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Lateinamerika

Rechte für Kinder

Brasilien: Perspektiven für Kinder der Müllsammler

Kinder inmitten eines MüllhaufensStatt die Schule zu besuchen, müssen viele Kindern ihre Eltern beim Müllsammeln unterstützen.Caritas international

Brasilien gilt mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 1,7 Milliarden US-Dollar als neungrößte Volkswirtschaft der Welt. Bis 2011 boomte die Wirtschaft des Schwellenlandes und lag bei einem Wachstum von durchschnittlich 4,9 Prozent pro Jahr.

Aufgrund sinkender Rohstoffpreise, steigender Verschuldung im Privatsektor und sehr niedriger Produktivität sinkt jedoch der BIP seit 2014, und Brasilien befindet sich in einer Rezession. Der immense Rohstoffreichtum und sportliche Großanlässe wie die WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 brachten nicht die erhofften Impulse, die Arbeitslosigkeit ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen, der Gesundheits- und Bildungsbereich bleiben mangelhaft und defizitär.

Müll sammeln zum Überleben

Brasilianische Familie im ArmutsviertelKinder in einem städtischen Slum (Favela).Caritas international

Augenfällig an Brasilien ist die Ungleichverteilung unter den sozialen Schichten. In kaum einem anderen Land ist die Schere zwischen Arm und Reich größer als hier. Dabei spielen die Regionen eine entscheidende Rolle: So verfügt der Süden über moderne Wirtschaftsstrukturen, während der Norden und Nordosten wirtschaftlich deutlich zurückliegen und ärmer sind. Der Nordosten gilt gar als Armenhaus Brasiliens, und hier liegt auch der Bundesstaat Ceará, der klimatisch bedingt immer wieder von langen Dürreperioden heimgesucht wird. Dadurch kommt es zu Ernteausfällen, und die Bauernfamilien können ihre Ernährung nicht mehr sichern. Die Landflucht ist deshalb groß, die Familien suchen ein Auskommen in urbanen Gebieten, wie in der Millionenstadt Fortaleza. Ihre Hoffnung, dort eine Arbeit zu finden, wird aber meist enttäuscht, und viele enden als Müllsammler. Auch die Kinder müssen mitarbeiten und leiden nicht nur unter den mangelnden gesundheitlichen Bedingungen, sondern haben auch kaum Chancen auf Bildung, werden stigmatisiert und von der Gesellschaft ausgeschlossen.

Februar 2017