Freiburg, 3. März 2011.
Caritas international zeigt sich
entsetzt über den Mord an dem pakistanischen Minister für Minoritäten, Shahbaz
Bhatti. „Dieser Anschlag“, sagt Oliver Müller, Leiter des Hilfswerks der
deutschen Caritas, „hat eine neue Qualität. Shahbaz Bhatti stand für
interreligiösen Dialog, für die Integration von Minderheiten und damit für die
Hoffnung auf Frieden in Pakistan.“
Bhatti wurde in seinem Auto von mindestens zehn Kugeln getroffen. Die Attentäter
konnten zunächst entkommen. Bhatti war der einzige Christ im Kabinett von Premierminister
Jusuf Raza Gilani. Vor allem aber hatte er sich offen gegen das Blasphemie-Gesetz
ausgesprochen, das bei Beleidigung des Islams die Todesstrafe vorsieht.
„Ungeachtet des Klimas der Gewalt werden wir den Weg des gemeinsamen, religionsübergreifenden
Wiederaufbaus weitergehen“, so Müller, „denn nur so ist es möglich, langfristig
die Gewalt zu überwinden.“ Caritas international arbeitet im Wiederaufbau nach
der schweren Flutkatastrophe im vergangenen Sommer eng mit pakistanischen
Organisationen zusammen. Im Alltag funktioniere die Kooperation zwischen
Muslimen und Christen dabei sehr gut: „Von Radikalismus spüren wir in unserer
alltäglichen Arbeit wenig“, so Müller, „vielmehr erfahren wir von der
Bevölkerung große Offenheit, Dankbarkeit und Kooperationsbereitschaft.“
Schwerpunkte der Arbeit von Caritas international in Pakistan liegen im
Wiederaufbau von Häusern und Infrastruktur sowie im landwirtschaftlichen
Sektor. Darüber hinaus engagiert sich das Hilfswerke der deutschen Caritas
explizit auch in der Unterstützung und Hilfe von Minderheiten sowie im
interreligiösen Dialog.
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Pressemitteilung
Pakistan: Entsetzen über Mord an Minister für Minderheiten
Erschienen am:
03.03.2011
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