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Lateinamerika

Katastrophenhilfe

Flutkatastrophe in Peru

Nothilfe nach Flutkatastrophe

Caritas verteilte Lebensmittel, Hygieneartikel, Trinkwasser, Decken und anderes.

Eine lokale Form von El Niño sorgte in Peru zwischen Januar und März 2017 für außergewöhnlich starke Regenfälle. In weiten Teilen des Landes kam es zu Überflutungen, Erdrutschen und Schlammlawinen. „Es war, als ob sich alle Schleusen geöffnet hätten“, erzählt Janina Mamani Zevallos, eine Bewohnerin aus dem Dorf Barbablanca, das unter Schlammmassen begraben wurde.

Über 160 Menschen verloren ihr Leben und mehr als 1,2 Millionen Menschen waren von der Katastrophe betroffen. Die Zerstörungen sind immens: Mehr als 240.000 Häuser wurden komplett zerstört oder stark beschädigt, darunter Krankenhäuser und Schulen, und fast 90 Prozent der Ernten sind vernichtet worden.

Nothilfe teilweise nur auf dem Luftweg möglich

Menschenkette entlädt Waren aus einem HubschrauberEinige entlegene Regionen, zum Beispiel in Piura, konnten nur via Hubschrauber erreicht werden. Cáritas del Perú

In sieben Diözesen des Landes leistete die Caritas von Beginn an Nothilfe. Haupt- und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer waren in den überschwemmten Gebieten im Einsatz. „Die Situation ist verheerend“, erzählte Angela Nestarze Torres. Sie organisierte die Verteilung der Hilfsgüter, die Caritas der Diözese Chosica bereitgestellt hat.

Allein bis März wurden 600 Tonnen Hilfsgüter in den betroffenen Regionen verteilt, darunter Lebensmittel, Trinkwasser, Kleidung, Hygieneartikel und Material für Notunterkünfte. Die größte Herausforderung sei es, so Torres, die Menschen in den abgelegenen Regionen zu erreichen. Durch den Einsturz mehrerer Brücken und das zerstörte Straßennetz waren viele Regionen von der Außenwelt abgeschnitten und konnten nur mit dem Helikopter angeflogen werden. Erst im August konnte dort das ganze Ausmaß der Schäden festgestellt werden.

Unterstützung richtet sich nach Bedürftigkeit

Priorität in der Nothilfe hatten für die Caritas zunächst besonders Bedürftige, wie Familien mit Kleinkindern, Senioren und Personen mit Behinderung. Im Zentrum der Hilfe standen die Diözesen in Piura, Lambayeque und Chulucanas. Ebenso unterstützten in den Diözesen Chimbote, Chosica, Ica und Trujillo viele Helferinnen und Helfer der Caritas die Bevölkerung vor Ort. Neben der Bereitstellung von Notunterkünften, Hygieneartikeln und Medizin umfasste die Hilfe immer auch eine psychosoziale Begleitung der oft traumatisierten Menschen.

Krise überwinden, Lebensqualität verbessern

Flut PeruCaritas-Mitarbeitende nehmen in den Gemeinden die Schäden auf.Cáritas del Perú

„Die Katastrophe konnte nur ihren Lauf nehmen, weil die Politik die Regeln nicht befolgt“, sagt Angela Blanco Riveras, Umweltexpertin der Caritas Chosica. Die Menschen bauten ihre Häuser, wo sie Platz fänden, und dies an Flussufern, Steilhängen und in trockenen Flussbetten. Es fehle eine adäquate Stadtentwicklung, so Rosalynn Toribio Medina, Direktorin von Caritas Chosica.

Angela Blanco Riveras ist in den betroffenen Regionen unterwegs und spricht mit der Bevölkerung über Umweltschutz, Naturkatastrophen und Vorbeugung. Um langfristig positive Änderungen zu bewirken, sind Präventions- und Notfallpläne für Naturkatastrophen nötig. Die plant die Caritas derzeit mit ihren lokalen Partnerorganisationen. Wichtig dabei ist, dass die Bedürfnisse der Bevölkerung mit einfließen, denn nur so kann sich auch deren Lebensqualität verbessern.

Juni 2018