Seit der Machtübernahme durch die Taliban im August 2021 hat sich die wirtschaftliche und humanitäre Situation in Afghanistan massiv verschlechtert. Die Auswirkungen des Klimawandels sowie die Anfälligkeit für Naturkatastrophen (Erdbeben, Überschwemmungen, Dürren) führen zu einer abnehmenden Resilienz in der Bevölkerung, insbesondere in den kalten Wintermonaten. Frauen sind durch massive Einschränkungen in ihrer Bewegungsfreiheit, Teilhabe, sowie Ausbildungs- und Erwerbsmöglichkeiten besonders betroffen. Das Nothilfe-Projekt unterstützt besonders vulnerable Menschen darin, ihr Überleben zu sichern, indem es Bargeldhilfen für Lebensmittel und winterfeste Häuser zur Verfügung stellt, sowie Hygiene-, Sanitär- und Solar-Kits für von Frauen-geführte Haushalte verteilt. Letztere dienen insbesondere bei Nacht dazu, Wege und Häuser beleuchten zu können, sodass Frauen in einem geschützteren Umfeld Latrinen aufsuchen können.
Damit wir diese Hilfen leisten können, sind wir auf starke Partner an unserer Seite angewiesen. Zum einen auf Partner vor Ort, die Hilfen tatkräftig umsetzen. Aber genauso sehr auf Partner aus Deutschland und Europa, die unsere weitreichenden Hilfsprogramme mitfinanzieren. Etwa 45% unserer Mittel stammen von der deutschen Bundesregierung; etwa 6% sind kirchliche Haushaltsmittel und knapp 6% stammen von der Europäischen Union.
Geleistete Hilfe nach Förderern

Vonseiten der deutschen Bundesregierung sind unsere Förderer das Auswärtige Amt (AA) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Zuschüsse der Europäischen Union stammen aus dem Nothilfefonds der Europäischen Kommission European Commission DG Humanitarian Aid (ECHO) sowie aus den Mitteln der europäischen Entwicklungszusammenarbeit Europäische Gemeinschaft (EU).
Daneben erhalten wir auch kirchliche Haushaltsmittel zur Finanzierung unserer weltweiten Projekte. Diese stammen vom Verband der Diözesen Deutschlands sowie von den Ordinariaten Freiburg, Köln und Rottenburg-Stuttgart.
Unsere öffentlichen Förderpartner
Auswärtiges Amt (AA)

Das Auswärtige Amt (AA) unterstützt Vorhaben der humanitären Hilfe. Diese richten sich an Menschen in vorübergehenden Notsituationen, insbesondere nach Naturkatastrophen, sowie in Flucht- und Konfliktkontexten. Dabei geht es um Überlebenshilfe in Krisensituationen, um Katastrophenvorsorge, sowie um vorausschauende humanitäre Hilfe. Typische Maßnahmen sind Trinkwasserversorgung, Bereitstellung von Notunterkünften, Nahrungsmittelhilfe und andere Hilfsgüter („Non-Food-Items“), Hygienemaßnahmen, medizinische Notfallversorgung sowie humanitäre Schutzmaßnahmen. Nach Möglichkeit werden Bargeldhilfen eingesetzt.
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Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Übergangshilfe
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt über den Fördertitel „Krisenbewältigung, Wiederaufbau, Infrastruktur“ Maßnahmen der strukturbildenden Übergangshilfe. Deren Ziel ist, eine Brücke zwischen lebensrettender humanitärer Hilfe und langfristiger Entwicklungszusammenarbeit zu schaffen. Dabei soll insbesondere die Resilienz von Einzelpersonen und lokalen Gemeinschaften gegenüber den Folgen von Krisen, gewaltsamen Konflikten und extremen Naturereignissen gestärkt werden, um Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen. Förderschwerpunkte sind Ernährungssicherheit, Wiederaufbau von Basisinfrastruktur, Katastrophenrisikomanagement sowie friedliches und inklusives Zusammenleben.
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Struktursozialförderung des BMZ

Der Fördertitel Sozialstrukturförderung (SSF) des BMZ zielt auf die nachhaltige Veränderung der sozialpolitischen Rahmenbedingungen in den Projektländern. Das wichtigste Merkmal des Titels ist dabei die Arbeit auf der Makroebene, welche die politischen Gesetzgebungen und deren Implementierung sowie das Arbeitsumfeld von Sozialdienstleistern aktiv mitgestalten möchte. Dabei bauen der DCV und sein Hilfswerk Caritas international auf die jahrzehntelange Erfahrung als einer der größten Wohlfahrtsverbände in Deutschland und arbeiten mit lokalen Projektpartnern zusammen, die das Ziel verfolgen die Sozialpolitik in ihrem Land zu verbessern. Sie bringen dafür ihre Fachexpertise als soziale Dienstleister und für die politische Interessensvertretung vor Ort ein.
Private Träger
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung BMZ fördert mit der Budgetlinie Private Träger (PT) eine große Zahl von EZ-Projekten, die von vielen Nichtregierungsorganisationen und Stiftungen gemeinsam mit ihren lokalen Partnern implementiert werden. Die Projekte haben eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren und decken ein breites Themenspektrum ab. Caritas international fokussiert seine PT-Projekte auf Katastrophenvorsorge, Unterstützung vulnerabler Bevölkerungsgruppen und Klimaanpassungsmaßnahmen.
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European Commission – DG Humanitarian Aid ECHO

Die Generaldirektion Europäischer Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe (engl. Directorate-General for European Civil Protection and Humanitarian Aid Operations, DG-ECHO) unterstützt Projekte, die lebensrettende humanitäre Hilfe für Menschen in akuter Not leisten. Die wichtigsten Merkmale dieser Projekte sind schnelle Hilfen für Menschen, die von Akutkrisen betroffen sind. Caritas international und seine Partner arbeiten mit Finanzierung von ECHO primär in schwer erreichbaren Gebieten, zu denen nur wenige humanitäre Akteure Zugang besitzen.
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Vom Auswärtigen Amt geförderte Projekte der humanitären Hilfe:
Jordanien | 2023-2026 | Sicherung der Grundbedürfnisse vulnerabler Gruppen
In Jordanien leben über eine Million Geflüchtete, der Großteil ohne Zugang zu Arbeit, Gesundheitsversorgung und psychosozialer Unterstützung. Mit Hilfe des Auswärtigen Amts unterstützt Caritas Jordanien über 50.000 Menschen durch gezielte Geldleistungen, medizinische Basisversorgung und psychosoziale Angebote. Ziel ist die Deckung akuter Grundbedürfnisse, Stärkung von Schutzmechanismen und Förderung von Resilienz in Aufnahmegemeinschaften.
Kolumbien, Venezuela & Ecuador | 2022-2025 | Ernährungs-, Gesundheits- und Schutzsicherung für Familien
Zielgruppe dieses Regionalprojekts sind von Hunger betroffene Familien in Venezuela, sowie vulnerable Venezolaner_innen, die als Migrant_innen das Land verlassen haben und in den Anrainerstaaten Hilfe benötigen. Das Projekt zielt darauf ab, ihre Lebensbedingungen zu verbessern, mit besonderem Fokus auf Ernährungssicherheit, Unterkunft, Gesundheit, sowie Schutz. Über die humanitäre Hilfe soll für die betroffenen Haushalte der Zugang zu Lebensmitteln verbessert sowie Geflüchteten und Migrant_innen eine angemessene Unterbringung gewährt und sie bei der Abstimmung mit den öffentlichen Einrichtungen unterstützt werden. Des Weiteren sollen der Zugang zu Hygiene- und Notfallartikeln sowie die Bedingungen für einen sicheren Grenzübergang zum Schutz venezolanischer Migrant_innen verbessert werden.
Mali & Burkina Faso | 2023-2025 | Nothilfe für Binnenvertriebene und Gastfamilien
Angesichts der multiplen Krisen in Mali und Burkina Faso – geprägt von bewaffneten Konflikten, politischer Instabilität und klimawandelbedingten Wetterextremen – werden rund 53.400 besonders betroffene Menschen unterstützt. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen ENDA Mali und OCADES Caritas Burkina Faso werden Bargeldhilfen, sauberes Trinkwasser, Hygieneartikel sowie landwirtschaftliche Unterstützung bereitgestellt. Ziel ist es, die akute Not von Binnenvertriebenen und Gastfamilien zu lindern und ihre Lebensgrundlagen nachhaltig zu stärken.
Nigeria, Kamerun & Tschad | 2023-2025 | Ernährungs- und Schutzhilfe für Betroffene der Tschadseekrise
Das Programm soll Menschen helfen, die besonders stark von Konflikten und deren Folgen betroffen sind – vor allem, wenn es um Hunger, Schutz und grundlegende Versorgung geht. Insgesamt werden rund 21.800 Haushalte mit Bargeldhilfen und Sachleistungen unterstützt, um ihre Ernährung zu sichern. Gleichzeitig werden 8.500 Familien auf Unterernährung untersucht. Betroffene Kinder und Erwachsene erhalten anschließend gezielte Behandlung und Schulungen zur Zubereitung nährstoffreicher Lebensmittel. Darüber hinaus bekommen 7.100 Haushalte finanzielle Unterstützung und Schulungen zu nachhaltiger Landwirtschaft – vor allem in Gebieten, in denen die Menschen Zugang zu Land haben und selbst anbauen können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt (GBV), Kindesmissbrauch und psychischen Belastungen. Das Programm will bis zu 2.200 Betroffene identifizieren und ihnen direkte Hilfe oder spezialisierte Betreuung vermitteln. Ebenso werden 2.200 Überlebende von Gewalt oder Menschen mit hohem Risiko durch Bargeldhilfen dabei unterstützt, eigene Einkommensquellen aufzubauen. Um auch Kindern in Krisensituationen eine Zukunft zu ermöglichen, übernimmt das Projekt die Schulgebühren für 15.000 Kinder, die innerhalb ihres Landes vertrieben wurden (IDPs). Außerdem erhalten 16.000 Menschen rechtliche Unterstützung, etwa bei der Ausstellung wichtiger Ausweisdokumente. Zugang zu sauberem Wasser und Hygiene ist ein weiteres Ziel: 3.000 Haushalte profitieren von neuen, solarbetriebenen Wasserstellen, während 15.000 gefährdete Menschen Hygiene-Kits erhalten, um Krankheiten vorzubeugen.
Palästina | 2024-2026 | Humanitäre Hilfe für Familien in Gaza
Das Projekt richtet sich an konfliktbetroffene Haushalte im Gazastreifen und Westjordanland, welche seit dem 7. Oktober 2023 Schauplatz einer beispiellosen Häufung militärischer, humanitärer und sozioökonomischer Krisen sind. Kontinuierliche, wiederholte und oft gleichzeitige israelische Militäreinsätze sind fast zur täglichen Realität geworden und zerstören Häuser, Wasser- und Abwassernetze, Stromleitungen und Lagerstraßen. Über 40.000 betroffene Familien und Gemeinden bekommen lebensrettende Nothilfe durch Zugang zu sicherem Trinkwasser, angemessenen Sanitärlösungen und Hygieneartikeln, sowie Unterstützung bei der Bereitstellung von Notunterkünften. Kinder in Gaza erhalten dringend benötigte psychosoziale Unterstützung, da viele von ihnen Anzeichen schwerer Traumata wie Angstzustände, Depressionen und posttraumatische Stresssymptome zeigen. So erhalten die betroffenen Haushalte eine ganzheitliche und wirksame Unterstützung.
Somalia, Kenia & Äthiopien | 2023-2025 | Nothilfe klimabedingt betroffene Familien
In den vergangenen Jahren wurde die Region durch schwere Dürren und extreme Heuschreckenplagen heimgesucht, die zu den schlimmsten der letzten Jahrzehnte gehören. Unterbrochen wurde dies immer wieder durch vereinzelte sintflutartige Überschwemmungen in den kargen Landstrichen, deren harte Böden kaum Wasser aufnehmen. Dadurch waren Hunderttausende Menschen von akutem Hunger bedroht. Tausende verloren bei den Überschwemmungen ihr Zuhause und fast all ihre Habseligkeiten. Allein in Kenia und Äthiopien fielen den Extremwetterereignissen in nur einem Jahr über 6,5 Millionen Weidetiere zum Opfer. Dadurch entwickelten sich wiederum Konflikte um den Zugang zu natürlichen Ressourcen wie Trinkwasser, die von politischen Akteuren zusätzlich angeheizt wurden. Durch das länderübergreifende Projekt ist es gelungen, über 50.000 Menschen mit dringend benötigten Nahrungsmitteln zu versorgen; dazu kamen noch über 10.000 Kinder, die Schulspeisungen erhielten und deren Schulgebühren finanziert wurden. Weit über 80.000 Menschen wurden mit Trinkwasser versorgt; das Weidevieh etwa 20.000 nomadisch lebender Hirtenfamilien wurde durch hochwertig angereichertes Viehfutter und Impfungen gestärkt, 4.400 Bauernfamilien erhielten dürreresistentes Saatgut. Bei sich abzeichnenden Konflikten vermittelten unsere lokalen Partnerorganisationen zwischen den Parteien, um gemeinsam nach friedlichen Lösungen zu suchen und allen den Zugang zu Nahrung und Wasser zu ermöglichen. Schon bei der Auswahl der Menschen, die am meisten Hilfe benötigen, wurde darauf geachtet, alle Bewohner_innen in den Entscheidungsprozess einzubeziehen. Insbesondere bei alten und gebrechlichen Menschen, schwangeren Frauen und stillenden Müttern sowie unterernährten Kindern wurde darauf geachtet, dass sie die benötigte Unterstützung erhalten.
