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Europa

Flucht und Migration

Türkei: Rechtsberatung und Nothilfe für Flüchtlinge

Türkei: Rechtsberatung und Flüchtlingshilfe

Frau mt einem JungenBei der Registrierung: Die Mehrzahl der syrischen Flüchtlinge sind Frauen und KinderVera Jeschke

Nicht alle geflüchteten Personen haben die gleichen Probleme. Manche brauchen dringend eine medizinische Notbehandlung, andere eine Rechtsberatung, um ihren weiteren Verbleib eigenständig klären zu können. Ältere Menschen, Frauen und Kinder haben oft andere Sorgen als junge Männer und sind weniger mobil.

Dreiviertel der syrischen Flüchtlinge in der Türkei sind Frauen und Kinder, die Hälfte von ihnen ist minderjährig und daher besonderer Willkür ausgesetzt. Auf ihre besondere Notlage ist die Caritas Türkei, Partnerorganisation von Caritas international, gut eingestellt. Sie leistet ökonomische, psychologische und soziale Unterstützung für Flüchtlinge in besonders unsicheren Lebenslagen.

Schutzbedürftigen in Notlagen helfen

Caritas bietet Geflüchteten mit gesundheitlichen Problemen in Notsituationen medizinische Hilfen, Übersetzungsdienste und Essensgutscheine an. Eine Absprache mit einem privaten Krankenhaus in Istanbul ermöglicht Patienten und Patientinnen eine Behandlung zu Sonderpreisen. Ebenso behandeln zwei Zahnärzte zu minimalen Kosten Geflüchtete in Notlagen.

Extrem Schutzbedürftigen und unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gewährt die Caritas Türkei Transportkosten, Mietzuschüsse und materielle Unterstützung. Die Sozialarbeiter/innen begleiten Flüchtlinge und Asylsuchende bei Bedarf zu Krankenhäusern und Kliniken, um angemessene Preise für Behandlungen auszuhandeln. Freiwillige begleiten jeden Mittwoch Frauen zu ärztlichen Beratungsterminen. Andere Freiwillige wurden für Hausbesuche geschult. Denn nur ein geschultes Team kann da helfen, wo die Not am größten ist.

Wissen vermitteln, Eigenständigkeit stärken

Eine syrische Mutter steht vor einer Behelfsunterkunft mit einem Kind auf dem ArmDie Caritas Türkei besucht die syrischen Flüchtlinge in ihren provisorischen Unterkünften und ermittelt diejenigen, die am dringendsten Hilfe brauchen. Eine Mammut-Aufgabe bei über 2,7 Mio. syrischen Flüchtlingen in der Türkei.Patrick Nicholson / Caritas Internationalis

Um die Selbstorganisation und Eigenständigkeit der Geflüchteten zu stärken, informieren die Mitarbeitenden über Rechte, über Asylverfahren sowie nationale und internationale Rechtsverfahren. Dafür arbeitet die Caritas Türkei mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR, nationalen Botschaften und der Internationalen Organisation für Migration zusammen.

Manchmal können schon die einfachsten Dinge eine große Hilfe sein: Zum Beispiel können die Flüchtlinge das Büro der Caritas als Postadresse angeben. Bei offiziellen Schreiben, z.B. durch die Botschaften der Geflohenen, informiert die Caritas die Betroffenen, kann bei Bedarf übersetzen oder eine Beratung anbieten.

Gegenseitige Unterstützung und ein starkes Miteinander fördern

Workshop-Angebote unterstützen das soziale Miteinander der Geflüchteten. Migrantinnen, vorwiegend Frauen und Kinder, aus 13 verschiedenen Ländern treffen und vernetzten sich auf zwei-wöchigen Austauschtreffen. Denn der Austausch mit Menschen, die ein ähnliches Schicksal erlebt haben, kann nicht nur tröstend wirken, sondern auch Kräfte der Selbsthilfe und gegenseitigen Unterstützung freisetzten. Da die Geflüchteten oftmals keine Räume haben, keine Zeit und keinen Ort der Begegnung, sind diese Treffen für ihre seelische Stabilität sehr wertvoll.

Die Caritas Türkei nimmt zudem regelmäßig an Koordinationstreffen der Flüchtlingshilfswerke und Initiativen teil, um die Arbeit effektiver zu gestalten. Auch wird der Kontakt und die Kooperation mit dem Migrant Solidarity Network ausgebaut - eine Plattform lokaler Initiativen der Flüchtlingshilfe. So können Hilfesuchende und bedürftige Flüchtlinge an die richtige Stelle weitervermittelt werden

Die Flüchtlingshilfe der Caritas Türkei erhält Unterstützung von Caritas international, Caritas Italien, Schweden, Luxemburg, Spanien sowie Secours Catholique und Malteser International.

Dezember 2016