Freiburg, 3. Juni 2004. Nach der Einnahme der ostkongolesischen Stadt
Bukavu
durch ruandischstämmige Milizen, ist auch das örtliche
Caritas-Büro geplündert worden. „In der Stadt herrscht ein Klima allgemeiner
Anarchie“, berichtet Friedemann
Köngeter
von Caritas
international per Telefon aus Kinshasa. Auch Pfarreien seien geplündert und
einzelne Personen gezielt getötet worden. Bei den neuen Machthabern in
Bukavu
handelt es sich um ruandischstämmige
Tutsi
, die um Anerkennung als eigenständige
Ethnie
kämpfen und sich in den vergangenen Wochen schwere
Kämpfe mit kongolesischen Regierungstruppen geliefert hatten.
Mittlerweile haben die Kämpfe im Ostkongo auch in
anderen
Teile
des Landes zu Unruhen geführt. „Massen von Studenten ziehen zum
Hauptquartier der UN-Blauhelme, der Verkehr ist praktisch zum Erliegen gekommen“,
berichtet
Köngeter
aus der Hauptstadt Kinshasa. Im
Stadtteil
Limeté
wurden Schüsse und Maschinengewehrfeuer
gehört.
Weiße seien
aufgefordert worden, das Land zu verlassen. Ein Europäer ist niedergeschlagen
und schwer verletzt worden. Ähnliche Übergriffe auf die Blauhelm-Mission hatte
es tags zuvor auch in
Kisangani
gegeben.
„Weiße werden im Kongo häufig mit den UN-Blauhelmen assoziiert, die für die aktuelle
Misere verantwortlich gemacht werden“, erklärt
Köngeter
von Caritas international. Den Blauhelmen werde vorgeworfen, die kongolesischen
Grenzen und den Friedensprozess nicht ausreichend zu sichern. In
Bukavu
hatte eine 1400 Mann starke Blauhelmtruppe den Kampf
mit 4000 Guerilla-Kämpfern vermieden, was zu der Unterstellung führte, die UN
habe
Bukavu
absichtlich den rebellierenden Milizen ausgeliefert.
Bei Interesse können Interviews mit Friedemann
Köngeter
vermittelt werden.
Caritas
international gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 162 nationalen Mitgliedsverbänden.