Südsudan & DR Kongo | 2023-2026 | Multisektorale humanitäre Hilfe für betroffene Haushalte
Im Südsudan und DR Kongo bedrohen Hunger und fehlender Zugang zu Trinkwasser das Leben von Millionen von Menschen. Das Projekt reagiert mit einem integrierten Ansatz: Über 200.000 Menschen erhalten Zugang zu Nahrungsmitteln – in Form von Verteilungen, Cash for Work und Unterstützung beim Nahrungsmittelanbau durch Saatgut, Werkzeug, Ochsenpflüge und Schulungen. 163.000 Menschen bekommen Zugang zu sauberem Wasser und Hygiene, beispielsweise durch den Bau von Brunnen, Wasseraufbereitungstabletten und die Verteilung von Hygienekits. Weitere Projektkomponenten: Schutz vor (geschlechterbasierter) Gewalt, medizinische Hilfen und Verteilungen von Non-Food-Items.
Syrien | 2023-2026 | Resilienzstärkung im anhaltenden Krisenkontext in Ost-Aleppo
Das Projekt leistet existenzsichernde Hilfen für Bewohner_innen von vier Gemeinden in Ost-Aleppo durch Basisversorgung, psychosoziale Angebote und Mitarbeitendenfürsorge. Im ersten Jahr werden 4.300 Haushalte mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, NFIs und Winterhilfen unterstützt, im zweiten Jahr gezielt 2.500 besonders vulnerable Haushalte. Ein Gemeindezentrum bietet psychosoziale Sitzungen, GBV-Prävention, Alphabetisierung, Lifeskills, Schutz- und Bildungsangebote für Kinder sowie Freizeitprogramme. Weiterhin erhalten die bedürftigsten Haushalte Winterhilfen sowie Mehrzweck-Bargeldhilfen. Dabei werden sowohl vulnerable Haushalte aus der aufnehmenden Gemeinde als auch rückkehrende Familien gleichermaßen berücksichtigt. Ergänzend werden die Mitarbeitenden von Caritas Syrien durch Fachtrainings und Fürsorgeangebote gestärkt.
ToGETHER | 2024-2027 | Stärkung von lokalen humanitären Partnern
Das Programm „Towards Greater Effectiveness and Timeliness in Humanitarian Emergency Response”, kurz ToGETHER, ist eine gemeinsame Initiative von vier internationalen Konsortialpartnern aus Deutschland (Caritas international, Deutsche Welthungerhilfe, Diakonie Katastrophenhilfe und Malteser International). Das Programm setzt sich für die Lokalisierung humanitärer Maßnahmen ein und umfasst 40 lokale humanitäre Partner in acht Ländern, darunter Bangladesch, Kolumbien, DR Kongo, Äthiopien, Indonesien, Myanmar, Pakistan und Somalia. Das Programm zielt darauf ab, institutionelle und operative Kapazitäten zu stärken, sich für lokale Führungsrollen im humanitären System einzusetzen und grenzüberschreitendes Lernen und Wissensaustausch zu fördern. Caritas international ist verantwortlich für die Partnerschaften in Kolumbien und Indonesien.
Ukraine | 2023-2026 | Humanitäre Hilfe zur Deckung lebenswichtiger Bedürfnisse
Das Projekt hat zum Ziel die Menschen in Kriegsgebieten bei der Sicherstellung ihrer Grundbedürfnisse zu unterstützen. Die Projektkomponenten sind Bargeld-Hilfen und Zuschüsse für medizinische Hilfen. Es wird an vier Standorten mit Begünstigten aus Dörfern, die weniger als 5.000 Einwohner haben, zusammen gearbeitet. Die Hilfe, für die am meisten gefährdeten Menschen wird von mobilen Teams geleistet.
Venezuela | 2026-2027 | Unterstützung für von Unterernährung bedrohte Frauen und Kinder
Das Projekt unterstützt Familien mit unterernährten Kindern unter 60 Monaten sowie schwangere und stillende Frauen in den venezolanischen Bundesstaaten Apure, Amazonas, Carabobo und Zulia. Betroffenen Familien können durch die Cash-Komponente des Projekts ausreichend hochwertige Lebensmittel kaufen, um so ihre Grundbedürfnisse zu decken und Ernährungsrisiken zu reduzieren. Durch Gesundheitsmonitoring und eine Unterstützung mit speziellen Nahrungsmittelpräparaten, kann die von starker Unterernährung betroffene Zielgruppe von insgesamt 13.616 Personen wieder zu Kräften kommen. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die sich verschlechternde humanitäre Lage, welche bedingt durch den wirtschaftlichen Niedergang des Landes, eine übermäßig regenreiche Saison, sowie territoriale Spannungen verbunden mit Gewalt und Binnenvertreibung, zu erhöhter Ernährungsunsicherheit geführt haben.
Vom BMZ über den Titel „Übergangshilfe“ geförderte Projekte:
Afghanistan | 2023-2027 | Verbesserung der Resilienz durch Schutz und Wiederherstellung von Wassereinzugsgebieten
Das Projekt stärkt bis 2027 die Resilienz vulnerabler Haushalte in 20 Gemeinden gegenüber Ernährungskrisen und Katastrophen wie Dürren. Geplant sind verbessertes Wasser- und Katastrophenrisikomanagement, Zugang zu sauberem Wasser sowie nachhaltige landwirtschaftliche Verfahren für Bäuerinnen, Bauern und Junglandwirte. Die Maßnahmen umfassen Schulungen von Water Management Committees, Bau oder Sanierung von Wassersystemen, Bereitstellung landwirtschaftlicher Mittel, gender- und altersgerechte Trainings zu klima- und ressourcenschonender Produktion sowie Bargeldhilfen zur wirtschaftlichen Stabilisierung.
