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Asien

Gesundheit, Pflege, Sucht

Kambodscha: Hilfe für HIV/Aids-betroffene Familien

Positiv leben und gesellschaftlich teilhaben

Ein Frau liegt im Bett, daneben ein junger Mann, der sie pflegt.Hauskrankenpfleg, die in Begleitung auch Familienangehörige übernehmen können.Caritas international

Kambodschas Maßnahmen zur Eindämmung von HIV/Aids im letzten Jahrzehnt waren erfolgreich: Der Anteil der infizierten Menschen sank von drei auf unter 0,63 Prozent. Trotzdem bleibt die oft tödlich verlaufende Krankheit im Land eine Bedrohung, Betroffene werden meist unzureichend behandelt, die Aufklärung ist noch mangelhaft und die Stigmatisierung der Betroffenen groß.

Die Tourismusregion Siem Reap mit ihren Bars und dem verbreiteten Sexgewerbe gilt als Hochrisikogebiet, hier beträgt die Rate für Neuinfektionen über 1,5 Prozent.

Medizinische Versorgung, Selbsthilfegruppen und Kurse

Caritas Kambodscha ist in Siem Reap zum größten Anbieter im Bereich Hauskrankenpflege für HIV/Aids-infizierte Menschen geworden. Und Caritas war auch die erste Organisation, die die Bildung von Selbsthilfegruppen und die Reintegration der Betroffenen in die Gesellschaft forciert hat. Heute sind mehr als 70 Prozent der im Programm betreuten HIV/Aids-Infizierten in der Lage, für sich und ihre Familien zu sorgen.

Darunter auch die HIV-positive Savy Savy. Mit Hilfe der Caritas erhielt sie eine medikamentöse Behandlung und antiretrovirale Therapie. Als sich ihr Gesundheitszustand besserte, nahm Savy Savy an einem Existenzgründungskurs von Caritas teil. Mit einem Kleinkredit und neuem Lebenswillen ausgestattet, machte die junge Frau ein Backwarengeschäft auf, von dem sie und ihre Familien heute leben können.

Reintegration und Existenzsicherung

Frau verkauft BackwarenMit dem Backstand kann die HIV-positive Savy ihre Familie ernähren.Caritas Cambodia

Mit dem vorliegenden Projekt sollen die Lebensperspektiven für HIV/Aids-infizierte Menschen und ihre Familien weiter verbessert und die Verbreitung der Krankheit eingedämmt werden. Arme und von der Krankheit betroffene Haushalte in Siem Reap erhalten Unterstützung in Form einer medizinischen Behandlung, zur sozialen Reintegration und Einkommenssicherung. In verschiedenen Kursen bilden sich die Betroffenen weiter, werden zu gesunder Ernährung informiert und in neuen landwirtschaftlichen Techniken trainiert, um die Ernährungssituation der Familien zu verbessern und auch ein Einkommen zu erwerben. Weiter gibt es in den Gemeinden weitreichende Aufklärungskampagnen zu HIV/Aids, und auch die Arbeit der Selbsthilfegruppen hat einen hohen Stellenwert.

Gesellschaftlicher Wandel

Die Aidshilfe der Caritas Kambodscha zeigt exemplarisch, wie ein gesellschaftlicher Wandel erfolgen kann, wenn staatliche und zivile Kräfte, Selbsthilfegruppen und solidarische Dorfgemeinschaften an einem Strang ziehen. Das Programm ist inzwischen in 64 staatlichen Gesundheitszentren in den Distrikten Siem Reap, Angkor Chum, Kralanh, Sothnikum präventiv tätig und in rund 700 Dörfern präsent. 2007 nahm die nationale Behörde für die Behandlung und Bekämpfung von HIV/Aids (NCHADS) Caritas Kambodscha in ihr Länderprogramm auf.

Caritas international unterstützt seit 2001 die Bemühungen ihrer Partnerorganisation Caritas Kambodscha.

Oktober 2016