Freiburg, 25. Mai 2011.
Die Ausgrenzung von infizierten
Drogenabhängigen trägt maßgeblich zur rasanten Ausbreitung von Aids in
Osteuropa bei. Darauf weist Caritas international, das Hilfswerk der deutschen
Caritas, anlässlich der europäischen HIV-Konferenz hin, die vom 25.-27. Mai in
Tallinn von der Weltgesundheitsorganisation, den Vereinten Nationen und der
Europäischen Union veranstaltet wird. Caritas international fordert ein Ende
der Ausgrenzungspolitik in Osteuropa und volle Menschenrechte auch für
Drogennutzer.
In nur 15 Jahren stieg die geschätzte Zahl der HIV-Infizierten in Osteuropa von
wenigen tausend auf über anderthalb Millionen. Die extrem schnelle Ausbreitung
der Epidemie ist vor allem auf den starken Anstieg des Drogenkonsums und die
Verwendung nicht steriler Spritzen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion
zurückzuführen. In Russland wird die Zahl der Drogennutzer auf 1,5 bis über 4
Millionen geschätzt; in einigen Städten sind
davon
30-50 Prozent HIV-positiv.
Die Stigmatisierung, Schikanierung und
Kriminalisierung von Infizierten und Drogenabhängigen sowie die Weigerung
Substitutionsprogramme einzuführen, verhindert in vielen osteuropäischen
Ländern nach wie vor einen gezielten Kampf gegen Aids. Um die Ausbreitung des
Virus zu stoppen, wäre aus Sicht von Caritas international ein Dreiklang aus
Aufklärung und Beratung, Angeboten von Drogenersatzprogrammen sowie die
Verteilung steriler Spritzbestecke an die Drogennutzer notwendig.
Caritas international, das Hilfswerk der deutschen
Caritas, unterstützt seit vielen Jahren HIV/Aids-Projekte in Osteuropa.
Schwerpunkte sind die Verbesserung der bestehenden Suchthilfe sowie
die
Integration von HIV-Infizierten in bestehende Angebote für Menschen am Rand der
Gesellschaft.
Weitere Informationen
finden Sie hier.
Caritas international ist das Hilfswerk der deutschen Caritas und gehört zum
weltweiten Netzwerk der Caritas mit 162 nationalen Mitgliedsverbänden.
Pressemitteilung
Osteuropa: Ausgrenzungspolitik fördert Aids-Ausbreitung
Erschienen am:
25.05.2011
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