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Deutschland

Hilfe, die bleibt: Fünf Jahre nach der Flut

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Deutschland

Hilfe, die bleibt: Fünf Jahre nach der Flut

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Projekt Reportagen Interview Hintergrund

Nach der Flut 2021 ist bereits einiges geschehen – und doch bleibt noch viel zu tun. Die Mitarbeitenden der 25 Caritas-Fluthilfebüros werden noch lange im Einsatz sein, um die Betroffenen nach der Flutkatastrophe langfristig zu unterstützen.

Bilanz zum Jahrestag der Flut: Gemeinsam viel erreicht

Donation Red

44.800.000

Euro an Spendengeldern konnten insgesamt mobilisiert werden

Household Red

14.851

Haushalte wurde bisher mit finanziellen Hilfen unterstützt

Consulting Red

über 29.000

Menschen wurden durch begleitende Hilfsangebote erreicht

Rückblick: Die Flut und der lange Weg des Wiederaufbaus

Wenn man heute durch die Innenstadt von Bad Neuenahr-Ahrweiler geht, könnte man teilweise meinen, alles sei wieder ganz normal. Zumindest, wenn man ab und zu mal die Augen verschließt vor Baugerüsten, schmutzigen Scheiben und verwaisten Geschäften. "Es gibt immer wieder Wiedereröffnungen - ein Modegeschäft, eine Pizzeria, ein Café", erzählt Christiane Böttcher von der Caritas Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Nur wenige Kilometer weiter entfernt bietet sich jedoch ein völlig anderes Bild. Kleine Dörfer entlang der Ahr, früher idyllische Orte am Wasser, tragen die Spuren der Flut bis heute. Hier standen die Häuser teils bis zum Giebel unter Wasser, manche wurden vollständig von der Flut mitgerissen. Noch immer gibt es Häuser, die leer stehen oder auf ihre Sanierung warten.

Das große, offensichtliche und alles umfassende Chaos der ersten Monate in den deutschen Flutgebieten ist längst beseitigt. Viele Menschen konnten ihr Zuhause wiederaufbauen und ihr Leben Schritt für Schritt neu gestalten. Andere kämpfen noch immer mit den finanziellen, materiellen oder psychischen Folgen der Katastrophe. Vieles braucht Zeit und kostet Kraft. „Die Menschen haben oft erst mit zeitlichem Abstand die Möglichkeit, sich mit dem Erlebten auseinanderzusetzen“, beobachtete Christiane Böttcher.

Der Blick ins Ahrtal zeigt eindrucksvoll, wie viel in den vergangenen Jahren erreicht wurde und zugleich, dass der Wiederaufbau für viele Betroffene noch immer nicht abgeschlossen ist.

Dernau im Ahrtal (Foto: Annette Etges / Caritas international)
Flut Deuschland: Trügerische Idylle: Idylle pur? Das Örtchen Dernau im Ahrtal ist aufgeräumt. Doch das Bild ist trügerisch. Wie beinahe alle betroffenen Orte ist Dernau noch weit von der Normalität entfernt.
Foto: Annette Etges / Caritas international
Beratungsgespräch der Caritas im Ahrtal (Foto: Annette Etges / Caritas international)
Deutschlandflut: Caritas Beratung: Eine große Stärke der Caritas im gesamten Flutgebiet: Sich Zeit nehmen, zuhören und auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen eingehen. Im Bild ein Beratungsgespräch einer Mitarbeiterin der Caritas Ahrweiler.
Foto: Annette Etges / Caritas international
Spielplatz in Ahrweiler (Foto: Marijn Fidder / Caritas international)
Flut Deutschland: Sozialraum schaffen: Eine der großen Aufgaben für die nächsten Monate und Jahre: "Sozialraum" schaffen. Hier ein Spielplatz in Ahrweiler.
Foto: Marijn Fidder / Caritas international

Caritas-Hilfen nah am Menschen

Die Caritas stand den Menschen von Anfang an zur Seite und versucht ihnen die Kraft und die Mittel zu geben, den Neustart anzugehen. 25 Fluthilfebüros wurden eröffnet (zur Übersicht). Tausende Haushalte erhielten Soforthilfen, um die Tage und Wochen nach der Katastrophe zu überstehen und sich mit den nötigsten Haushaltsmitteln einzudecken. In individuellen Beratungsgesprächen wurde mit den Betroffenen ihre Situation und die Optionen besprochen und Anträge an Versicherungen oder für staatliche Förderung geprüft. Bautrockner der Caritas trockneten unterdessen die durchnässten Wände der überfluteten Häuser.

Ein weiterer Fokus der Caritas-Hilfen war von Beginn an die psychosoziale Unterstützung. So wurden über 11.500 psychosoziale Beratungsgespräche geführt, Erholungsurlaube beantragt, Mutter-Kind-Kuren und Freizeiten organisiert und zahlreiche weitere Angebote zur Stabilisierung geschaffen. Die Caritasverbände in den Diözesen Aachen, Essen, Köln, Paderborn und Trier leisteten dabei Außergewöhnliches.