Bangladesch | 2020-2026 | Stärkung von Resilienz und Lebensperspektiven
Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Lebenssituation von gefährdeten Rohingya Flüchtlingsfamilien im Camp Kutupalong und von Familien der nahe gelegenen Gastgemeinde, um die Resilienz beider Bevölkerungsgruppen gegenüber zukünftigen Krisen auf Grund von Naturkatastrophen, Gesundheitsrisiken, sowie sozialen Spannungen und Gewalt zu stärken. Langfristig soll damit auch die Abhängigkeit dieser Menschen von humanitärer Hilfe reduziert werden. Das Projekt setzt sich aus zwei Hauptkomponenten zusammen: Katastrophenschutzmaßnahmen, die zusammen mit der Gastgemeinde in Rajapalong durchgeführt werden, und psychosoziale Unterstützungsdienste für von Gewalt und Konflikten betroffene Rohingya Familien in Camp 19 von Kutupalong. In beiden Aktionsfeldern werden auch Schutz- und Präventionsmaßnahmen gegenüber Gesundheitsgefahren integriert, insbesondere gegenüber Covid-19.
Mali | 2021-2025 | Förderung der Resilienz gegen Ernährungskrisen
Das Projekt zielt darauf ab, die Ernährungssicherheit von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern durch eine gesteigerte Eigenproduktion von Lebensmitteln und die Erhöhung des Haushaltseinkommens zu verbessern. Das Katastrophenrisiko in den Zielgemeinden soll dauerhaft reduziert und der Schutz natürlicher Ressourcen zu verbessern werden. Durch die Stärkung lokaler Mechanismen zur Konfliktprävention und Konfliktbearbeitung soll die gewalttätige Eskalation von Konflikten in den Zielgemeinden vermieden werden. Direkte Zielgruppe des Projektes sind insgesamt 37.800 Menschen in 45 Dörfern in den Kreisen Tominian und San in der Region Ségou. Klicken Sie hier für weitere Informationen zu diesem Projekt.
Nigeria & Kamerun | 2022-2026 | Stärkung vulnerabler Haushalte in Krisengebieten
Insgesamt profitieren ca.6.000 Haushalte in 35 ländlichen Projektdörfern von den verschieden Maßnahmen. 6.000 Familien verbessern ihre Ernährungssicherheit durch eine Kombination von Verteilung von verbessertem Saatgut, Training in umweltfreundlichen und klima angepasster Landwirtschaft-, sowie Schulungen zur Weiterverarbeitung ihrer Produkte. Die Zielgemeinden bekommen verbesserten Zugang zu Wasser durch reparierte oder neu gebohrte Brunnen. Zudem werden Kleinstaudämme sowie Wassersammelbecken gebaut, um das Überschwemmungsrisiko zu senken. Zusätzlich bauen die lokalen Partner ein psychosoziales Beratungsnetzwerk auf, in dem staatliche Mitarbeiter_innen in der Diagnose, Behandlung und Überweisung von traumatisierten Individuen geschult werden. Eine breite Palette von Maßnahmen zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts unterstützt die Bevölkerung dabei, über ethnische, religiöse und soziale Grenzen hinweg zueinanderzufinden und gemeinsam und gewaltfrei Probleme zu lösen. Diese Maßnahmen beinhalten das Gründen von Spargruppen, Dialogforen und das Organisieren von Sportveranstaltungen, um Menschen miteinander in Kontakt zu bringen.
Ukraine | 2020-2025 | Stärkung sozialer Dienste
Das Projekt stärkt im Rahmen der ukrainischen Dezentralisierungsreform fünf Caritas-Sozialzentren in der Ostukraine. Ziel ist die Resilienz von Binnenvertriebenen und Aufnahmegemeinschaften durch nachhaltige Absicherung der sozialen Dienste in der Hauskrankenpflege sowie der Kinder- und Jugendarbeit. Statt reiner Hilfeleistung liegt der Fokus auf der langfristigen Sicherung der Angebote, hierzu wird die Lobby- und Advocacy-Arbeit der Caritas Ukraine als dritte Komponente des Projekts gestärkt. Es geht dabei auch um verbesserte Qualität, Transparenz und Einbindung nichtstaatlicher Anbieter. Nach der russischen Invasion steht auch die Unterstützung von Binnenvertriebenen mit im Fokus.
Ukraine | 2026-2029 | Bereitstellung von häuslicher Pflege, Kinder & Jugendarbeit für Kriegsbetroffene
Das Projekt stärkt im Rahmen der ukrainischen Dezentralisierungsreform fünf Caritas-Sozialzentren in der Ostukraine. Ziel ist die Resilienz von Binnenvertriebenen und Aufnahmegemeinschaften durch nachhaltige Absicherung der sozialen Dienste in der Hauskrankenpflege sowie der Kinder- und Jugendarbeit. Statt reiner Hilfeleistung liegt der Fokus auf der langfristigen Sicherung der Angebote, hierzu wird die Lobby- und Advocacy-Arbeit der Caritas Ukraine als dritte Komponente des Projekts gestärkt. Es geht dabei auch um verbesserte Qualität, Transparenz und Einbindung nichtstaatlicher Anbieter. Nach der russischen Invasion steht auch die Unterstützung von Binnenvertriebenen mit im Fokus.
Somalia | 2021-2025 | Multisektorale Resilienzstärkung vulnerabler Haushalte in den Regionen Hiran und Lower-Shabelle
Geringe landwirtschaftliche Produktivität, Wassermangel oder -überfluss, strukturelle Mangelernährung insbesondere von Kleinkindern, geringer formeller Bildungsstand und wenig Bewusstsein zu gesunder Ernährung, sauberem Trinkwasser und Erkrankungen durch unhygienische Praktiken führen zur Vulnerabilität der Bevölkerung in Krisenzeiten. Daher stärkt das Projekt die Widerstandsfähigkeit der Menschen insbesondere durch Maßnahmen in folgenden Bereichen: Steigerung und Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion, Weiterverarbeitung von ausgewählten Produkten, Förderung von genossenschaftlichen Strukturen, Verbesserung der Trinkwasserversorgung, Rehabilitierung des Bewässerungssystems, Verbesserung des Hochwasserschutzes, Entwicklung der Kapazitäten, insbesondere von Frauen durch die Förderung von kollektiven Selbsthilfestrukturen, Schulungen und Unterstützungen im einkommensschaffenden Bereich-, sowie Stärkung kommunaler Selbstverwaltungsstrukturen. Dabei wird die Resilienz sowohl der Menschen wie auch der lokalen Strukturen auf unterschiedlichen Ebenen weiterentwickelt und somit das Gesamtsystem nachhaltig stabilisiert.
