Freiburg, 18.02.04. Für die
humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau in Afghanistan sind dringend weitere
Mittel notwendig. Dies forderte Peter
Neher
,
Präsident des Deutschen Caritasverbandes, nach seiner Rückkehr aus dem
zerstörten Land heute auf einer Pressekonferenz in Freiburg. Mehr als zwei
Jahre nach dem Ende des
Talibanregimes
liegen die
Infrastruktur und die Wirtschaft noch am Boden. Millionen Menschen leben am
Rande des Existenzminimums. „Die Humanitäre Hilfe wird über Jahre hin weiter
notwendig sein. Sie kann aber ein umfangreicheres Engagement der
internationalen Staatengemeinschaft für den Wiederaufbau nicht ersetzen. Es
gilt jetzt, die Unterstützung über die vorgesehen Wahlen im Sommer hinaus zu sichern
,“
so der Präsident mit Blick auf die Ende März
stattfindende Afghanistankonferenz in Berlin.
Die tägliche Ernährung der Familie stellt für Frauen in Kabul das größte
Problem dar.
Dies ist das Ergebnis einer Studie, bei der 3600 Frauen in den ärmsten
Stadtteilen Kabuls befragt wurden. Zwei Drittel der befragen Haushalte verfügen
über maximal ein bis zwei Dollar am Tag, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.
56 % der
Frauen teilen sich mit ihren Familien - in der Regel etwa sechs Personen - ein
einziges Zimmer, oft ohne Fenster oder Türen. Latrinen werden meist von zehn
und mehr Personen benutzt, kaum ein Haushalt hat Elektrizität oder direkten
Zugang zu Trinkwasser.
Eines der Interviews schließt mit der Aussage, dass in diesem Land keine
Frauen geboren werden sollten. „Drastischer kann man die Lage der Frauen nicht
illustrieren“, sagte Martin Salm, Leiter von Caritas international, auf
derselben Pressekonferenz. Tatsächlich heißt Armut für die afghanischen Frauen
nicht nur Mangel an Einkommen, sondern auch Nachteile in Bildung und
Gesundheitsversorgung. Die Zahl der Haushalte in Kabul ohne Mann wird auf etwa
30.000 geschätzt. Diese Familien sind besonders hart betroffen, denn Witwen und
geschiedene Frauen sind völlig an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Frauen
mit Behinderungen sind eine für die Familien untragbare Bürde. Hier wird ein
weiterer wichtiger Aufgabenbereich der Sozialarbeit von Caritas international
liegen.
Unter
Studie Frauen in
Kabul
können Sie die gesamte Information abrufen.
Caritas international gehört zum
weltweiten Netzwerk der Caritas mit 162 nationalen Mitgliedsverbänden.
Pressemitteilung
Afghanistan: Caritas international stellt Armutsstudie "Frauen in Kabul" vor
Erschienen am:
18.02.2004
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