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Naher Osten

Konflikte und Krisen

Jemen: Nothilfe im Bürgerkrieg

Nothilfe für Kinder im Jemen

unterernährtes Baby im Jemen3.500 stark unterernährte Säuglinge und Kinder erhalten von Caritas international und ihren lokalen Partnern Zusatznahrung.Foto: Cafod

Es hätten die ersten Friedensgespräche seit zwei Jahren sein sollen - doch die für September 2018 geplanten Verhandlungen platzten kurz vor Beginn. Dabei sind die Zahlen mehr als alarmierend: 14 Millionen Menschen sind nach UN-Angaben von Hunger bedroht. Über sieben Millionen Menschen wissen nicht, wann und wo sie ihre nächste Mahlzeit herbekommen sollen. Eine halbe Million Kinder sind gravierend unterernährt. UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock mahnt vor dem Weltsicherheitsrat: "Wir verlieren den Kampf gegen den Hunger". Krankenhäuser und Infrastruktur sind zu großen Teilen zerstört, weniger als die Hälfte aller medizinischen Einrichtungen im Jemen sind noch in Betrieb.

Wirkung in Zahlen - Jemen

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Hilfe für Kinder und Familien - mit Nahrungsmitteln und Medizin

Caritas international unterstützt ein Projekt zur Versorgung unterernährter Kinder in den Bezirken Abyan und Aden. Die Durchführung des Projekts liegt bei einer lokalen Partnerorganisation, die verdeckt arbeiten muss. Mangelernährte und schwer unterernährte Kinder werden in einer ersten Phase des Projekts betreut. In eigens eingerichteten medizinischen Zentren bekommen die Kinder sogenannte "therapeutische Fertignahrung", eine gebrauchsfertige, kalorienreiche Nahrung mit wichtigen Zusatzstoffen wie Vitamine und Mineralien. Das medizinische Personal wird insbesondere zur Bekämpfung von Unterernährung ausgebildet. Bei Bedarf werden die Kinder auch anderweitig medizinisch behandelt.

In einem weiteren Projektabschnitt erhalten Eltern mit Kleinkindern und Schwangere Schulungen zu Ernährungsfragen für Säuglinge und Kleinkinder. Außerdem werden 650 Personen mit Gutscheinen für Nahrungsmittel unterstützt.

Cholera stoppen

2 Mitarbeiter mit WasserkanisternCholera stoppen: Neben Hygienematerial und Wasserreinigungstabletten werden saubere Trinkwasserkanister verteilt.Foto: Islamic Relief Yemen

Fehlende Mahlzeiten, knappes Trinkwasser und schlechte hygienische Bedingungen begünstigen die Verbreitung von Seuchen wie der Cholera. Aufgrund der vielen Infektionen rief das Gesundheitsministerium im Jemen bereits den Notstand aus. Caritas international engagiert sich daher in einem zweiten Projekt, mit dem Ziel, die Ausbreitung der Cholera einzudämmen und den Gesundheitszustand der Betroffenen zu verbessern. Personen in akutem Krankheitszustand erhalten medizinische Notversorgung. Gesundheitseinrichtungen werden mit Medikamenten gegen Cholera, Moskitonetzen und anderen Hilfsgütern versorgt.

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Oktober 2018

Zur Situation

Im Jemen herrscht seit über einem Jahrzehnt ein blutiger Machtkampf, angeheizt durch religiöse Konfliktlinien, Terrorismus und diverse nationale Interessen ausländischer Staaten. Hauptkriegsparteien die sind die von einer saudi-arabischen Militärallianz gestützte Regierung und die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen. Die Hauptlast des Krieges trägt die Zivilbevölkerung – schon jetzt handelt es sich im Jemen um die größte Hungerkatastrophe der Welt. Experten fürchten nun eine neue Stufe der Eskalation. Und das alles weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit.