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Lateinamerika

Rechte für Kinder

Argentinien: Kampf gegen Kinderhandel

Eine Frau hält ein Plakat, auf dem ein vermisstes Kind abgebildet ist.Eltern und AnwohnerInnen kämpfen um die entführten Kinder.Caritas international

In den strukturschwachen und zumeist ländlichen Regionen im Norden Argentiniens herrscht oftmals ein Klima der Gewalt. Die Gegend ist von Armut geprägt, hinzu kommen patriarchale Gefüge und Machtgefälle. Das ist der Boden, auf dem die organisierte Kriminalität mit Menschenhandel, Drogenschmuggel und sexueller Ausbeutung gedeihen kann.

Es fehlen einerseits umfassende Schutzmaßnahmen und andererseits Perspektiven. Zwar gibt es industrielle Großprojekte bei den Staudämmen und in der Erdölgewinnung, doch die dort arbeitende Bevölkerung wird hier zumeist als billige Arbeitskraft ausgebeutet. Der Mensch ist Objekt statt Subjekt, seine Rechte werden missachtet und gerade in diesen Gegenden sind Kriminalität und Gewalt besonders stark verbreitet. Hinzu kommt der Raubbau an der Natur durch eine schonungslose und unkontrollierte Gewinnung der Ressourcen und die industrielle Landwirtschaft, in der giftige Agrochemikalien eingesetzt werden. Leidtragende ist die Landbevölkerung, die in der Regel keine Chance hat, ihre Rechte einzufordern.

Gewalt in der Familie und insbesondere Misshandlung von Kindern und Frauen ist in den armen Bevölkerungsschichten häufig anzutreffen und wird oftmals von Generation zu Generation weitergetragen. Nicht selten werden so aus Opfern im späteren Leben Täter und Mitwisser. Um den Kreislauf von Gewalt und Armut wirkungsvoll durchbrechen zu können, bedarf es eines Schutzes und der Begleitung der Opfer sowie einer Sensibilisierung der ganzen Gesellschaft.

Die Stiftung Santa Teresa ist die einzige Organisation, die in der Provinz Corrientes Opfer von sexueller Gewalt, Missbrauch, Menschenhandel aber auch Opfer von Schädigungen durch die industrielle Landwirtschaft begleitet und für deren Rechte eintritt. Seit 2004 unterstützt Caritas international die Stiftung und dort insbesondere die Arbeit des Netzwerks „Geraubte Kindheit“ im Rahmen von Opferbegleitung und Umsetzung präventiver Maßnahmen zum Schutz vor Menschenhandel und sexueller Gewalt.

Juni 2018