese benötigen. Die Flüchtlinge erhalten zudem Sprachkurse, denn die gemeinsame Sprache ist eine Voraussetzung für ein gelungenes "Familienleben". Bislang nehmen fünf Gastfamilien an diesem Projekt teil. Angesichts der vielen Flüchtlinge ist es eine kleine Zahl - doch manchmal sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied machen.

Dezember 2016