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Lateinamerika

Katastrophenhilfe

Chile: Hilfe für Opfer von Waldbränden

Neue Lebensgrundlagen schaffen

Caritas Mitarbeiterin begutachtet SchadenDie Schäden sind enorm.Caritas Chile

Bei den verheerenden Waldbränden Anfang 2017 verloren über tausend Familien in der Zentralregion Chiles ihre Existenzgrundlage. Vieh, Felder und Ernten, Wohnhäuser, Ställe, Scheunen, kleine Betriebe und Werkzeuge – alles wurde ein Raub der Flammen. Bei sechs Jahren extremer Trockenheit waren die Brände fast vorhersehbar. Dass sie sich dann so rasch ausbreiten konnten, liegt auch an den vielen und leicht brennbaren Monokulturen, die in der Region vorherrschen, darunter Eukalyptusbäume und Kiefern. Und doch traf es die Menschen unvorbereitet: „Es ist einfach nichts mehr da", beschrieb fassungslos Lorenzo Figueroa, Caritas-Direktor Chile, die Situation in Santa Olga, einem Ort der durch das Feuer komplett zerstört wurde.

Erste Hilfe

Ein Caritasmitarbeiter trägt Wasserflaschen.Verteilung von Trinkwasser in der Nothilfe.Caritas Chile

Während sich der Staat auf die Bekämpfung der Flammen konzentrierte, widmeten sich Organisationen aus den Reihen der Zivilgesellschaft der Erstversorgung der Bevölkerung. Die lokale Caritas und die Diözesen verteilten mit Unterstützung von Caritas international und unzähligen Freiwilligen Nahrungsmittel, Trinkwasser und Hygieneartikel. Wasser war zum raren Gut geworden, denn das Feuer hatte an den meisten Orten das Trinkwassernetz zerstört.

Ernährung sichern und Perspektiven schaffen

Nun geht es darum, die Menschen beim Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen zu unterstützen und die Gemeinden in ihrem Katastrophenmanagement zu stärken.

Für das Projekt wurden 20 Gemeinden in den Regionen Valparaiso, O’Higgins, Maule und BioBio ausgewählt, die vom Feuer besonders betroffen sind. Um die Trinkwasser- und Abwasserversorgung wiederherzustellen, stellte Caritas Schläuche, Filter und Pumpen zur Verfügung. Auch die Ernährung muss gesichert werden, kurz- und langfristig: Familien, die ihre Ernten und ihr Vieh verloren haben, erhielten in den ersten sechs Monaten Lebensmittelpakete und wurden anschließend beim Wiederaufbau ihrer Landwirtschaft mit Vieh, landwirtschaftlichen Geräten und Werkzeugen sowie Saatgut unterstützt. Dazu gab es Kurse im landwirtschaftlichen Bereich.

Caritas leistet auch „Starthilfe“ zur Gründung von Kleinunternehmen für Handwerker und vermittelt in Workshops die dazugehörende Theorie. Um in Zukunft besser vor derartigen Katastrophen geschützt zu sein, werden Gemeinden wie auch Familien bei der Umsetzung präventiver Maßnahmen begleitet und im Katastrophenmanagement geschult.

Juli 2018