Philippinen

Nothilfe

Nothilfe nach Taifun Mangkhut

"Mangkhut“, oder von der lokalen Bevölkerung auch „Ompong” genannt, hat im Norden des südostasiatischen Landes eine Schneise der Verwüstung hinterlassen: Häuser wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt und Starkregenfälle führen immer wieder zu Erdrutschen. Über 70 Menschen verloren ihr Leben, die meisten von ihnen in der Gebirgsregion Cordillera durch Erdrutsche und Gerölllawinen.

Gemäß der nationalen Katastrophenvorsorge sind vom Taifun rund 388.000 Familien (über eine Million Menschen) in 4.000 Dörfern betroffen. Rund 184.000 Menschen suchten Schutz in Notunterkünften. Mangkhut ist der bislang stärkste Taifun, der seit "Haiyan" im Jahr 2013 die Inselgruppe heimsuchte.

Taifun PhilippinenDer Taifun riss ganze Hütten mit sich, wie hier in Baggao, Cagayan - eine der am stärksten betroffenen Regionen. Der Wiederaufbau wird einige Zeit in Anspruch nehmen.Foto: Caritas Internationalis

Schon Tage vorher hatten sich die Menschen auf den nahenden Wirbelsturm vorbereitet. Sie brachten sich in Evakuierungszentren in Sicherheit, Bewohner beschwerten ihre Dächer mit Steinen und sicherten ihr Hab und Gut. Dennoch riss der Sturm ganze Hütten mit sich. Ein Grund dafür: die Bauten an der Küste sind einfach. Etwa ein Viertel der betroffenen Bevölkerung lebt an der Armutsgrenze. Die mit dem Taifun einhergehenden Überschwemmungen vernichteten zudem ganze Ernten der ohnehin schon mittellosen Familien. Laut Katastrophenbericht wurden die Felder und damit die Ernten von 172.000 Bauernfamilien zerstört, der Schaden im Landwirtschaftsbereich liegt gemäß des zuständigen Ministeriums bei 232 Millionen Euro. Die Preise für Gemüse und Reis stiegen infolgedessen extrem an.

Schnelle Nothilfe und langfristige Unterstützung für Opfer des Taifuns Mangkhut

Gemeinsam mit Partnerorganisationen vor Ort leistet Caritas international ab dem ersten Moment der Katastrophe Nothilfe und stellt 100.000 Euro bereit. „Unsere Partner haben sich bereits vor dem Eintreffen des Taifuns bereit gemacht, Nahrungsmittel und Hygieneartikel sowie Decken und Plastikplanen zu verteilen“, so Oliver Müller, Leiter von Caritas international. In der Provinz Benguet auf der schwer getroffenen Insel Luzon werden außerdem dringend Trinkwasser, Kerzen und Taschenlampen benötigt, denn hier ist das Stromnetz langfristig ausgefallen. 

Menschen packen Güter in blaue BeutelDie philippinische Caritas packt und verteilt Nothilfe-Pakete.Foto: Caritas Internationalis

Die Nothilfe der lokalen Caritas läuft auf Hochtouren und konzentriert sich neben der Verteilung von Lebensmitteln wie Reis, Mais und Gemüse, Nahrungsergänzungsmitteln, Decken und Kleidung auch auf Materialien, mit denen die Betroffenen ihre Hütten wieder aufbauen können. Da, wo nichts mehr zu reparieren ist, erhalten die Betroffenen Notunterkünfte. Bereits werden die Bauern mit Saatgut, Biodünger und Gutscheinen versorgt, um die Ernährung langfristig zu sichern. Geplant ist außerdem der Ersatz von Einkommensmöglichkeiten, wo keine mehr vorhanden sind. Kleine Start-ups werden unterstützt mit Know-how und der Gründung von Selbsthilfegruppen. Doch der Zugang zu den Menschen ist schwierig, da auf der größten Insel Luzon viele Straßen durch Überflutungen und Erdrutsche unpassierbar geworden sind und mehrere Brücken eingestürzt sind. Sicher ist jedoch, wir lassen die Betroffenen nicht allein: Rund 3.000 Haushalte (circa 15.400 Menschen) profitieren von der humanitären Hilfe durch Caritas und ihre Partner.

Caritas international ist bereits seit Jahren auf den Philippinen aktiv, betreibt Katastrophenvorsorge sowie Wiederaufbau und verfügt über ein großes Netzwerk an Partnern vor Ort.

Spenden mit Stichwort "Taifunhilfe Philippinen" werden erbeten auf:

  • Caritas international, Freiburg, IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BIC: BFSWDE33KRL oder online unter: www.caritas-international.de

Ein Haus, das zerstört ist und eine Frau von hinten mit Caritas-LogoDas Ausmaß der Zerstörung ist immens. Schlammlawinen haben ganze Ortschaften ausradiert.
Foto: Caritas Philippinen


 

Hintergund: Taifune auf den Philippinen und ihre Entstehung

Die Philippinen werden jedes Jahr von etwa 20 Taifunen und Wirbelstürmen getroffen, meistens begleitet von heftigen Regenfällen und Überschwemmungen. Die meisten philippinischen Gebiete liegen im Taifungürtel. Oft sind die Inseln Leyte, Samar und vor allem Luzon stark betroffen. 2013 hat Taifun Hayan ca. 7.000 Menschenleben gekostet. Es wird oft darüber spekuliert, ob es einen Zusammenhang zwischen extremen Wirbelstürmen und dem Klimwandel gibt. Die Korrelation scheint eindeutig: Taifune entstehen, wenn Luft durch warmes Meerwasser erhitzt wird und schnell aufsteigt. Die zunehmende Erwärmung der Meere könnte also in Zukunft zu noch mehr Wirbelstürmen führen.