Langfristige Unterstützung für den Wiederaufbau

Mit dem Ende der akuten Nothilfe rückte der langfristige Wiederaufbau immer stärker in den Mittelpunkt.  Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas unterstützen die Betroffenen bis heute unter anderem mit Baufachberatungen und Wiederaufbauhilfen für privaten Wohnraum. 777 Baufachberatungen haben bereits stattgefunden, außerdem werden Wiederaufbauhilfen für den Aufbau von privatem Wohnraum an die Betroffenen ausgezahlt.

Gleichzeitig engagiert sich die Caritas dafür, gemeinsam mit den Menschen den zerstörten Sozialraum wiederzubeleben. Begegnungsorte und Angebote für den Austausch helfen dabei, Einsamkeit zu überwinden und das gesellschaftliche Miteinander zu stärken. Orte für Austausch können Mittagstische, Cafés, Caritas-Waschsalons und vieles mehr sein. Die Caritas geht dabei auch ungewöhnliche Wege, organisiert tiertherapeutische Alpaka-Wanderungen oder oder finanziert Menschen ein Hobby, wenn es der Traumabewältigung dient. Und sie nimmt diejenigen in den Fokus, deren Stimme sonst vielleicht nicht laut genug wäre - beispielsweise durch traumapädagogische Angebote für Kinder oder psychologische Begleitung retraumatisierter Kriegsflüchtlinge.

Auch fünf Jahre nach der Flut ist die Hilfe der Caritas nicht abgeschlossen. Die große Solidarität in Deutschland und die Unterstützung durch mehr als 50 Millionen Euro an Spendengeldern ermöglichen es, die Menschen im Ahrtal und in den weiteren betroffenen Regionen weiterhin verlässlich zu begleiten. Dafür danken wir allen Spenderinnen und Spendern von Herzen.

Deutschlandflut – das ist bislang geschehen

Caritas-Helfer in Deutschland Wiederaufbau Flut
  • Die Caritas hilft in allen fünf Diözesen, die von der Flut betroffen sind: Aachen, Essen, Köln, Paderborn, Trier.
  • Caritas international hat 44,8 Millionen Euro an Spendengeldern erhalten.
  • hochqualifizierte Caritas-Fachpersonal berät die Betroffenen in 25 Caritas-Fluthilfebüros (eine Karte und die Kontaktdaten aller Fluthilfebüros finden Sie hier).

Unter anderem wurden

  • Soforthilfen an 5.800 Haushalte ausgezahlt
  • Einrichtungsbeihilfen an 14.851 Haushalte ausgezahlt
  • 19.000 Beratungsgespräche geführt (psychosoziale Beratung und Baufachberatungsgespräche)
  • 30.000 Menschen im Rahmen durch psychosoziale Angebote (z.B. Mutter-Kind-Kuren, Erholungsurlaube, Gruppenangebote etc.) unterstützt
  • 266 Bautrockner an Betroffene verliehen, um Wasserschäden zu bekämpfen.

Die Caritas wird noch Jahre im Flutgebiet bleiben und die Menschen dauerhaft unterstützen.

 

Weitere Informationen

Deutschland: Alpaka-WanderungReportage

Flauschige Fluthelfer

Man könnte sagen, dass Alpaka-Spaziergänge in den letzten Jahren ein richtiger Trend geworden sind. Verständlicherweise, denn wer möchte nicht mit einer 1,70m großen, lockigen, Aufsehen erregenden Kamelart an der Leine spazieren? Flutbetroffene konnten durch ein ungewöhnliches Angebot der Caritas-Fluthilfe Euskirchen eine Runde drehen.

Ein Mann und eine Frau legen die Arme umeinanderReportage

Spielen gegen die Einsamkeit

Zwei Jahre nach der Katastrophe fehlen weiterhin Treffpunkte in den Flutgebieten. Menschen jeden Alters leiden weiter unter ihren traumatischen Erfahrungen während der Flut. Die Caritas Eifel versucht, Senior_innen mit einem Spielecafé zu unterstützen. Hier können sie wieder Gemeinschaft und Spaß erleben.

Kinder haben Spaß im Yogakurs der CaritasReportage

Durch Bewegung und Phantasie wieder Sicherheit erleben

Die Flutkatastrophe hat das Leben vieler Kinder verändert. Oft merkt man nicht sofort, dass ein Kind traumatisiert ist. Beim traumapädagogischen Yoga in Bitburg lernen Kinder Methoden, die ihnen dabei helfen, nach der Flutkatastrophe wieder Entspannung zu finden.

Hannah Knopp, Psychologin im Fachdienst Migration des Caritasverbands in Ahrweiler.Interview

Erst die Flucht, dann die Flut: Traumatherapie in Ahrweiler

Die Flutkatastrophe hat viele Menschen enorm belastet, teilweise auch traumatisiert. Wie wirkt sie sich auf Menschen aus, die vorher bereits traumatisiert waren – zum Beispiel aufgrund ihrer Fluchterfahrungen? Hannah Knopp therapiert Flüchtlinge im Rahmen der Caritas-Fluthilfe.

Kunsttherapeutin nach Elbeflut 2013Hintergrund

„Irgendwann konnten die meisten sagen: Ich habe das geschafft“

Auf dem Weg Richtung Zukunft lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Während der Wiederaufbau in den Flutgebieten von 2021 andauert, haben wir die ehemaligen Flutgebiete in Ostdeutschland besucht. Wie geht es den Menschen dort heute und welche Rolle spielen die Hochwasser 2002 und 2013 noch?

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