Afrika  

Spende

Ruanda: Ein Zuhause für Straßenkinder

Das Projekt

Im Zentrum "Abaterambere" in Ruhengeri finden jährlich 140 Kinder und Jugendliche ein Zuhause, konkrete Hilfestellungen, Begleitung und Betreuung. Insgesamt beobachten die Caritas-Mitarbeiter, dass immer mehr unbegleitete Kinder in den Straßen Ruhengeris auftauchen.

Kindergruppe
Für viele Kinder ist der Schulbesuch unerschwinglich. Das Caritas-Zentrum übernimmt in Ruhengeri die Kosten

Die Streetworker der Caritas sprechen die Jugendlichen auf der Straße an und laden sie ein, in das Zentrum zu kommen. Viele Kinder und Jugendlichen haben in den Wirren des Genozids in Ruanda ihre Eltern verloren oder mussten miterleben, wie Geschwister oder Eltern ermordet wurden. Bei anderen hat Aids die Familie zerstört und sie auf die Straße getrieben. Viele von ihnen sind traumatisiert und benötigen einen verständnisvollen und warmherzigen Umgang.

Die Sozialarbeiter versuchen zunächst, Eltern oder Verwandte ausfindig zu machen und die Kinder in die ursprüngliche Familie zurück zu bringen. Ist dies geglückt, besuchen sie die Familien mehrmals und bereiten sie auf die Kinder vor. In diesen Fällen erhalten die Familien als Starthilfe eine finanzielle Unterstützung. Ist dies nicht möglich, werden die Kinder im Zentrum weiter betreut.

Ursprünglich kümmerten sich die Sozialarbeiter ausschließlich um Jungen. Aber nachdem vermehrt Mädchen auf der Straße lebten, richteten sie 2004 auch ein Haus für Mädchen ein, in dem es auch Übernachtungsmöglichkeiten gibt. 

Kinder aus Ruhengeri
Sport und Spiel sollen Spaß machen - und das Selbstvertrauen der Kinder stärken

Das Angebot in den Betreuungszentren ist sehr vielfältig: Neben medizinischer Versorgung und warmen Mahlzeiten können die Kinder an verschiedensten kulturellen, kreativen oder alltagspraktischen Aktivitäten teilnehmen. Dadurch gelingt es den Mitarbeitenden, ein Vertrauensverhältnis zu den Jugendlichen aufzubauen. Die Jungen und Mädchen stärken ihr Selbstvertrauen durch Sport und Akrobatikkurse. Erfolgreich beteiligt sich das Zentrum an sportlichen Turnieren von Straßenkindern in Kigali, zwei Vertreterinnen wurden zu einer internationalen Sportveranstaltung nach Peking entsandt und waren dort sehr erfolgreich . Für die Jüngeren zahlt die Caritas das Schulgeld und sorgt dafür, dass sie die Schule nicht abbrechen.

Den älteren Jugendlichen vermitteln die Caritas-Mitarbeiter Arbeits- und Ausbildungsplätze bei lokalen Handwerkern. Sie machen als Schuster, Schreiner, in Metallwerkstätten oder bei Friseuren eine Ausbildung. Danach erhalten sie wenn nötig Werkzeug und finden zumeist schnell eine Anstellung.

Zu den Aufgaben der Kinder im Zentrum gehört es, sich um die Baumschule und die Tierzuchten zu kümmern. Die Jungen sind stolze Eigentümer von mehreren Schweinen. Im vergangenen Jahr wurden zehn Schweine verkauft oder für den eigenen Verzehr geschlachtet. Kartoffeln, Kohl, Karotten und anderes Gemüse reichern den Speiseplan des Zentrums an oder werden verkauft. Rund 1.600 kg Kartoffeln werden jedes Jahr geerntet.

Jochen Maurer, Afrika-Experte bei Caritas international berichtet aus dem Zentrum: "Einige der Kinder kümmern sich um die Essenszubereitung oder um die Pflanzen in der Baumschule. Ehemalige Straßenkinder, einige von ihnen sind inzwischen verheiratet, arbeiten in den Werkstätten und verdienen sich so ihren Lebensunterhalt."

Für viele Kinder und Jugendliche in Ruhengeri ist das Betreuungszentrum weit mehr als ein Treffpunkt: Es ist Lebensmittelpunkt und eine Chance für eine bessere Zukunft.

Dezember 2009