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Europa

Krisen und Konflikte

Ukraine: Hilfen für Inlandsvertriebene

Hilfe für Vertriebene und Flüchtlinge

Ein Teddybär liegt in einem zerstörten HausViele Menschen in den umkämpften Gebieten haben alles verloren.Caritas Ukraine

Auch rund anderthalb Jahre nach dem Sturz der alten Regierung ist die Ukraine noch lange nicht zur Ruhe gekommen. Separatisten halten einen Teil des Landes besetzt. Die humanitäre Situation in ihrem Einflussbereich ist verheerend. Auch die Menschen, die in den Westen der Ukraine fliehen, müssen oft nur mit dem Nötigsten auskommen. Die Zahl der Vertriebenen und Geflohenen ist immens. Jüngsten Schätzungen zufolge liegt sie bei 2 Millionen Menschen.

Um ein sicheres und menschenwürdiges Leben für die Vertriebenen zu schaffen, hat die Caritas Ukraine ihre Anlaufstellen für Betroffene sowohl im Westen als auch im immer wieder umkämpften Osten des Landes ausgebaut. Hier erhalten die Geflüchteten je nach Bedarf Unterstützung. Erst kürzlich startete Caritas international ein 2 Millionen Euro schweres Hilfsprogramm für Vertriebene - gefördert vom Auswärtigen Amt. Mehr als 20.000 Menschen sollen damit Unterstützung dabei erhalten, sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Auch die psychosoziale Beratung zählt zu den Hilfen, die durch das Programm geleistet werden.

Ein Mann liegt schlafend im Bett in einer provisorischen UnterkunftIn provisorischen Unterkünften leben Menschen auf engstem Raum.Caritas Ukraine

Die Caritas Ukraine versorgt die Menschen schon seit Beginn des Konflikts mit Beihilfen für Unterkunft, Nahrungsmittel, Matratzen, Decken und Hygieneartikeln.

Darüber hinaus begleiten und beraten die Mitarbeiter die Flüchtlinge psychologisch und helfen ihnen, sich in ihrer Lage zurecht zu finden. Kinder werden speziell betreut. Wichtig dabei ist, die Spannungen zwischen Flüchtlingen und der Bevölkerung an den Aufnahmeorten abzubauen. In persönlichen Gesprächen erarbeiten Berater/innen mit den Hilfesuchenden gemeinsam einen persönlichen Nothilfeplan: Sie wollen den Betroffenen schrittweise aufzeigen, wie es weitergehen kann. Die rechtliche Beratung ist wichtig, denn viele Menschen brauchen Orientierung, um in dieser Krise handlungsfähig zu werden: Wo kann ich staatliche Hilfe beantragen, eine Unterkunft finden oder mich nach einer Arbeit umsehen? Wo kann ich zum Arzt gehen? Wenn für diese dringenden Probleme erste Lösungen gefunden werden, und wenn es nur vorübergehende sind, ist damit viel geschafft.

Hilfen der Caritas auf beiden Seiten der Grenze

Die medizinische Versorgung in der Ostukraine ist kaum mehr gegeben, an einigen Orten ist sogar die Wasserversorgung zusammengebrochen, auch der Strom fällt immer wieder aus. Daher steht auch die Verteilung von Trinkwasser an Bedürftige und gezielte medizinische Hilfe für verletzte oder kranke Menschen in der Ostukraine auf dem Plan der dort tätigen Caritas.

Die 37-Jährige Lilya Komashko trägt ihr jüngstes Kind auf dem Arm.Die siebenfache Mutter Lilya Komashko wird nach ihrer Vertreibung von der Caritas Ukraine unterstützt.Holger Vieth / Caritas international

Im zurückliegenden Winter half die Caritas Ukraine den Betroffenen auf verschiedenen Wegen, sich gegen die niedrigen Temperaturen zu wappnen: Mit Decken, warmer Kleidung, Isoliermaterial und beheizten Behausungen.

Die Caritas Ukraine baut ihre Kapazitäten in der Flüchtlingshilfe überall da auf, wo es Flüchtlinge gibt: im Westen des Landes wie in der Hauptstadt Kiew sowie in den an die umkämpften Gebiete angrenzenden Regionen Kharkiv und  Donezk. Auch in frontnahen Städten wie Slawjansk und Kramatorsk ist sie aktiv geworden. Zudem verständigen sich die Caritas Ukraine und die Caritas Russland über ihre Arbeit, denn auch in Russland kommen viele Menschen an, die dem bewaffneten Konflikt den Rücken zugekehrt haben - um ihr Leben zu retten.

"Gemeinsam mit unseren Caritas-Partnern in Russland und in der Ukraine helfen wir den Vertriebenen und Flüchtlingen - unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Aufenthaltsort", sagt Oliver Müller, Leiter von Caritas international. "Damit wollen wir auch ein Zeichen dafür setzen, dass es nicht um religiöse oder ethnische Zugehörigkeiten geht, sondern dass die Hilfe für Menschen in Not im Zentrum aller Anstrengungen stehen sollte. Und die ist auf beiden Seiten der Grenze groß."

April 2015