ZAR | 2021-2025 | Resilienz stärken. Ernährung, Gesundheit und Wasser für gefährdete Menschen
Das Projekt stärkt die Resilienz von vulnerablen Familien in einer besonders von Unterernährung, Gewaltkonflikten und Armut betroffenen Region der Zentralafrikanischen Republik durch einen multisektoralen Ansatz: Die Ernährungssicherheit von 5.500 besonders vulnerablen Familien ist verbessert. Der Zugang von Kleinkindern, Schwangeren und stillenden Müttern zu qualitativer Basisgesundheitsversorgung, geschützten Wasserquellen und gesunden Ernährungsweisen im Zielgebiet ist gewährleistet. Traumata und Gewalt in und zwischen Gemeinschaften sind aufgrund effektiver Unterstützung für Opfer genderbasierter Gewalt sowie funktionierende Dialogstrukturen und Sensibilisierungsmaßnahmen zurückgegangen. Klicken Sie hier für weitere Informationen zu diesem Projekt.
Vom BMZ über den Titel „Sozialstrukturförderung“ geförderte Projekte:
Ägypten | 2026-2028 | Inklusionsförderung von Jugendlichen
Das Projekt zielt auf drei Ebenen ab: Auf der Makroebene werden zuständige Ministerien und staatlichen Behörden geschult, um die schrittweise Umsetzung bestehender Gesetze sicherzustellen. Auf der Mesoebene werden NGOs und Entwicklungsorganisationen sowie Arbeitgeber und Anbieter von Ausbildungsdiensten geschult und das Bewusstsein von Gemeindemitgliedern für das Recht auf gleichberechtigten Zugang gestärkt. Auf der Mikroebene werden Jugendliche und junge Frauen und Männer mit geistigen Behinderungen geschult und erhalten Unterstützung durch ihre Familien beim Übergang in die Arbeitswelt. Klicken Sie hier für weitere Informationen zu diesem Projekt.
Armenien & Georgien | 2023-2025 | Inklusive Bildung
Das Regionalprogramm Inklusive Entwicklungschancen für Kinder und Jugendliche fördert inklusive Bildung in Armenien und Georgien. Verschiedene Kindergärten, Schulen und Kindertagesstätten werden zu Pilotprojekten für Inklusion ausgebaut, Netzwerke von Betroffenen und Selbsthilfegruppen werden ermächtigt, ihre Interessen in der Öffentlichkeit und gegenüber staatlichen Akteuren effektiv zu vertreten, und Bildungs- und Sozialministerien werden beratend unterstützt. Dadurch leistet das Programm einen substanziellen Beitrag zu den aktuellen Bildungsreformen in beiden Ländern.
Armenien | 2025-2027 | Hauskrankenpflege
Ziel des Projektes ist es, häusliche Pflege als festen Bestandteil des armenischen Sozial- und Gesundheitssystems zu verankern. Auf politischer Ebene werden Ministerien bei der Weiterentwicklung von Pflegestandards, der Pflegeausbildung und der Finanzierung häuslicher Dienste beraten. Parallel dazu werden an zwei Standorten Pilotprojekte umgesetzt: Pflegekräfte und Angehörige werden geschult, Solidaritätsclubs für Senior_innen gegründet und ein Modell für kostenpflichtige Pflegedienste erprobt. Auch die Ausbildung an Berufsschulen wird modernisiert, um langfristig mehr qualifiziertes Personal zu gewinnen.
Bangladesch, Kambodscha, Indonesien & Philippinen | 2025-2027 | Regionalprogramm Inklusion
In allen vier Ländern des Regionalprogramms werden inklusive, gemeinwesenorientierte Wohlfahrtssysteme gefördert, um die Inklusion vulnerabler Gruppen in staatliche und zivilgesellschaftliche Strukturen zu verankern und bestehende Gesetze sowie Sozialprogramme durch innovative Modelle, lokale Netzwerke, institutionelle Kapazitätsentwicklung und regionalen Wissensaustausch zu stärken. Der thematische Schwerpunkt variiert dabei je nach Land: In Bangladesch liegt er auf Seniorinnen, Senioren und Menschen mit Behinderung, in Kambodscha auf einer inklusiven Entwicklung für Menschen mit Behinderungen, in Indonesien auf Überlebenden von sexuellem Missbrauch und Menschenhandel und auf den Philippinen auf Arbeitsmigrantinnen und -migranten.
Bolivien | 2023-2025 | Mehrgenerationenarbeit
Ausgegrenzte Menschen erwerben durch Empowerment, Vernetzung mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und kritische Zusammenarbeit mit staatlichen Akteuren die Fähigkeit zur wirksamen Teilhabe an gesellschaftlichen und politischen Prozessen. Das Programm trägt zur Gewährleistung grundlegender Rechte von älteren Menschen, Kindern und Jugendlichen sowie der ruralen Bevölkerung bei und schafft zukunftsfähige, solidarische und nachhaltige Modelle eines gewaltfreien gesellschaftlichen Miteinanders in Brasilien und Bolivien.
Brasilien | 2023-2026 | Bekämpfung sexualisierter Gewalt
Ziel des Projektes ist es, einen nachhaltigen Beitrag zur Bekämpfung von sexueller Ausbeutung, Missbrauch und Handel mit Kindern und Jugendlichen in Brasilien zu leisten. Soziale Strukturen zur Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche werden gestärkt und der Zugang zu spezialisierten Hilfsangeboten ausgebaut. Staatliche Programme und Strategien zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt werden verbessert, Versorgungslücken adressiert und Institutionen des Schutznetzwerks gezielt gestärkt.
Georgien | 2024-2026 | Hauspflege
Ziel des Vorhabens ist es, zur Einführung eines staatlich finanzierten ambulanten Pflegedienstes in Georgien beizutragen. Seit 2014 wurde der häusliche Pflegedienst der Caritas Georgien verbessert. Er dient als Vorbild für andere Anbieter und für das geplante staatlich ko-finanzierte universelle Pflegesystem. Eine weitere Komponente ist die Schulung von qualifiziertem Fachpersonal und Studierenden im Rahmen von Ausbildung und Fortbildung zu Altenpflegerinnen.
Guatemala | 2024-2026 | Gemeinwesens-Stärkung
Im ländlichen Guatemala ist der Zugang zu staatlichen Leistungen begrenzt; die überwiegend indigene Bevölkerung ist von gesellschaftlichen Prozessen weitgehend ausgeschlossen. Vor diesem Hintergrund stärkt das Projekt Selbsthilfegruppen von Frauen in ländlichen Gemeinden, so dass diese aus eigener Kraft zur Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse beitragen können und soziale, politische, wirtschaftliche und geschlechterbasierte Ungleichheit abgebaut wird.
