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Naher Osten

Krisen und Konflikte

Syrien: Humanitäre Hilfe im Konflikt

Caritashilfe für eine Mutter in Syrien

Mutter mit ZwillingenNisreen mit ihren beiden Kindern: "Ohne die Caritas hätte ich meine Kinder vielleicht nicht durchgebracht".Foto: Caritas Syrien

Nisreen Karkinly (Name geändert) aus Hassakeh konnte sich Milchpulver für die Ernährung ihrer Zwillinge einfach nicht leisten. Darum gab sie ihnen, von deren Geburt an, Rohmilch von Tieren. Die aber bekam ihnen nicht gut und beeinträchtigte ihr Wachstum. Nisreen machte sich große Sorgen um den Gesundheitszustand ihrer Kinder.

"Anfangs", erzählt die Mutter, "schrien sie vor Hunger so laut, dass man das in der ganzen Nachbarschaft hörte. Aber mit der Zeit, auch durch die Verwendung der Rohmilch, wurden sie so schwach, dass man sie gar nicht mehr hörte." Durch Freunde erfuhr sie von den Hilfen der Caritas. Nisreen zögerte zunächst Kontakt aufzunehmen, weil sie von anderen Hilfsorganisationen schon zu oft abgewiesen wurde.

"Immer wieder wurde ich enttäuscht, wenn ich um Unterstützung bat", sagt sie. "Besonders getroffen hat mich eine Aussage eines Sozialarbeiters, der mir ins Gesicht sagte, ich hätte meine Babys mit Muttermilch ernähren können, wenn ich besser auf mich und meine Gesundheit aufgepasst und mich besser ernährt hätte. In diesem Moment wünschte ich, ich wäre tot."

Caritas Mitarbeiterin mit BabyEine Mitarbeiterin der Caritas mit einem der beiden Zwillinge. Über die Caritas können Mütter Gutscheine für Windeln und Milchpulver beziehen.Foto: Caritas Syrien

Als Nisreen dann endlich doch zur Caritas ging, sorgte diese umgehend dafür, dass ein Arzt, der mit der Hilfsorganisation zusammenarbeitet, die Kinder medizinisch behandelte und dass sie Milch bekamen, die für Babys geeignet ist. Schade, dass Nisreen nicht schon früher mit der Caritas in Kontakt kam: Es gehört zu den Hilfsangeboten der Caritas in Syrien, an bedürftige Mütter von Säuglingen und jungen Kindern Gutscheine auszugeben, mit denen sie Milchpulver als Nahrungsmittelergänzung und Windeln erwerben können.

Einige Zeit später besuchten Helferinnen der Caritas Nisreen zu Hause und wollten wissen, wie es ihren Kindern geht. Die hatten ganz offensichtlich an Gewicht zugelegt und ihr Gesundheitszustand wurde zunehmend besser.

"Ohne die Caritas", sagt Nisreen heute, "hätte ich vielleicht meine Kinder nicht durchgebracht oder mich stark verschulden müssen, um gute Milch zu kaufen und einen Arzt zu bezahlen. Ich danke der Caritas aus tiefstem Herzen, dass sie meine Kinder gerettet hat."

Februar 2018