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Lateinamerika

Katastrophenhilfe

Flutkatastrophe in Peru

Flut PeruDie Wasser- und Schlammmassen rissen Häuser, Straßen und Brücken mit.Ministerio de Defensa del Perú

Das Wetterextrem El Niño (spanisch für "Christkind") verdankt seinen Namen peruanischen Fischern, die das Phänomen vor allem um die Weihnachtszeit beobachtet hatten. Während El Niño in einigen Teilen der Erde für ausgeprägte Dürren sorgt, bedeutet es für die Westküste Lateinamerikas zumeist ungewöhnlich starke Niederschläge. Auch 2016 begannen die Regenfälle bereits in der Weihnachtszeit.

Mehr als eine Million Betroffene

Wochenlange, in manchen Gegenden gar monatelange Regenfälle führten dann Anfang 2017 in der gesamten Küstenregion Perus zu schwersten Überschwemmungen und Erdrutschen. Bei der Katastrophe verloren 162 Menschen ihr Leben, rund 240.000 Häuser wurden zerstört oder stark beschädigt, Brücken, Straßennetz und Trinkwasseranlagen sind stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Viele Schulen und Krankenhäuser mussten durch gravierende Schäden geschlossen werden, andere medizinische Einrichtungen waren schnell überfüllt. Auch, weil sich Krankheiten wie das Denguefieber und Zika rasant verbreiteten. Allein in der nordwestlichen Provinz Piura kam es während eines Jahres zu 47.000 Neuinfektionen.

Militär trägt einen VerletztenVerletzte, Kranke und Schwangere werden aus dem Katastrophengebiet geflogen.Ministerio de Defensa del Perú

Gesamt wurden 1,2 Millionen Menschen von den Auswirkungen der Katastrophe getroffen, rund 342.000 davon im Department Piura. Der Mehrheit von ihnen zählte schon vor dem Starkregen zur armen oder ärmsten Bevölkerungsschicht, mit der Katastrophe sind sie nochmals verletzlicher und hilfsbedürftiger geworden. Da die Überschwemmungen fast 90 Prozent der Ernten vernichteten, fehlen langfristig Nahrungsmittel und den Kleinbauern, die von der Landwirtschaft lebten, ein sicheres Einkommen. Der wirtschaftliche Verlust der Ernteausfälle wird auf 55 Millionen US-Dollar geschätzt.

Auswirkungen von El Niño werden stärker

El Niño ist ein natürliches Ereignis. Nach Untersuchungen der Universitäten von Hongkong und Hawaii hat der Klimawandel jedoch einen großen Einfluss auf das El Niño-Phänomen: Der Wechsel zwischen Warm- und Kaltphasen wird extremer und häufiger. "Wenn dieser Trend einer steigenden El Niño-Aktivität anhält, dann müssen wir künftig mit mehr Wetterextremen wie Überschwemmungen und Dürren rechnen, so die Forscher der Universität von Hawai.

Juni 2018