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Asien

Situation

Situation: Hilfe für HIV-Infizierte

In den Millenniums-Entwicklungszielen ist das hehre Ziel formuliert, dass die Ausbreitung von HIV/AIDS bis 2015 auf globaler Ebene gestoppt und die Trendwende eingeläutet worden sein sollte. Indonesien ist von diesem Ziel auch heute noch weit entfernt, im Gegenteil:die Fallzahlen nehmen in vielen Teilen des Landes zu. Seit 1987, als in Indonesien der erste HIV-positive Befund auf Bali auftauchte, ist es im ganzen Inselreich zu einem rasanten Anstieg von Infektionen gekommen; zusammen mit Indien und Pakistan liegt Indonesien auf einem Spitzenplatz, was die Schnelligkeit der Verbreitung des Virus in Asien angeht.

Eine junge Frau mit ihrem jungen SohnOft geben die Eltern das Virus an die Kinder weiter.Caritas international / Holger Vieth

Die HIV-Quoten der Hochrisikogruppen werden von den Gesundheitsbehörden landesweit mit über fünf Prozent angegeben, die in der Gesamtbevölkerung mit weniger als einem Prozent. Allerdings stecken sich immer mehr Menschen auf anderen Wegen an, sodass auch immer häufiger Ehepartner oder Kinder infizierter Mütter das Virus übertragen bekommen - in der Altersgruppe der 15- bis 49-Jährigen hat sich die Rate etwa von 2008 bis 2014 von 0,22% auf 0,43% fast verdoppelt. Landesweit wird von rund 700.000 Menschen mit HIV/AIDS ausgegangen, wobei diese Zahlen noch deutlich unter den realen Zahlen liegen dürften. Denn durch das enorme Stigma, dem sich HIV-Infizierte ausgeliefert sehen, outet sich nur ein kleiner Teil der Betroffenen. Durch mangelhafte medizinische Versorgung, insbesondere auf dem Land, wissen viele Menschen auch lange nicht, dass sie das Virus in sich tragen.

Zu den Provinzen mit hohen Infektionsraten gehört auch die Provinz Zentraljava, hier wird von mehr als 10.000 Betroffenen ausgegangen, die entweder HIV-positiv oder bereits an AIDS erkrankt sind.

Zwar wurden bereits Gesetze und Richtlinien der indonesischen Regierung verabschiedet und teilweise auch umgesetzt. Dennoch sieht die reale Situation noch anders aus. Die Liste von Einrichtungen und Dienstleistungen, die die Gruppe der Betroffenen in Anspruch nehmen kann, ist kurz. Gerade in ländlichen Gebieten ist der Zugang begrenzt.

Dezember 2016