Berlin,
Laut Zahlen der Vereinten Nationen war die Nachfrage nach illegalen Drogen im
vergangenen Jahrzehnt stabil hoch und ist für einzelne Drogen trotz einer
repressiven Drogenpolitik und dem „war on
drugs
“ sogar
angestiegen. Rund 250 Millionen Konsumenten harter Drogen stehen Umsätze im
Drogenhandel von rund 400 Milliarden Dollar jährlich gegenüber. Auch die
Produktionsflächen haben sich ausgeweitet. So hat sich die Anbaufläche von Koka
in Kolumbien trotz aufwändiger Vernichtungskampagnen in den vergangenen Jahren
verdreifacht. Auf der anderen Seite beschränkt sich die gängige Drogenpolitik
vor allem auf die Strafverfolgung. Die Programme alternativer Einkommensquellen
für Kleinbauern sind vielerorts gescheitert und Prävention sowie Rehabilitation
von Drogenkranken spielen bislang weiterhin kaum eine Rolle.
„Die Zahlen belegen, dass die Null-Toleranz-Doktrin nicht den erhofften Erfolg
hatte. Wir müssen dies zur Kenntnis nehmen und anerkennen, dass Drogen Teil der
gesellschaftlichen Realität sind“, so Oliver Müller, Leiter von Caritas
international. Dieses Anerkenntnis müsse umfassen,
dass
die Menschenrechte von Drogenkonsumenten respektiert, Konsumenten und
Kleinbauern entkriminalisiert sowie die Wechselbeziehung von Drogen und Armut
anerkannt werden. Die Teilnehmer der Drogenkonferenz von Caritas international fordern
vom im Frühjahr in Wien stattfindenden UN-Expertentreffen der „Commission on
Narcotic
Drugs“ entsprechende Weichenstellungen.
Caritas international,
das Hilfswerk der deutschen Caritas, unterstützt seit 1996 weltweit Projekte
und Aktivitäten, die die Reduzierung der Drogennachfrage zum Ziel haben. Alle
Projekte in Asien, Lateinamerika, Afrika und Osteuropa verfolgen einen
mehrfachen Anspruch: Hilfsbedürftigen sollen Wege aus Ihrer Sucht gezeigt und
ihnen eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft ermöglicht werden sowie Netzwerke
aufgebaut und Hilfsansätze qualitativ verbessert werden.
Weitere
Informationen finden Sie hier.
Caritas international ist das Hilfswerk der deutschen Caritas und
gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 162 nationalen
Mitgliedsverbänden.
Pressemitteilung
Caritas international fordert Kehrtwende in UN-Drogenpolitik
Erschienen am:
23.01.2009
Beschreibung