zurück

Asien

Flucht und Migration

Bangladesch: Nothilfe für die Rohingya

Deckung der dringendsten Bedürfnisse

Ein Frau erhält einen Sack mit NothilfegüternVerteilung von Nothilfegütern durch die Caritas in einem Flüchtlingslager.Stefan Teplan

Der Alltag der Rohingya in Myanmar ist seit Jahrzehnten von Unterdrückung, Ausgrenzung und Gewalt geprägt. Das buddhistisch orientierte Myanmar akzeptiert die muslimische Minderheit nicht als eigene Bevölkerungsgruppe. Mit Militäroffensiven und der Aberkennung von Rechten wurden in der Vergangenheit nahezu 1,5 Millionen Rohingya in die Nachbarländer vertrieben.

Beim letzten gewaltsamen Angriff durch das Militär Ende August 2017 kam es zu einer Massenflucht. Bisher suchten rund 500.000 Menschen Schutz im benachbarten Bangladesch, mehr als die Hälfte davon sind Kinder. Die Situation in Bangladesch ist für die Flüchtlinge katastrophal. Es gibt nicht genügend Unterkünfte. In den bestehenden Lagern in Kuthupalong  und Balukhali hat sich die Zahl der dort lebenden Menschen verdoppelt bis verzehnfacht. Überall entstehen provisorische Camps, in denen die Menschen zumeist unter einfachen Plastikplanen schlafen. Der Monsunregen verwandelt die Camps in Schlammwüsten. Es fehlen medizinische und sanitäre Einrichtungen, und die Menschen hungern. Zudem wächst die Gefahr vor Seuchen wie Cholera. Die Regierung Bangladeschs wie auch die UN sind mit der Versorgung der Menschen überfordert. "Die lokalen Infrastrukturen sind völlig unzureichend, denn das hier ist eine der ärmsten Regionen Bangladeschs, wo sowieso schon die Versorgung für die einheimische Bevölkerung schlecht ist", berichtet Peter Seidel, Länderreferent Caritas internationa.

Caritas versorgt Flüchtlinge in der Grenzregion

Mittels einer Erhebung in der Grenzregion erfasste die Caritas Bangladesch unmittelbar nach der Massenflucht die dringendsten Bedürfnisse. Demnach ist der Bedarf an Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Unterkünften, Medikamenten, sanitären Einrichtungen und Kinderschutzmaßnahmen derzeit am höchsten.

"Unsere engen und guten Kontakte zu den UN-Organisationen ermöglichen eine gemeinsame Koordination der Maßnahmen. So ist es möglich, effiziente Hilfe zu leisten", sagt Seidel. Auch die Bevölkerung in Bangladesch zeige sich solidarisch, und es gäbe viele spontane private Aktionen. "Die Region ist jedoch selbst von Armut geprägt, und es ist daher wichtig, die lokale Bevölkerung ebenfalls zu unterstützen", ergänzt der Länderreferent.

Stefan Teplan von Caritas international berichtet über die Nothilfe vor Ort (13.10.2017)

Gemeinsam mit Caritas Bangladesch und in Kooperation mit der UN versorgt Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, Flüchtlinge in der Grenzregion bei Cox Bazar mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Plastikplanen und Kleidung. Weiter werden vor Ort die Sanitärbedingungen verbessert und Tabletten zur Trinkwasserdesinfektion abgegeben. Caritas Bangladesch ist noch in weiteren Regionen aktiv und verteilt Grundnahrungsmittel, wie Reis, Hülsenfrüchte, Salz, Zucker und Speiseöl sowie Kochutensilien. "Mit einfachen Dingen, die für uns selbstverständlich sind, kann man die Menschen hier glücklich machen und ihnen helfen", berichtet Stefan Teplan, der für Caritas international vor Ort war. 

Von den Maßnahmen profitieren rund 70.000 Menschen.

Das Erzbistum Freiburg stellte Caritas international zur Linderung der größten Not 350.000 Euro zur Verfügung.

Oktober 2017