Honduras & Mexiko | 2024-2026 | Gewaltprävention
Hohe Gewaltraten, Armut und Ungleichheit in Honduras und Mexiko führen zu einer Einschränkung des Entwicklungspotentials sowohl von Jugendlichen wie auch der Gesellschaften als Ganzes. Mit dem Vorhaben, das eine Stärkung der Selbsthilfekräfte der Betroffenen und ihrer Familien, die Förderung der Beteiligung Jugendlicher sowie eine Intensivierung der interinstitutionellen Zusammenarbeit zur Stärkung von Angeboten und Strukturen der Gewaltprävention umfasst, wird ein Beitrag zum Aufbau alternativer friedlicher Entwicklungsmöglichkeiten für junge Menschen in der Region geleistet.
Indien, Kambodscha & Philippinen | 2026-2028 | Regionalprogramm Kinder- und Jugendrechte
Das Regionalprogramm „Schutz und Förderung von Kinder- und Jugendrechten in Asien“ (2026–2028) zielt darauf ab, Kinder- und Jugendrechte in Indien, Kambodscha und den Philippinen nachhaltig in staatlichen Strukturen zu verankern. Aufbauend auf früheren Phasen verbindet es gemeindenahe Ansätze mit nationaler Advocacy und legt den Fokus auf strukturelle Absicherung. In Indien stehen Kinderschutz, Migration und politische Dialogformate im Vordergrund, in Kambodscha liegt der Fokus auf Zugang zu Bildung und Berufsbildung durch die Verbindung von lokaler Gemeindearbeit mit nationaler Politik und auf den Philippinen geht es insbesondere um die nationale Stärkung von Kinder- und Jugendschutzmechanismen, mit besonderem Augenmerk auf Drogenaufklärung und Suchtprävention.
Indonesien, Philippinen, Thailand & Tadschikistan | 2024-2026 | Regionalprogramm Sozialprogramm für Senioren
In allen vier Ländern leistet das Regionalprogramm einen effektiven Beitrag um Zugang zu Sozialhilfen für Senioren zu ermöglichen und beispielhafte Pflegedienststrukturen in den nationalen Kontexten von Thailand, Tadschikistan, Philippinen und Indonesien aufzubauen. Senioren werden in selbstorganisierten Begegnungstreffs mobilisiert und zusammen mit den Partnerorganisationen befähigt für ihre Interessen und Rechte einzustehen. Staatliche Akteure werden bei der Erarbeitung von Richtlinien und Qualitätsstandards in der Pflege unterstützt.
Jordanien | 2025-2027 | Inklusive frühkindliche Bildung
Das Projekt stärkt die inklusive frühkindliche Bildung in Jordanien und fördert deren nachhaltige Verankerung im Bildungssystem. Durch Schulungen für staatliche Akteure und Kindergartenpersonal, Sensibilisierung von Eltern sowie die Einführung von Mindeststandards werden inklusive Strukturen aufgebaut. Digitale Materialien, Netzwerkarbeit und Lobbying unterstützen die Umsetzung und Verbreitung.
Mali | 2023-2025 | Prävention von Migration
Das Projekt zielt darauf ab, die Migration von Kindern und Jugendlichen (ohne familiäre Begleitung) zu reduzieren. Dafür werden auf Gemeindeebene Schutzkomitees aufgebaut, die über die Risiken einer verfrühten Migration von Kindern und Jugendlichen informieren. Die Komitees sorgen für die Einschulung und den Verbleib der Kindern in den Grundschulen und kümmern sich um Kinder und Jugendliche mit einer erhöhten Migrationswahrscheinlichkeit. Über das Projekt werden zudem Anlaufstellen betrieben, welche alleine migrierende Kindern bei der Reintegration in ihre Familien unterstützen.
Palästina | 2026-2027 | Förderung Rechte von Menschen mit Behinderung
Die Situation für Menschen mit Behinderungen in den Palästinensischen Gebieten ist derzeit äußerst schwierig. Das Projekt baut auf die Vorphasen auf und leistet in der Exit-Phase einen Beitrag zur Konsolidierung von qualitativ hochwertigen Diagnose- und Erfassungsdiensten für Kinder mit geistigen Behinderungen, bei gleichzeitiger Förderung der Rechte von Menschen mit Behinderungen in Palästina. Eine integrative nationale Politik und die Rechenschaftspflicht der palästinensischen Verantwortungsträger werden durch kontinuierliche Lobbyarbeit gestärkt.
Tansania | 2024-2026 | Unterstützung der Opfer von Menschenhandel
In Daressalam als größter Stadt in Tansania erhoffen sich viele Menschen, Arbeit oder persönliches Glück zu finden, darunter viele Kinder und Jugendliche. Armut, geringe Einkommensmöglichkeiten oder fehlenden Zukunftsperspektiven in ländlichen Gebieten sind wichtige Faktoren für den Kinder- und Menschenhandel. Vor allem Mädchen werden von Schleppern unter falschen Versprechungen auf Arbeit oder Ausbildungsmöglichkeiten nach Daressalam gelockt. Oftmals enden sie als unbezahlte Haushaltshilfen, werden unter sklavenähnlichen Bedingungen zur Arbeit in Bars oder zur Straßenprostitution gezwungen, begleitet von sexualisierter und anderer Formen körperlicher und psychischer Gewalt. Im Reha-Zentrum der Daughters of Mary Immaculate (DMI) erhalten diese schwer traumatisierten Mädchen und jungen Frauen für ein Jahr Unterkunft und Verpflegung, medizinische und psychologische Betreuung und eine Ausbildung. DMI wirken gemeinsam mit einem Netzwerk lokaler zivilgesellschaftlicher Organisationen im Austausch mit Regierungsvertretern und staatlicher Institutionen in Tansania darauf hin, den Ursachen von Menschenhandel vorzubeugen, die Fälle transparent zu dokumentieren, eine verbesserte staatliche Unterstützung der Opfer zu erreichen und eine angemessene rechtskräftige Verurteilung der Täter zu ermöglichen.
Peru | 2024-2026 | Aufbau eines Altenpflegesystems
Die Pflege älterer Menschen in Peru ist bisher ökonomisch nicht inklusiv, wahrt nicht ihre Würde und verletzt oft ihr Recht auf Gesundheit und ein Leben ohne Gewalt. Mit dem Vorhaben, das Qualifizierung, Professionalisierung, Organisation von Pflege und sozialpolitischen Einsatz für Pflege umfasst, zielen Caritas Peru und Caritas international darauf ab, zum Aufbau eines Altenpflegesystems beizutragen, das die Würde und Rechte alter Menschen in den Mittelpunkt stellt und dem demografischen Wandel Perus gerecht wird. Das Projekt ist in seiner ersten Phase auf Randgebiete der Städte Lima, Arequipa und Tacna fokussiert.
