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Asien

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Kambodscha: Hilfe für HIV/Aids-betroffene Familien

Eine Bar in Kamodscha mit BesuchernEine Bar in Kambodscha. Arbeitsmigration, Sexgewerbe, Menschenhandel und Armut sind die Risikofaktoren für Neuinfektionen von HIV/Aids.Martijn Crowe, @flickr

Zwischen 1997 und 2003 war Kambodscha das Land mit der höchsten Rate an HIV-Infektionen im südostasiatischen Raum. Doch heute gehört Kambodscha zu den wenigen Ländern weltweit, die es aufgrund gemeinsamer Anstrengungen staatlicher und nichtstaatlicher Akteure geschafft haben, diesen negativen Trend umzukehren: Der Anteil der infizierten Bevölkerung sank von drei auf 0,63 Prozent.

Trotz dieses erfreulichen Rückgangs bleibt HIV/Aids eine akute Bedrohung, insbesondere für arme Menschen in Kambodscha. Rund 74.000 Erwachsene leben heute mit dem Virus, und sind Diskriminierungen ausgesetzt. Während zunächst insbesondere für Prostituierte und Armeeangehörige das Ansteckungsrisiko hoch war, hat das Virus längst seinen Weg in die Familien gefunden: Im Jahr 2008 erfolgte fast die Hälfte der Neuansteckungen bei verheirateten Frauen, die von ihren Ehemännern angesteckt wurden. Von den Frauen wiederum wurde das Virus in der Schwangerschaft oder während der Geburt auf die Kinder übertragen. Dieser Übertragungsweg machte ein Drittel der Neuinfektionen aus. Aufgrund staatlicher Maßnahmen in der Betreuung schwangerer Frauen ist die Infektion bei Neugeborenen aber mittlerweile erheblich zurückgegangen.

Risikofaktoren Armut, Arbeitsmigration und Menschenhandel

Die Risikofaktoren Armut, Arbeitsmigration und Menschenhandel begünstigen jedoch weiterhin die Verbreitung des Virus. So gilt die Provinz Siem Reap als aufstrebende Tourismusregion mit den vielen Arbeitsmigranten, den Bars und dem Sextourismus als Hochrisikogebiet für HIV/AIDS. Hier besteht eine landesweit überproportionale Infektionsrate von fast 1,5 Prozent. Weitere Hochrisikogruppen sind homosexuelle Männer, Drogenabhängige, Insassen von Gefängnissen und Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere Frauen und Mädchen aus armen Landgemeinden.

Die Aidsbekämpfung ist zwar ein nationales Anliegen, dennoch mangelt es an Akzeptanz und weiterführenden und umfassenden Angeboten für die Betroffenen. So werden Patienten immer wieder von Krankenhäusern abgewiesen, weil das Personal Angst vor einer Ansteckung hat. Die wirtschaftliche Situation für die betroffenen Familien ist oft prekär, und auch die Aufklärung als Präventionsmaßnahme vor Neuansteckungen hat noch Lücken.

Oktober 2016