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Asien

Flucht und Migration

Bangladesch: Nothilfe für die Rohingya

Deckung der dringendsten Bedürfnisse in den Camps

Ein Arzt verschreibt einem Mädchen MedikamenteMedikamente, Hygieneartikel und Tabletten zur Wasserdesinfektion werden verteilt.Caritas international

Der Alltag der Rohingya in Myanmar ist seit Jahrzehnten von Unterdrückung, Ausgrenzung und Gewalt geprägt. Das buddhistisch orientierte Myanmar akzeptiert die muslimische Minderheit nicht als eigene Bevölkerungsgruppe. Mit Militäroffensiven und der Aberkennung von Rechten wurden in der Vergangenheit nahezu 1,5 Millionen Rohingya in die Nachbarländer vertrieben.

Beim letzten gewaltsamen Angriff durch das Militär Ende August 2017 kam es zu einer Massenflucht. Rund 630.000 Menschen suchten seither Schutz im benachbarten Bangladesch, mehr als die Hälfte davon sind Kinder. Die Situation in Bangladesch ist für die Flüchtlinge katastrophal. Es gibt nicht genügend Unterkünfte. Überall entstehen provisorische Camps, in denen die Menschen zumeist unter einfachen Plastikplanen leben. Es fehlen sanitäre Einrichtungen, Infektionskrankheiten wie Diphterie breiten sich. Die Menschen hungern und viele von ihnen sind schwer traumatisiert. Die Regierung Bangladeschs wie auch die UN sind mit der Versorgung der Menschen überfordert. "Die lokalen Infrastrukturen sind völlig unzureichend, denn das hier ist eine der ärmsten Regionen Bangladeschs, in der die Versorgung für die einheimische Bevölkerung schon schlecht ist", berichtet Peter Seidel, Länderreferent Caritas international.

Caritas versorgt Flüchtlinge in der Grenzregion

"Unsere engen und guten Kontakte zu den UN-Organisationen ermöglichen eine gemeinsame Koordination der Maßnahmen. So ist es möglich, effiziente Hilfe zu leisten", sagt Seidel. Auch die Bevölkerung in Bangladesch zeige sich solidarisch, und es gäbe viele spontane private Aktionen. "Die Region ist jedoch selbst von Armut geprägt, und es ist daher wichtig, die lokale Bevölkerung ebenfalls zu unterstützen", ergänzt der Länderreferent.

Stefan Teplan von Caritas international berichtet über die Nothilfe vor Ort (13.10.2017)

Gemeinsam mit Caritas Bangladesch und in Kooperation mit der UN versorgt Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, Flüchtlinge in der Grenzregion bei Cox Bazar mit Trinkwasser und Grundnahrungsmitteln, wie Reis, Hülsenfrüchte, Salz, Zucker und Speiseöl. Verteilt werden ebenso Koch- und Essgeschirr, Decken und Matratzen, Hygiene- und Babyartikel sowie einfache Baumaterialien zur Befestigung der Notunterkünfte. "Mit einfachen Dingen, die für uns selbstverständlich sind, kann man die Menschen hier glücklich machen und ihnen helfen", berichtet Stefan Teplan, der für Caritas international.

Bessere Hygienebedingungen und psychologische Hilfe

Ein Caritasmitarbeiter mit zwei Kindern im CampCaritas hat über 100 Fachkräfte im Einsatz, die sich unter anderem um das Wohl der Kinder kümmern.Caritas international

Durch den Bau von Wasserzuleitungen und Sanitäreinrichtungen, Abgabe von Tabletten zur Trinkwasserdesinfektion sowie Hygienetrainings werden die Gesundheitsbedingungen verbessert und damit die Ausweitung von Infektionskrankheiten und Seuchen verringert.

Erwachsene und vor allem Kinder, die durch die Erlebnisse, den Verlust von Angehörigen und die Flucht  schwer traumatisiert sind, erhalten eine psychologische Betreuung. Kinderfreundliche Plätze mit Spiel- und Lernangeboten wurden eingerichtet, mehr als 100 Caritas-Fachkräfte sind im Einsatz. "Die Menschen haben schreckliche Erfahrungen gemacht, leider auch die Kinder. Wir helfen ihnen, ihr Leid zu lindern", erklärt Mohamed Adadu, Sozialarbeiter der Caritas Bangladesch. 

Von den Maßnahmen profitieren rund 20.000 Menschen.

Gemeinsam mit dem Erzbistum Freiburg stellt Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, für die Nothilfe 450.000 Euro zur Verfügung.

Januar 2018