ZAR: Ernährungssicherheit & Basisgesundheitsversorgung
In den Regionen Kouango, Ndjoukou und Mobaye in der Zentralafrikanischen Republik stärkt Caritas international gemeinsam mit dem BMZ verschiedene Wirtschaftssektoren. Mehr Produktion und wachsender Handel eröffnen vielen Familien neue Einkommensmöglichkeiten und helfen ihnen, ihre Lebensgrundlagen zunehmend selbstständig zu sichern. Immer mehr Menschen sind dadurch weniger auf externe Unterstützung angewiesen. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zeigt, wie nachhaltige Entwicklungsarbeit langfristige Perspektiven schaffen kann.
Dieses Projekt wird teilweise durch die Übergangshilfe finanziert, ein Förderinstrument vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Das gemeinsame Projekt wurde in der Region nahe des Oberlaufs des Flusses Ubangi in der Zentralafrikanischen Republik erfolgreich umgesetzt:
Ausgehend von den Städten Kouango und Ndjoukou organisiert die Caritas Zentralafrikanische Republik regelmäßig mobile Einsätze in den umliegenden Regionen. Entlang mehrerer Versorgungsachsen – sowohl ins Hinterland als auch entlang des Flusses – erreichen die Teams Dörfer in einem Umkreis von bis zu 60 Kilometern. Dies ermöglicht auch abgelegenen Gemeinden einen Zugang zu medizinischer Versorgung.
Ergänzend dazu stärkt der Wiederaufbau lokaler sozialer Grunddienste die Resilienz besonders vulnerabler Haushalte in den Unterpräfekturen Kouango, Ndjoukou und Mobaye nachhaltig. Dadurch verbessern sich die Lebensbedingungen der Familien und ihre Fähigkeit, Krisen künftig eigenständig zu bewältigen.
Caritas und BMZ helfen sektorübergreifend
Ziel des Projekts ist die Stärkung der Resilienz von Menschen, die von Binnenvertreibung betroffen sind, durch Maßnahmen in den Bereichen Ernährungssicherung, Basisgesundheitsversorgung und WASH in mindestens drei Unterpräfekturen am Oberlauf des Ubangi in der Zentralafrikanischen Republik.
Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir ein sektorübergreifendes Programm umgesetzt, das ausgehend von den dringendsten Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung auf verschiedenen Ebenen ansetzt und die langfristige Resilienz der ganzen Region stärkt.
✅Ernährungssicherung: Die Ernährungssituation von rund 5.500 besonders vulnerablen Familien in den Projektregionen hat sich spürbar verbessert.
✅Mobile Gesundheitsvorsorge: Der Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser sowie zu Gesundheits- und Ernährungswissen über Kleinkinder, Schwangere und stillende Mütter wurde deutlich gestärkt.
✅Friedensstabilisierung: Durch gezielte Unterstützung für Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt sowie funktionierende Dialog- und Sensibilisierungsmaßnahmen ist Gewalt innerhalb und zwischen Gemeinschaften zurückgegangen.
✅Infastrukturaufbau: Die Rehabilitierung einer komplett zerstörten Straße erschafft neue Möglichkeiten die lokale Wirtschaft zu stärken und so den Absatz von vielen Kleinunternehmen in der Region langfristig zu erhöhen.
Während der Projektlaufzeit konnten insgesamt 75.000 Erwachsene und 40.000 Kinder erreicht werden. Die Maßnahmen haben damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen und Zukunftsperspektiven vieler Menschen in den Projektregionen geleistet.
Wirkung messen: Ein erfolgreiches Projekt verändert das Leben von vielen Menschen langfristig
Sehen Sie in unserem Video, wie wir die Erfolge des umgesetzten Projekts messen. Mittels einfacher Metriken und persönlicher Gespräche stellen wir fest, dass sich die Lebenssituation der Menschen in der Projektregion seit Beginn des Projekts deutlich verbessert hat. Dank professionellem Wissenstransfer, praktischer Übungen für die jeweilige Tätigkeit und Startkapital, sowie der Bereitstellung von Startkapital konnten viele neue Kleinbetriebe eröffet werden, was die wirtschaftliche Situation der Familien vor Ort positiv verbessert hat.
Erfolgreich umgesetzte Maßnahmen
Resiliente Landwirtschaft: Gemüsebauern, Fischer und Imker in der Projektregion nehmen an regelmäßigen Trainings teil und steigern durch diesen professionellen Wissenstransfer ihre Erträge enorm. Zusätzlich erhalten sie besseres Saatgut und Werkzeuge, wie Gießkannen, Harken und Spaten, damit sie ihre Felder ertragreicher bestellen können.
Nachhaltige Viehzucht: Familien in der Projektregion, die von Viehzucht leben, bekommen Kleinvieh als Starthilfe zur Sicherung ihrer Existenzgrundlage. Begleitende Schulungen vermitteln wichtiges Wissen zu Haltung und Produktion, sodass die Erträge deutlich gesteigert werden konnten. Erfahrene Veterinäre unterstützen die Tierhalter zudem durch regelmäßige Betreuung und Impfungen, um die Gesundheit der Tiere langfristig zu sichern.
Erweiterung der Infrastruktur: Im Projektzeitraum wurden insgesamt 78 Kilometer Straßen neu gebaut. Dadurch bekommen die Menschen in der Region besseren Zugang zu lokalen Märkten und können ihre Waren und Dienstleistungen einfacher anbieten. Im Rahmen eines Cash-for-Work-Ansatzes waren auch entmilitarisierte Soldaten am Straßenbau beteiligt. So wurden kurzfristige Einkommensmöglichkeiten geschaffen und zugleich neue berufliche Perspektiven eröffnet.
Es ist ein Projekt, das den Erwartungen, dem Willen und den Bedürfnissen unserer Gemeinschaft in der Zentralafrikanischen Republik entspricht. Ein Projekt das die Würde von zentralafrikanischen Familien respektiert hat.
Marius Pounangere, Food Security Coordinator
Gemeinsam stark: Unsere Arbeit wirkt
10
Bau von zehn Gesundheitszentren und einem Operationssaal sowie Finanzierung des Personals aus drei Pflegekräften, drei Hebammen und drei Apotheker_innen.
5.500
5.500 Familien in der Region können inzwischen täglich zwei bis drei Mahlzeiten zu sich nehmen – statt zuvor oft nur eine.
600
Unterstützung bei der Existenzgründung von 600 Frauen – Wissensvermittlung und Austausch der Frauen mit Fachleuten.