Freiburg/Stuttgart, 21. April 2009.
In Somalia prägen auch nach der Wahl eines neuen Präsidenten Ende Januar Gewalt, Entführungen
und Morde den Alltag. Vor der Küste machen Piraten die Gewässer am Horn von
Afrika unsicher. Im Land haben radikal-islamistische Untergrundgruppen der
neuen Regierung den Krieg erklärt. Wie gefährlich die Lage ist, hat die
Hörfunkjournalistin Bettina Rühl bei ihrem Besuch in der somalischen Hauptstadt
Mogadischu vor kurzem erfahren. Bei ihrem Besuch traf sie Mitarbeiter von
Daryeel Bulsho Guud (DBG), der Partnerorganisation der evangelischen Hilfswerke
„Brot für die Welt“ und Diakonie Katastrophenhilfe sowie des katholischen
Hilfswerks Caritas international. Dabei ist deutlich geworden, dass die Helfer
unter ständiger Todesgefahr arbeiten.
Mit zu den häufigsten Anschlagszielen zählen Mitarbeiter von
Hilfsorganisationen. 2008 sind der stellvertretende Direktor von DBG, Mohamoud
Mohamed Keyre, ein freier Mitarbeiter sowie ein Wachmann durch Attentate
getötet worden. Ein Mitarbeiter, mit dem Rühl sprach, wurde überfallen und mit
dem Gewehrkolben niedergeschlagen. Angesichts der gefährlichen Situation
versuchen die DBG-Mitarbeiter, möglichst wenig aufzufallen. Wenn sie die
Flüchtlingscamps am Rande der Hauptstadt Mogadischu besuchen, geben sie sich
nicht als Helfer zu erkennen. Sie berichten von katastrophalen Zuständen in den
Lagern.
Viele Familien müssten unter einer Plastikplane hausen, bei großer Hitze
tagsüber und kühlen Temperaturen nachts, heißt es. Viele könnten nicht einmal
etwas verdienen, weil sie keine Arbeit finden. „Wenn das Kämpfen aufhören
würde, könnten sie endlich wieder in ein normales Leben zurückfinden“, sagte
ein DBG-Mitarbeiter zu Rühl. „Das einzige, was diese Menschen brauchen, ist
Frieden“, fügte er hinzu. Gefragt, warum er sein Leben riskiere, sagte er, er
sehe es als seine Pflicht an, den Bedürftigen zu helfen.
DBG unterstützt die aus der Hauptstadt Vertriebenen, deren Zahl auf rund
700.000 geschätzt wird, mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Planen und
Hygieneartikeln. Ebenso halten die Mitarbeiter für die Flüchtlingskinder in den
Lagern den Schulunterricht aufrecht, unterstützen Gemeindearbeit und leisten
Versöhnungsarbeit. Besonders die hygienischen Zustände in den Lagern seien
besorgniserregend, sagt ein DBG-Mitarbeiter. Tuberkulose,
Durchfallerkrankungen, Hautkrankheiten sowie Masern breiten sich schnell aus
und führen zu Todesfällen. Am weitesten verbreitet sei Malaria, an der viele
Kinder sterben. Angesichts der schlechten Versorgungslage leiden viele Menschen
an Mangel- und Unterernährung.
Weitere
Informationen finden Sie hier.
Für ihre Arbeit bitten die kirchlichen Hilfswerke um Spenden unter dem Kennwort
„Somalia“:
Caritas international: Konto 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe,
BLZ 660 205 00 oder online
www.caritas-international.de
Diakonie Katastrophenhilfe: Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70
oder online
www.diakonie-katastrophenhilfe.de/somalia
Pressemitteilung
Somalia: Helfer riskieren täglich ihr Leben
Erschienen am:
21.04.2009
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