Peru | 2025-2027 | Inklusion in Schule, Arbeit und Gemeinden stärken
Durch Frühförderung, inklusive Bildung, Arbeitsmarktintegration und politische Teilhabe von Organisationen von Menschen mit Behinderung leistet das Projekt einen Beitrag zur Entstehung einer inklusiveren peruanischen Gesellschaft, welche die menschliche Vielfalt respektiert und in der Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung ihre Rechte ohne Einschränkungen ausüben können. Das Projekt ist auf den Süden Perus (Arequipa, Tacna, Moquegua, Cusco, Puno) fokussiert und arbeitet an einem landesweiten Standard für gelingende Inklusion.
Vom BMZ über den Titel „Private Träger“ geförderte Projekte:
Ägypten | 2024-2029 | Förderung inklusiver Bildung
Ziel dieses Projektes ist es, Kindern mit Unterstützungsbedarf und kognitiven Beeinträchtigungen Behinderungen aus vulnerablen Familien in Kairo, Alexandria und Oberägypten die schulische Inklusion zu ermöglichen. Dies erfolgt durch einen verbesserten Zugang zu Frühförderung, Rehabilitation sowie außerschulischen und inklusive Aktivitäten in ihren Gemeinden. Dafür werden kommunale Einrichtungen dabei unterstützt, ihre Angebote für Kinder mit Behinderung zu öffnen. Auf staatlicher Ebene werden die Kenntnisse über die Rechte von Kindern mit Behinderung gestärkt und zur ihrer Umsetzung beigetragen.
Bangladesch | 2022-2026 | Katastrophenvorsorge und Anpassung an den Klimawandel
Das Projekt stärkt die Katastrophenvorsorge und Anpassung an den Klimawandel in Hochrisikogebieten von Khulna und Satkhira, Bangladesch. Durch den Ausbau resilienter Infrastruktur, Schulungen für Katastrophenschutzkomitees und die Förderung nachhaltiger Einkommensmöglichkeiten werden die Lebensbedingungen von über 66.000 Menschen verbessert. Besondere Unterstützung erhalten vulnerable Haushalte und Migrant_innen, um ihre Resilienz gegenüber Naturkatastrophen und klimabedingter Migration zu erhöhen.
Brasilien | 2024-2028 | Gewaltprävention durch Förderung von Jugendlichen
Das Projekt leistet einen Beitrag zur Verringerung struktureller Gewalt in den urbanen und stadtnahen Räumen Nordost-Brasiliens, von der vor allem afrobrasilianische Jugendliche betroffen sind. Durch die Gründung von Jugendnetzwerken sowie gezielte Schulungen werden die Selbstorganisation und die Selbstschutzfähigkeiten junger Menschen gestärkt und ihre Kapazitäten für die politische Partizipation ausgebaut. Die Sensibilisierung und Vernetzung der Gemeindemitglieder in den betroffenen Stadtvierteln wird vorangetrieben, um gemeinsam Methoden zur Gewaltprävention umzusetzen. Außerdem strebt das Projekt an, die Zusammenarbeit von jungen Führungspersönlichkeiten, Vertreter_innen der organisierten Zivilgesellschaft und staatlichen Institutionen zu vertiefen, um evidenzbasierte und effektive Methoden der Gewaltprävention umzusetzen und institutionell zu verankern.
Brasilien | 2024-2027 | Stärkung indigener Völker und Klimagerechtigkeit
Das Projekt stärkt indigene Völker im Amazonasgebiet und im Cerrado und fördert Waldschutz und Anpassung an den Klimawandel. Durch Geo-Technologien, eine App zur Erfassung von Rechtsverletzungen, politische und juristische Einflussnahme sowie Schulungen beispielsweise zu angepasster Landwirtschaft und Kommunikation werden Territorien geschützt, Resilienz und Ernährungssicherheit erhöht und Klima-Wissen verbreitet. So können indigene Gemeinschaften ihre Rechte sichern und Ökosysteme langfristig bewahren.
Brasilien & Kolumbien | 2025-2028 | Land- und Umweltrechte für ländliche Gemeinden
Ziel des Programms ist es, indigene, traditionelle und klein-bäuerliche Gemeinschaften in Kolumbien und Brasilien zu stärken, um ihre Resilienz, Selbstbestimmung, politische Teilhabe, wirtschaftliche Autonomie und Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel zu fördern. Die Grundlage hierfür bilden Maßnahmen zur Stärkung der Gemeinschaften in Bezug auf ihre soziale Organisation, wirtschaftliche Situation und die Förderung ökologisch nachhaltiger Produktionsmodelle. Darauf aufbauend zielen weitere Maßnahmen darauf ab, die Beteiligung der Gemeinschaften an für sie relevanten Entscheidungsprozessen zu stärken sowie durch eine Einflussnahme auf übergeordnete politische Strategien und Praktiken strukturelle Transformationen anzustoßen. Damit wird die Durchsetzung von Menschen- und Umweltrechten der ländlichen Gemeinschaften langfristig verbessert.
Guatemala | 2022-2026 | Stärkung Resilienz gegenüber Katastrophen- und Klimarisiken
Mit diesem Projekt sollen die gemeindebasierten Katastrophenschutzstrukturen des nationalen Katastrophenschutzsystems gestärkt und die Resilienz vulnerabler Gemeinden in 12 Departements von Guatemala verbessert werden. Hierzu werden auf Gemeindeebene Strukturen für integriertes Risikomanagement sowie Strukturen für den Krisenfall (Sammelstellen und Notunterkünfte) aufgebaut. Das Vorhaben zielt zudem darauf ab, die Kapazitäten und Koordinationsfähigkeit des implementierenden Netzwerkes von Caritas-Organisationen zu stärken, um eine effiziente Koordination mit staatlichen Behörden und nicht-staatlichen Akteuren zu erreichen.
Jordanien & Libanon | 2023-2027 | Schutz von geflüchteten Kindern
Das Programm der lokalen Partner Caritas Jordanien und Amel stärkt den Schutz von über 20.000 geflüchteten Kindern, Jugendlichen und deren Familien in Jordanien und Libanon. Es fördert inklusive Bildung, psychosoziale Unterstützung und Teilhabe durch zusätzliche Kindergartenangebote, Qualifizierung des Personals, Familienarbeit sowie die Stärkung von Resilienz, Integration und Friedensförderung.
