Im Portrait

Caritas Armenien

Anahit Ginosyan

Caritas Armenien

Anahit Ginosyan arbeitet seit 2007 Jahren im Hauskrankenpflegeprojekt der Caritas Armenien. Die Mittfünfzigerin ist ausgebildete Krankenschwester und besucht regelmäßig 130 alte alleinstehende Menschen, die von Pflegehelfern betreut werden. Die meisten von ihnen leben weit unter dem Existenzminimum.

"Ich bin seit über 30 Jahren Krankenschwester. Unsere vierjährige Ausbildung in der Sowjetunion war stark am Beruf des Arztes orientiert. In ländlichen Regionen haben wir in den Gesundheitsstationen die Ärzte ersetzt. Bevor ich vor fünf Jahren meine Arbeit bei der Caritas begonnen habe, habe ich lange in der chirurgischen Abteilung eines Krankenhauses in Gyumri gearbeitet. Parallel dazu war ich noch immer halbtags im Krankenhaus tätig." Jetzt ist Anahit Ginosyan froh, dass sie ganz den alten Menschen in der Hauskrankenpflege beistehen kann.

"Der Hauptunterschied zum Krankenhaus ist der enge Kontakt zu den alten Menschen und - sofern sie noch welche haben - ihren Familienangehörigen. Ich lerne von den alten Männern und Frauen viel. Manchmal belastet mich meine Arbeit psychisch stark, zum Beispiel bei der Sterbebegleitung", erzählt die resolute und doch so warmherzige Frau. "Mein Ausgleich sind meine drei Enkelkinder", sagt sie und strahlt über das ganze Gesicht. Wie in Armenien üblich, leben auch in ihrer Familie die Generationen eng zusammen und einer der Söhne wohnt mit seiner Familie mit im Haus der Großeltern. Und so kommt es, dass die kleinen Enkelinnen schon warten, wenn Anahit nach dem Arbeitstag in der häuslichen Pflege in Gyumri nach Hause kommt.

September 2012