Kolumbien, Peru & Brasilien | 2023-2026 | Globalprogramm Resilientes Amazonasgebiet
Das Globalprogramm „Resilientes Amazonien“ wird von Caritas Kolumbien, Caritas Brasilien, Caritas Peru und CEAS in 33 indigenen und traditionellen Amazonas-Gemeinschaften mit insgesamt 9.340 Begünstigten umgesetzt. Ziel ist, zur Bekämpfung des Klimawandels und zum Schutz von Artenvielfalt beizutragen. Der Mehrebenen-Ansatz beinhaltet die Verbesserung der Ernährungssouveränität durch nachhaltige Produktion und solidarische Wirtschaftsmodelle; die Stärkung von Governance und politischer Teilhabe; Lobbyarbeit zur Verteidigung der kollektiven und territorialen Rechte der Gemeinschaften; sowie internationalen Austausch und Netzwerkarbeit.
Mosambik | 2024-2028 | Stärkung Klimaresilienz und Menschenrechte
Das Projekt leistet einen Beitrag zur Verbesserung des Wohlergehens der vom Klimawandel betroffenen ländlichen Gemeinschaften in Mosambik durch verbesserten Zugang zu Ernährungssicherheit, Trinkwasserversorgung und Einkommen sowie durch verstärkte Wahrnehmung ihrer Grundrechte. Verbesserte landwirtschaftliche Techniken und resistentes Saatgut erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Landbevölkerung gegenüber dem Klimawandel. Kleinflächige Bewässerungslandwirtschaft sowie eine diversifizierte Produktion, die auch Gemüse und Obst umfasst, machen die Ernährung der Bevölkerung ausgewogener und gewährleisten die Ernährungssicherheit. Unterstützung beim Bau von Holzsparöfen und Einrichtung von Forstbaumschulen kommen dem Baumbestand zugute. Durch Landwirtschaftsmessen und praktische Ausbildungen können Einkommen selbstständig erwirtschaftet werden. Die Verbesserung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser (Brunnenbau, Reparaturen, Viehtränken) und sanitären Einrichtungen (Bau von Latrinen), Sensibilisierungskampagnen zu Hygiene, sowie die Stärkung von Wasserkomitees verbessern die Versorgung von Wasser. Die vierte Komponente zielt darauf ab, Frauen und Männer für Geschlechterfragen sowie Grund- und Kinderrechte zu sensibilisieren und ältere und behinderte Menschen zu unterstützen.
Philippinen | 2024-2027 | Katastrophenvorsorge und Stärkung von Resilienz vulnerabler Gemeinden
Das Programm "Stärkung der Resilienz von älteren Menschen, Frauen und Menschen mit Behinderung in Camarines Sur, Philippinen, durch inklusive Katastrophenvorsorge" wird von Caritas Libmanan in 30 Barangays in 6 Munizipien umgesetzt. Ziel ist, dass vulnerable Bevölkerungsgruppen in der Provinz Camarines Sur durch inklusives Disaster Risk Reduction Management / DRRM und der Beteiligung an lokalen Entscheidungsprozessen resilienter gegenüber Natur- und klimabedingten Katastrophen werden.
Indien & Nepal | 2026-2027 | Verringerung des Katastrophenrisikos und Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimawandel
Ziel des Projekts ist es, die Resilienz marginalisierter Gemeinden in hochwasser- und klimarisikogefährdeten Regionen in Bihar (Indien) und der Provinz Madhesh (Nepal) zu stärken. Durch gemeindebasierte Katastrophenvorsorge, klimaresiliente Landwirtschaft, den Ausbau von Frühwarnsystemen sowie den verbesserten Zugang zu staatlichen Sozialleistungen werden Lebensgrundlagen gesichert. Gleichzeitig stärkt das Projekt lokale Verwaltungsstrukturen und fördert den grenzüberschreitenden Austausch zwischen Indien und Nepal.
Von der Europäischen Union geförderte Projekte:
Ägypten | 2024-2026 | Bildung und Schutz für geflüchtete Kinder und Jugendliche
Das Hauptziel dieses Projekts ist es, unbegleitete, getrennte sowie neu in Ägypten angekommene Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, eine sichere und relevante formale Ausbildung zu erreichen. Das Projekt arbeitet dazu mit lokalen Gemeinden und Community Refugee Schools zusammen. Es werden individuelle Beratungssitzungen sowie Einstufungstests durchgeführt. Die Jugendlichen werden regelmäßig begleitet, sind in Peer-Support-Gruppen aktiv und nehmen an psychosozialen Aktivitäten teil. Kernkomponente des Projekts sind Stipendien sowie die Übernahme der Kosten für Examen.
Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Brasilien & Peru | 2024-2026 | Europana V
Besonders schutzbedürftige Migrant_innen, Geflüchtete, Gewaltbetroffene sowie Menschen aus Krisenregionen in Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Brasilien erhalten im Rahmen des Projekts gezielte Informationsangebote zu ihren Rechten, individuelle Fallbetreuung, Rechtsberatung sowie Zugang zu spezialisierten Diensten. Ergänzend werden Mehrzweck-Geldtransfers, Nahrungsmittelhilfen, Sicherung des Lebensunterhalts, Bereitstellung von Unterkünften sowie Unterstützung für Ernährung und Hygiene geleistet. Über eine umfassende regionale Schutzstrategie werden außerdem nationale und lokale Teams gestärkt, wodurch eine fachlich fundierte und qualitativ hochwertige Reaktion auf komplexe Schutzbedarfe ermöglicht wird – insbesondere in abgelegenen Grenzregionen und von Gewalt geprägten Kontexten.
Nigeria | 2024-2026 | Unterstützung für Vertriebene und aufnehmende Gemeinden
Ziel des Projektes ist es, die Ernährungslage der Binnenvertriebenen und der Gastfamilien in 27 Gemeinden der lokalen Regierungsbezirke Gwoza, Kaga und Magumeri im Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias sicherzustellen. Zielführend ist dabei ein inklusiver und sicherer Zugang zu humanitärer Hilfe trotz schwieriger Bedingungen. Das Projekt verfolgt dabei drei Schwerpunkte: 11.835 Personen erhalten durch Bargeldtransfers einen sicheren Zugang zu Grundnahrungsmitteln. Damit können Familien sich ausreichend versorgen, gefährliche Mangelernährung bei Kindern nimmt ab. Mindestens 12.500 Menschen wird durch den Bau oder die Reparatur von Brunnenanlagen und Sanitäreinrichten Zugang zu Wasser und sicheren Toilettenanlagen verschafft. Dadurch nimmt das Risiko übertragbarer Krankheiten ab. Frauen und Mädchen werden gezielt mit Hygieneartikeln versorgt. Gezielte Schutzmaßnahmen für Frauen und Mädchen stellen sicher, dass sie innerhalb ihrer Gemeinden gerecht behandelt und nicht Opfer von gewaltsamen Übergriffen werden. Projektpartner vor Ort sind Caritas Nigeria, die Justice Development and Peace Commission Maiduguri und CAFOD.